Menü Menü schließen

​​Ak­tu­el­le The­men

Viren füttern, Bakterien aushungern!

Ist das nur eine alte Volksweisheit oder gibt es eine handfeste Begründung dafür, warum Betroffene je nach Art des Infekts lieber essen oder eher fasten sollten? Bei Krankheit fühlt man sich oft schlapp und müde und hat so gar keinen Appetit aufs Essen. Prompt folgt der gut gemeinte Rat, dass man doch was essen müsse, um wieder zu Kräften zu kommen.

Wissenschaftler der Universität Yale allerdings konnten in neuere Forschungen nachweisen, dass energiereiche Nahrung nicht in jedem Krankheitsfall eine bessere Heilung garantiert: Während Viren in Laborversuchen von der Nahrungszufuhr eher profitieren, lassen sich Bakterien besser durch den Entzug von Nahrung eindämmen. Im konkreten Krankheitsfall ist das zwar kein Allheilmittel, jedoch ein wichtiger Anhaltspunkt. Mitentscheidend für den Heilungserfolg sind sicherlich auch Ruhe, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie, bei schweren Verläufen, eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie.

Unterschiedliche Wesen: Bakterien und Viren

Beides sind potenzielle Krankheitserreger, doch sehr unterschiedlicher Natur. Bakterien sind eigenständige Lebewesen: Sie haben eine eigene Zelle mit einem eigenen Stoffwechsel und vermehren sich in der Regel durch Zellteilung. Viele Bakterien können sich auch selbst fortbewegen oder sich an andere Zellen anheften. Bakterien sind klein, jedoch unter einem normalen Lichtmikroskop durchaus zu erkennen. Ganz anders die Viren: Sie sind bis zu hundert mal kleiner als Bakterien, äußerst einfach gebaut und benötigen zum Überleben unbedingt eine Wirtszelle. Durch ihre Vermehrung zerstören sie die Wirtszelle. Eine bakterielle Infektion kann durch ein passendes Antibiotikum bekämpft werden, bei einem Virusinfekt hilft ein solches Medikament nicht. Vielmehr wird das körpereigene Abwehrsystem aktiv, um den viralen Infekt zu stoppen.

Bakterien auf Schmalkost setzen

Bakterien brauchen Nahrung in Form von Zucker für ihr Überleben und ihre Vermehrung. In Laborversuchen wurde ihnen dieser Zucker vorenthalten. In der Folge verschlechterte sich das Wachstum der Bakterien deutlich oder sie starben sogar.

Essen gegen das Virus

Bei Virusinfekten darf man nach Herzenslust essen. Durch energiereiche Nahrung kann man die Zellen in ihrer Abwehrarbeit unterstützen: Zellen, die von Viren befallen sind, produzieren Interferone. Das sind körpereigene Botenstoffe, die die Viren erkennen und abwehren. Diese Interferone haben allerdings mitunter starke Nebenwirkungen, so kann bei einer Virusgrippe auch die Lunge angegriffen sein. Je mehr Nahrung in Form von Glukose, also Zucker, der Zelle zur Verfügung steht, desto geringer ist der Schaden, den diese Interferone anrichten können.