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Mit Resilienz gegen Burnout 

So wie der Körper resistent gegen Krankheitserreger sein kann, kann die Seele resilient sein gegenüber negativen und belastenden Erlebnissen.

Resilienz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zurückspringen, abprallen". Wenn Sie jetzt an einen Flummi denken müssen, liegen Sie absolut richtig: der Flummi gewinnt Energie aus dem Aufprall, er zerbricht nicht wie ein rohes Ei.

Bezogen auf das Seelenleben lässt Resilienz uns Schicksalsschläge und Niederlagen leichter verarbeiten – nach dem Aufprall gewinnt die Seele ihre stabile Form zurück und gewinnt dabei sogar neue Energie. Resilienz gibt uns die Kraft und den Mut, selbst unter widrigen Umständen obenauf und Herr über unser Leben zu bleiben.

Es gibt Menschen mit angeborener Resilienz – sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, gehen unbeirrt ihren Weg, kennen weder Stress noch Burnout. Doch man kann Resilienz auch erwerben.

Krisen nicht als unlösbare Probleme ansehen

Krisen können jeden treffen – jederzeit. Manche Krisen wären vielleicht vermeidbar gewesen, doch andere sind es nicht. Resilienz bedeutet in jedem Fall, dass man sich von der Krise nicht in die Knie zwingen lässt, sondern sein Selbstbestimmungsrecht unter allen Umständen wahrt: Sie entscheiden also selbst, wie Sie mit der Krise umgehen – dass Sie mit ihr umgehen und nicht davonzulaufen versuchen, ist sicher.

Die Redensart „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren" gibt ziemlich genau wieder, was Resilienz in der Krise bedeutet: Man kämpft, verliert nicht den Mut. Man weiß, dass es einen Ausweg gibt – und sucht ihn mit aller Kraft. Und wenn man ihn gefunden hat, geht man diesen Weg auch konsequent.

Aber wer Resilienz hat, ist noch lange kein Supermann – es gibt Grenzen und man muss diese Grenzen kennen.

Akzeptanz

Resilienz bedeutet nicht, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Im Gegenteil. Resilienz geht einher mit einer realistischen Einschätzung der eigenen Kräfte und der Realität. Die Realität zu leugnen und sich selbst zu überschätzen, zeugt nicht von Resilienz.

Was unabänderlich ist wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen muss akzeptiert werden. Energie gewinnt man daraus, dass man sich von dem Verlust nicht vereinnahmen, nicht aufsaugen lässt, sondern gezielt nach positiven Dingen sucht, an denen man wachsen kann. Wer einen geliebten Menschen verloren hat, kann sich anderen Menschen zuwenden, die vielleicht gerade jetzt diese Zuwendung brauchen. Wer Krisen auf diese Weise meistert, gewinnt innere Kraft, findet neuen Mut und geht gestärkt aus dem Durchlebten hervor.

Immer das Beste erwarten

Es gibt Menschen, für die kann alles nur böse enden. Sie leben in ständiger Sorge und Angst davor, dass der schlimmste Fall eintreten wird, ja eintreten muss. Diese negative Erwartungshaltung kann viele Gründe haben, auch auf schlechten Erfahrungen basieren. Sie mag manchmal sogar nützlich sein, weil ein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein gewisse Risiken auch minimieren kann.

Auf der anderen Seite führt eine negative Erwartungshaltung oft dazu, dass man nur die negativen Seiten einer Sache wahrnimmt und das Positive regelrecht übersieht. Dieses Positive zu sehen und auf sich zu beziehen ist nicht, wie es scheinen mag, naiv, sondern sorgt dafür, dass das Negative auf Distanz bleibt – indem man sich auf das Positive als das Bestmögliche bezieht, lässt man dem Negativen keinen Raum in sich.

Freunde, Familie, Gemeinschaft

Wer sich allen Problemen allein stellen muss, fühlt sich schnell überfordert – es gibt Probleme, die die Kräfte eines einzelnen Menschen schlichtweg übersteigen. Günstig für den Erwerb von Resilienz ist es daher, nicht allein zu sein, sondern Teil einer Gemeinschaft zu sein, deren Mitglieder einander Halt und Sicherheit geben. Jeder kann das beobachten: Hat man die Möglichkeit, mit einem nahestehenden Menschen über ein scheinbar unlösbares Problem zu sprechen, schrumpft dieses Problem allein durch den Austausch von Mensch zu Mensch zu etwas Alltäglichen, für das man schon eine Lösung finden wird. Solche Gemeinschaft kann durch Freundschaften oder durch die Familie erlebt werden.

Resilienz ist eine Lebenshaltung

Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung kennzeichnen eine resiliente Persönlichkeit. Dabei geht es auch um die Bereitschaft, seine Zukunft zu gestalten, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Wichtig ist es, sich stets einen Freiraum für Entscheidungen zulassen – es gibt immer mehr als nur eine Lösung. Natürlich kann, wer Entscheidungen trifft, auch die falsche Entscheidung treffen. Das aber ist immer noch besser als gar keine Entscheidung zu treffen. Zumal die bewusste Übernahme von Verantwortung dafür sorgen wird, dass nur wenige Fehlentscheidungen getroffen werden.