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Crawling: Das große Krabbeln

Krabbeln? Das kann doch jedes Kleinkind – und zwar fast als allererstes! Ganz genau, und die meisten Kinder beherrschen das Krabbeln sogar viel besser als die Erwachsenen. Denn die einfachen Bewegungsabläufe garantieren den Kleinsten das Fortkommen und Erleben der kindlichen Welt.

Ganz nebenbei entwickeln sich Muskulatur, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination. Für Erwachsene ist Krabbeln oder Crawling, wie der neue Fitnesstrend heißt, eine echte sportliche Herausforderung mit hohem Spaßfaktor. Zunächst mag es ungewohnt oder sogar peinlich sein, sich auf allen Vieren am Boden fortzubewegen.

Doch mit der Zeit verbessert sich der allgemeine Fitnesszustand, die Bewegungen werden harmonischer, man kommt immer schneller vom Fleck. Und so wird das Babykrabbeln oder seine anspruchsvolleren Varianten fester Bestandteil des Fitnessprogramm.

Beweglichkeit, Koordination und allgemeine Fitness einfach trainieren

Crawling ist ein einfaches natürliches Ganzkörpertraining, das komplett ohne Geräte auskommt. Die Fortbewegung auf allen Vieren am Boden stärkt besonders die Rumpfmuskulatur, baut aber auch ganz allgemein Muskelkraft auf, denn Arme, Beine und Po müssen fleißig mitarbeiten. Die Wirbelsäule wird so entlastet und gleichzeitig mobilisiert. Schulter- und Hüftgelenke schwingen rhythmisch in die Bewegung ein. Das erhöht die allgemeine Beweglichkeit. Gerade der Oberkörper wird im Alltag oft extrem vernachlässigt mit Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich als Folge.

Krabbeln trainiert nicht nur einzelne Muskeln, sondern fördert das koordinierte Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen, besonders das der diagonalen Muskelketten. Damit einher geht nicht nur bei krabbelnden Kleinkindern eine bessere Vernetzung der beiden Gehirnhälften. Körper und Geist profitieren also im Gleichschritt vom Crawling.

Basis Babykrabbeln

Die Grundform des Crawling ist das Babykrabbeln. Diese frühkindlichen elementaren Bewegungsabläufe kennt jeder, eine schwierige Technik muss gar nicht erst erlernt werden. Anfänger legen einfach auf dem häuslichen Teppichboden los: Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand.

  • Die Arme sind ganz leicht gebeugt, die Finger zeigen leicht gespreizt nach vorn.
  • Die Füße liegen mit dem Rücken am Boden auf, die Zehen sind nach hinten weggestreckt.
  • Der Rücken befindet sich weder durchhängend im Hohlkreuz noch nach oben gewölbt im Katzenbuckel.
  • Der Kopf ist nur so weit angehoben, dass das Terrain überblickt werden kann.
  • Der Nacken darf nicht extrem abgeknickt sein.
  • Nun bewegt sich die rechte Hand nach vorn, gleichzeitig zieht das linke Bein nach und umgekehrt.

Bei allerersten Krabbelversuchen laufen diese Bewegungen vielleicht noch zeitverzögert und ungelenk ab. Doch mit etwas mehr Übung werden die Bewegungen geschmeidiger und harmonischer, denn die Koordination klappt besser. Schließlich kann auch das Tempo leicht erhöht werden. Das Krabbeln darf nicht schmerzhaft sein, deshalb sind Knieschoner gerade für den Anfang empfehlenswert. Wer allerdings größere Probleme mit Knie- oder Handgelenken oder Schultern und Nacken hat, sollte vorsichtig sein.

Neue Herausforderungen für Fortgeschrittene

Babykrabbeln ist nur der Anfang. Crawling ist nämlich alles andere als eintönig und langweilig. Zahlreiche Variationen versprechen vielmehr jede Menge Spaß. Einfach mal das Tempo kräftig erhöhen oder die Richtung ändern, also rückwärts oder seitwärts krabbeln. Abwechslung bietet auch das Krabbeln im Unterarmstütz.

Wer auf dem weichen Teppich oder auf der Gymnastikmatte schon ganz flott voran kommt, versucht sich mal am Strand oder auf der grünen Wiese. Ebenso kann man natürlich auch Treppen krabbelnd meistern und zwar im Vorwärts- oder Rückwärtsgang. Wieder neue Anforderungen an die Muskulatur stellt das Krabbeln mit etwas vom Boden abgehobenen Knien. Bei dieser Technik bleiben die Beine leicht angewinkelt. Der Oberkörper und die Arme müssen jetzt deutlich mehr arbeiten. Man kann natürlich auch andersherum krabbeln, also mit den Füßen voran. Diese Art der Fortbewegung wird auch als Spinnengang bezeichnet. Oder man wählt den Liegestütz als Ausgangsposition und bewegt sich mit geradem Rücken auf Händen und Füßen fort.

So richtig in Schwingungen kommt der Rücken, wenn bei jeder Vorwärtsbewegung das rechte Knie den rechten Ellenbogen und das linke Knie den linken Ellenbogen berührt. Das Tempo sollte bei allen Varianten so gewählt werden, dass die Bewegungen gleichmäßig, rhythmisch und harmonisch ablaufen.