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Praktisch, schnell und oft gefährlich: E-Roller, Pedelecs und E-Bikes

E-Mobilität liegt im Trend – auch die auf zwei Rädern. Und das ist gut so. Denn E-Roller, Pedelecs und E-Bikes tragen zur Entlastung unserer vom Verkehrskollaps bedrohten Innenstädte bei, verringern die Umweltbelastung und erhöhen in Kombination mit Bus und Bahn die Pendler-Mobilität. Gleichzeitig verbinden sich mit den neuen Verkehrsmitteln jedoch auch neue Gefahren. Wir sprachen mit Martin Lanzrath, dem Vorsitzenden der Radsportgemeinschaft Ford Köln e.V.

Herr Lanzrath, die neuen Zweiräder unterstützen die Mobilität vieler Menschen. Doch die relativ hohe Geschwindigkeit ist sowohl für ihre Nutzer als auch für andere Verkehrsteilnehmer nicht ohne Gefahr. Wie schätzen Sie die Gefahrenlage ein?

Die hohe Geschwindigkeit kann zunächst den Nutzer selbst überfordern. Vor allem, wenn er vielleicht längere Zeit selbst nicht mehr Fahrrad gefahren ist und nun mit doppelter Fahrradgeschwindigkeit durch die Gegend saust. Da sind Koordination und Überblick gefragt. Hinzu kommt, dass man als Fußgänger nicht viel mitbekommt: Nähert sich ein Pedelec oder ein E-Roller von hinten, hört man praktisch gar nichts.

In Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit einerseits und der Unsicherheit der Nutzer andererseits kann das schnell Gefahrensituationen heraufbeschwören. Besonders ältere Verkehrsteilnehmer sind gefährdet, aber in der Fußgängersituation auch jüngere Menschen und vor allem kleine Kinder.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Situation zu verbessern? Im Zusammenhang mit dem E-Roller, der womöglich auch auf Bürgersteigen eingesetzt werden darf, fordern manche gar ein Verbot.

E-Mobilität ist sinnvoll, man sollte sie nicht einschränken, sondern fördern. Aber man sollte gleichzeitig auch dafür sorgen, die aktive wie die passive Sicherheit zu verbessern. Die Sicherheit der Nutzer kann man durch das Tragen von Helmen entscheidend verbessern. Das gilt keinesfalls nur für die älteren Semester, sondern für alle. Außerdem ist für Einsteiger ein Fahrertraining sinnvoll, auch in Kombination mit einer Beratung, welches Fortbewegungsmittel überhaupt sinnvoll ist. Hiervon profitieren dann indirekt auch wieder die Fußgänger. Die Radsportgemeinschaft Ford Köln e.V. hat bereits ein Sicherheitstraining und eine ausführliche Beratung in Zusammenhang mit der Aktion „Job Bike" unter dem Motto „Fit for E-Bike" durchgeführt. Zwei Gruppen à 15 Teilnehmer waren von der Aktion begeistert. Eine weitere Aktion ist bei Interesse für den Herbst dieses Jahr geplant.

Herr Lanzrath, welche Empfehlung hätten Sie für die Leserinnen und Leser der profil?

Die Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer sollte immer mitfahren. In Fußgängerzonen absteigen, langsam fahren an unübersichtlichen Stellen. Und die eigenen Fähigkeiten sollte man nie überschätzen, sondern immer realistisch beurteilen. Das gilt ganz besonders für Neueinsteiger.

Herr Lanzrath, wir danken Ihnen für das Gespräch!