Menü Menü schließen

​​Ak­tu­el­le The­men

Ab Januar 2015: Verbesserte Pflegeleistungen der pronova BKK

Gute Nachrichten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen: Ab dem 1. Januar 2015 wird es in vielen Bereichen deutliche Verbesserungen geben. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Änderungen. Gern schicken wir Ihnen ausführliche Unterlagen zu oder beraten Sie auch persönlich.

Dynamisierung der Leistungsbeträge

Alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden um bis zu 4 % erhöht.

Flexibilisierung der Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Die Leistungen der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege werden ausgebaut und können flexibel miteinander kombiniert werden. 50 % des Jahresbetrages der Kurzzeitpflege können für Leistungen der Verhinderungspflege (806 €) verwendet werden. 100 % des Jahresbetrages der Verhinderungspflege (1.612 €) können auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Statt vier Wochen sind so bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich. So können pflegende Angehörige besser die Unterstützung wählen, die in ihrer konkreten Situation am besten hilft.

Leistungsverbesserungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz)/Pflegestufe 0

Bislang hatten Menschen, die zwar in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind, deren Pflegebedarf aber unterhalb der Pflegestufe I liegt (sogenannte Pflegestufe 0), nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch. Dieser wird jetzt maßgeblich erweitert. Künftig können auch Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, Zuschläge für ambulant betreute Wohngruppen und die Anschubfinanzierung zur Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen in Anspruch genommen werden. Damit erhalten sie jetzt Zugang zu allen Leistungen, die auch Personen mit einer Pflegestufe zustehen.

Zuschüsse für Umbaumaßnahmen und Pflegehilfsmittel werden erhöht

Der Zuschuss zu Umbaumaßnahmen im Rahmen einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme wird ab 2015 deutlich erhöht. Der maximale Zuschuss erhöht sich von bisher 2.557 € auf bis zu 4.000 € pro Maßnahme. Leben mehrere Pflegebedürftige gemeinsam in einer Wohnung , können sie statt bis zu 10.228 € jetzt bis zu 16.000 € pro Maßnahme (ab vier Personen) erhalten. Auch die Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln, die im Alltag verbraucht werden, werden deutlich angehoben – von maximal 31 € auf 40 € je Monat.

Ausweitung der zusätzlichen Betreuungsleistungen/ Einführung von zusätzlichen Entlastungsleistungen

Bisher konnte nur ein begrenzter Personenkreis (Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Ab 2015 haben zusätzlich auch die Pflegebedürftigen ohne eingeschränkte Alltagskompetenz einen Anspruch auf 104 € pro Monat, d.h. der Leistungsanspruch besteht auch für Personen mit rein körperlicher Beeinträchtigung. Damit können Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Tages- und Nachtpflege und Betreuungsleistungen durch ambulante Pflegedienste oder nach Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Angebote finanziert werden. Es können aber auch anerkannte Haushalts- und Serviceangebote oder Alltagsbegleiter finanziert werden, die im Haushalt helfen oder bei der Organisation und Bewältigung des Pflegealltags unterstützen. Auch die Aufwandsentschädigung für einen nach Landesrecht ehrenamtlichen Helfer kann damit bezahlt werden, der zum Beispiel bei Behördengängen unterstützt oder den Besuch des Friedhofs begleitet. Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem bis zu 40 % der Pflegesachleistung für diese niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden („Umwidmungsregel“).

Erweiterung des Anspruchs auf Tages- und Nachtpflege

Bisher wurden die Inanspruchnahme von Tages-/Nachtpflege und die ambulanten Pflegeleistungen zum Teil aufeinander angerechnet. Tagespflege kann künftig ohne Anrechnung auf ambulante Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden, d.h. es steht neben der Tagespflege das volle Pflegegeld oder 100 % der Sachleistung zur Verfügung. Damit steht deutlich mehr Geld für die Betreuung zur Verfügung.

Gesetze zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

  • Pflegeunterstützungsgeld bei 10-tägiger Auszeit im Akutfall zur Pflegeorganisation

Beschäftigte, die kurzfristig Zeit für die Organisation einer neuen Pflegesituation benötigen, können bis zu zehn Tagen der Arbeit fernbleiben. Neu ist, dass dies mit einem Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, vergleichbar dem Kinderkrankengeld, verbunden wird – eine Lohnersatzleistung, die den Verdienstausfall in dieser Zeit zu einem Großteil auffängt.

  • Sechs Monate Pflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch

Beschäftige, die sich für eine 6-monatige teilweise oder vollständige Freistellung entscheiden, haben künftig einen Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen. Dieses Darlehen zur besseren Absicherung des Lebensunterhalts kann direkt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden. Das Darlehen wird in monatlichen Raten ausgezahlt und deckt die Hälfte des durch die Arbeitszeitreduzierung fehlenden Nettogehalts ab. Auf Antrag kann auch ein niedrigeres Darlehen (mindestens jedoch 50 € monatlich) genommen werden.

  • Familienpflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch

Den Anspruch auf ein zinsloses Darlehen haben auch die Beschäftigten, die eine Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz in Anspruch nehmen. Neu im Gesetzesentwurf ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit. Beschäftigte sind künftig für die Dauer von bis zu 24 Monaten bei einer verbleibenden Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen.

Wenn Sie Fragen dazu haben, helfen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Pflegeteam der pronova BKK gerne weiter. So erreichen Sie uns: 0214 32296-4935

Weiterführende Links