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Wege aus dem Burnout

Viele Wege führen in einen Burnout – doch viele Wege führen auch aus dem Burnout heraus. Sehr wichtig auf dem Weg hinaus ist die Ursachenforschung.

Kennt man die Ursache seines akuten Stressproblems, kann man versuchen, dieses konkrete Problem zu lösen. Dazu ist im ersten Schritt eine nüchterne Bestandsaufnahme notwendig – fehlt einem selbst der Durchblick, kann man vielleicht auf die Hilfe von Freunden oder Kollegen zurückgreifen. Einen solchen Klärungsprozess können Sie aktiv unterstützen, indem Sie einige Rahmenbedingungen in Ihrem Leben ändern.

Bewegung

Körperliche Bewegung ist ein sehr gutes Heilmittel, gerade auch bei Stress und Burnout. Durch Bewegung versorgen wir Knochen, Gelenke und innere Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen, bringen den Stoffwechsel in Schwung und schaffen so die Grundvoraussetzung für körperliches Wohlbefinden. Das wirkt auch auf geistiger Ebene: Wenn wir uns ab und an richtig körperlich verausgaben, merken wir, wie uns unmittelbar danach neue Energie zufließt – Energie, die wir nutzen können, um uns besser für den Alltagsstress zu wappnen.

Bei den meisten Menschen löst körperliche Bewegung seelisches Wohlbefinden aus – bewegt sich der Körper, werden auch Geist und Seele beweglicher und können im wahrsten Wortsinn neue Wege in der Problembewältigung gehen. Unter den Bewegungsformen ist neben Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen vor allem Yoga zu empfehlen. Yoga dient nicht nur dem Aufbau der tieferen Muskulatur und stärkt uns so beispielsweise den Rücken, sondern sorgt durch die geistige Konzentration auf den Wechsel von Ein- und Ausatmen und die jeweilige Haltung auch dafür, dass der Geist wieder frei wird. Yoga tut gut – probieren Sie es aus!

Ebenfalls sinnvoll und wohltuend ist die progressive Muskelrelaxation, bei der man den Wechsel von Anspannung und Entspannung Muskel für Muskel bewusst wahrnimmt.

Ernährungsumstellung

Auch eine Ernährungsumstellung kann hilfreich sein in Zeiten starker seelischer Beanspruchung. Denn durch die Auswahl unserer Nahrung entscheiden wir darüber, ob wir unserem Körper die erforderlichen Nährstoffe zur Verfügung stellen. Viele dieser Nährstoffe sind auch für die Nerven und den Hormonhaushalt wichtig und haben so ganz unmittelbaren Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Die Redensart „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" erweist sich gerade in stressreichen Zeiten als absolut zutreffend. Und noch ein Aspekt ist wichtig: Ist der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen gut versorgt, sinkt das Risiko für Erkrankungen deutlich. Bereits bestehende Erkrankungen können durch eine ausgewogene Ernährung günstig beeinflusst werden. Eine ausgewogene Ernährung setzt sich zusammen aus reichlich frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Milch- und Milchprodukten, Fisch, Eiern und gelegentlich etwas Fleisch. Mit Kräutern und Gewürzen können Sie weitere gesunde Akzente setzen.

Dazu trinken Sie zwei bis drei Liter täglich – möglichst Wasser oder ungesüßten Tee. Obstsäfte und Limonaden bitte wegen des hohen Zuckeranteils nur in Maßen konsumieren.

Achtsamkeitstraining

Ein großes Problem bei Dauerstress und Burnout (und oft sogar ursächlich) ist die mangelhaft ausgeprägte Bereitschaft, auf sich selbst und seine Umgebung zu achten.

Versuchen Sie, genau dies wieder zu lernen – und beginnen Sie, auf körperliche und seelische Symptome zu achten, zu spüren, was Ihnen gut tut, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Sie Ihr Leben ins Gleichgewicht bringen können.

Achten Sie auch auf Signale, die andere Menschen aussenden. Achten Sie auf das, was Sie in der freien Natur antreffen – Vögel, das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Summen der Bienen, den Rhythmus der Wellen am Strand. Achten Sie auch auf Geschmackserlebnisse. Dieses genaue Hinsehen und Hinspüren fasst man unter dem Begriff „Achtsamkeit" zusammen. Achtsames Leben bedeutet: Man macht nichts nur oberflächlich, sondern alles gründlich und mit Bedacht; man lässt sich auf sich selbst und andere Menschen ein, man lässt sich Zeit dafür (und nimmt sich die Zeit auch – Zeitdruck gibt es nicht mehr); man versucht, andere Menschen und sich selbst besser zu verstehen. Achtsamkeit ist wie ein Gegenmittel zum Dauerstress.

Wer achtsam lebt, sperrt den Stress aus seinem Leben aus. Das wird nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Freunde und Kollegen gewöhnungsbedürftig sein. Aber der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt genau hier: Sie sind niemandes Sklave, sondern entscheiden frei, was Sie tun möchten und wie Sie es tun möchten.

Ein weiteres gutes Mittel, die Stressresistenz zu fördern und dem Burnout zu entkommen, ist Resilienz. Wer sie nicht hat, kann sie trainieren und nach und nach erwerben. Wir geben Ihnen einige wichtige Hinweise.