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Infrarot – mit Wärme gegen Schmerzen

Gemütliche 40 bis 60 Grad, dazu wohltuendes Infrarotlicht: Ein Besuch in einer Infrarotkabine ist entspannend und fördert die Gesundheit. Wer den heilenden Effekt des wärmenden Lichts platzsparend zu Hause nutzen möchte, nimmt eine herkömmliche Rotlichtlampe.

Wärme verhindert und reduziert Schmerzen, indem sie Muskeln und Gelenke entspannt. Bei der Infrarot-Bestrahlung nutzt man diesen Effekt, erzielt aber eine größere Wirkung als z. B. bei Wärmeanwendungen mit Moor- oder Fangopackungen oder einer Wärmflasche, weil die Strahlung in die Haut eindringt. Je nach Art der Infrarot-Strahlung sind das maximal fünf bis sechs Millimeter. Somit erreicht die kurzwellige Infrarot-Strahlung A (IR-A) die durchbluteten Bereiche der Haut und kann dort die lokale Blutzirkulation steigern. Das langwellige IR-C schafft in der menschlichen Haut weniger als einen Millimeter, der dritte Spektralbereich, IR-B, liegt dazwischen. Die Bestrahlung mit dem roten Licht gilt als unschädlich. Lediglich bei den IR-A-Strahlen ist Vorsicht geboten, wenn man das Gesicht zu dicht vor die Infrarotlampe hält. Die Strahlen können in dem Fall bis zur Netzhaut vordringen und diese schädigen.

Altbekannt seit der Antike: Sonnenlicht-Bestrahlung

Infrarot ist ein natürlicher Teil des Sonnenlichts. Schon in der Antike nutze man ihn, beispielsweise stellte der griechische Naturphilosoph Parmenides um 500 vor Christus fest, dass Wärme viele Erkrankungen heilen kann. Die physikalischen Grundlagen der Wärmestrahlung wurden aber erst viel später entschlüsselt und im gesundheitlichen Bereich gezielt eingesetzt. Heute weiß man, dass IR-Bestrahlung unter anderem bei akuten oder chronischen Muskelschmerzen Linderung verschaffen kann, bei Durchblutungsstörungen, Verstauchungen und Hämatomen fördernd ist sowie bei tiefsitzenden Beschwerden der Lendenwirbelsäule. Aber auch bei der Behandlung von chronischen Entzündungen lassen sich außerhalb eines Schubs in vielen Fällen Erfolge erzielen, zum Beispiel bei chronischer Bronchitis, Sinusitis und rheumatische Erkrankungen. Viele Betroffenen versprechen sich darüber hinaus vom Infrarotlicht eine Besserung bei beispielsweise dermatologischen Erkrankungen oder einer allgemeinen immunologischen Abwehrschwäche.

Praktisch für daheim: die Rotlichtlampe

Für die Anwendung zu Hause ist eine Rotlichtlampe eine praktische Lösung. Das relativ kleine Gerät strahlt verstärkt im IR-A-Bereich, ist überall einsatzbereit und bei Nichtgebrauch praktisch zu verstauen. Einen deutlich größeren Effekt erzielen Infrarotkabinen, die es seit rund 20 Jahren vor allem in Hotels und Fitnesscentern, inzwischen aber auch in vielen Schwimmbädern mit Saunabereich gibt. Die Strahlen sind meistens ein Mix aus unterschiedlichen Wellenlängen. Die Anzahl und Position der Strahler variieren von Kabine zu Kabine. Allen gemeinsam ist eine Raumtemperatur zwischen 40 bis 60 Grad, die somit deutlich unter Saunatemperaturen liegt. Dadurch werden Herz und Kreislauf weniger belastet. Benutzt wird die Wärmekabine genauso wie eine herkömmliche Sauna: Erst duschen, dann ab ins Warme. Zudem sollte man vorher und nachher ausreichend trinken (am besten Wasser) und auf Alkohol verzichten.

Schonend und wohltuend: das Wärmebad

Für die Häufigkeit der Wärmebehandlung existieren im Grunde keine Einschränkungen. Als Faustregel gilt: So oft, wie es gut tut. Wer sich also beispielsweise dreimal die Woche eine Wärmebehandlung gönnen möchte, kann das durchaus machen. Die Verweildauer sollte man ebenfalls vom eigenen Wohlfühl-Empfinden abhängig machen. Bei zwanzig bis dreißig Minuten werden gute Erfolge erzielt, allerdings sollte man nicht versuchen, zwanghaft eine halbe Stunde auszuhalten. Anfänger beginnen mit kürzeren Besuchen in der Infrarotkabine, um sich an die IR-Strahlung und die Wärme zu gewöhnen. Anders als in der herkömmlichen Sauna sind in einer Infrarotkabine nicht mehrere Saunagänge mit zwischenzeitlichen Abkühlungsphasen erforderlich. Auch Erholungszeiten sind normalerweise nicht notwendig, sodass man sein Wärmebad in einem Rutsch erledigen kann.

Sogar fürs eigene Bad: die Infrarotkabine

Da die Infrarotkabine im Vergleich zu einer herkömmlichen Sauna sehr platzsparend ist, eignet sie sich sogar für zu Hause. Eine Kabine für eine Person benötigt beispielsweise nur einen bis eineinhalb Quadratmeter Platz und einen Steckdosenanschluss mit 230 Volt. Auch an den Raum, in dem sie aufgestellt wird, stellt eine Infrarotkabine keine Ansprüche. Prinzipiell kann sie überall platziert werden, weil in der Kabine keine Feuchtigkeit entwickelt wird.

Unser Fazit lautet: Probieren Sie aus, ob Ihnen Wärmebehandlungen mit Infrarot gut tun. Wenn ja, entscheiden Sie, ob eine Infrarotlampe für zu Hause reicht, Sie regelmäßig z. B. im Fitnesscenter eine Infrarotkabine aufsuchen oder sogar in eine solche für daheim investieren. Abzuraten von einer Infrarotbehandlung ist vor allem Menschen mit schweren Herzerkrankungen, akuten Entzündungen, Thrombosen, akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bei Fieber. Falls Sie unsicher sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin vor dem Besuch einer Infrarotkabine um Rat fragen.