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Wenn Schmerzmittel zum Problem werden

Sie finden sich in Küche, Bad, Schlaf- und Arbeitszimmer, in Handtaschen, Aktentaschen und Rucksäcken, bei Frauen und Männern, bei Älteren, Jüngeren und Jugendlichen: Schmerzmittel sind einfach allgegenwärtig. Etwa 150 Millionen Packungen werden jährlich in Deutschland verkauft, davon sind nur etwa 20 Prozent ärztlich verordnet. Frei verkäufliche und vermeintlich harmlose Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac werden oft bedenkenlos angewendet. Doch „ohne Rezept" ist leider nicht gleichbedeutend mit harmlos: Ein allzu leichtsinniger Gebrauch von Schmerzmitteln belastet Nieren, Leber, Magen, Herz-Kreislaufsystem und kann außerdem die Blutgerinnung beeinträchtigen. Schmerzmittel können schließlich sogar selbst Auslöser von Schmerzen sein und so den Weg in eine Sucht vorbereiten.

Gefährliche Nebenwirkungen

Bei Entzündungen bildet der Körper Prostaglandine, die an die Schmerzrezeptoren der Nervenzellen binden und so über das Gehirn Schmerzen auslösen. Diesen Wirkmechanismus unterbrechen Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol, indem sie die Herstellung von Prostaglandin unterbinden. Paracetamol wirkt aber auch direkt im Gehirn, indem es dort die Weiterleitung des Schmerzreizes zwischen den Nervenzellen blockiert. Der sinnvolle Umgang mit Medikamenten reduziert auf diese Weise unangenehme Schmerzen.

  • Paracetamol wirkt nur schwach bei Schmerzen. Bei Überdosierungen kann es zu schweren Leberschäden kommen. Auch eine Veränderung des Blutbildes und allergische Reaktionen sind nicht ausgeschlossen. Müdigkeit zählt ebenfalls zu den auftretenden Nebenwirkungen.
  • Aspirin ist keineswegs so harmlos wie immer angenommen. Magenblutungen, die Bildung von Darmgeschwüren, Asthma und die Beeinträchtigung der Blutgerinnung sind gefährliche Nebenwirkung bei unkontrollierter Anwendung.
  • Ibuprofen und Diclofenac belasten die Nieren. Auch Magenblutungen und Darmgeschwüre zählen zu den unerwünschten Nebenwirkungen.

Weg in die Sucht

Schmerzen können chronisch werden. Jahrelang greifen Betroffene regelmäßig zu Schmerzmitteln und setzen sich damit bedenkenlos deren gefährlichen Nebenwirkungen aus. Die erste Pille wird mitunter schon vor dem Frühstück eingeworfen. Über den Tag verteilt kommen viele weitere dazu. Die Schwelle zur Sucht ist schnell überschritten. Die Schmerzen bekommen die Betroffenen jedoch trotzdem nicht in den Griff. Hier kann nämlich nur eine wirkungsvolle Schmerztherapie helfen. Betroffene sollten unbedingt ihren Arzt auf die Problematik ansprechen und Hilfe in einem Schmerzzentrum suchen.

Alternative Strategien bei Schmerzen

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder schmerzhafte Muskelverspannungen können Betroffenen ganz schön zu schaffen machen. Auch seelische Probleme führen oftmals zu körperlichen Schmerzen. Die Schmerzpille verspricht schnelle Hilfe. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, den Schmerzen zu Leibe zu rücken. Diese sind allemal einen Versuch wert:

  • Wärmeanwendungen mit Wärmflasche, Wickeln oder Umschlägen steigern die Durchblutung, lockern die Muskulatur und machen das Bindegewebe elastischer
  • Kälteanwendungen mit speziellen Pads oder Kältesprays lindern Schmerzen bei Verstauchungen oder Zerrungen
  • Bei Rückenschmerzen eine Rückenschule besuchen und sich viel bewegen
  • Sanfte Massagen lösen Verspannungen
  • Durch regelmäßiges Üben von Entspannungsverfahren lernen Betroffene, gezielt bestimmte Muskelgruppen zu entspannen und so schmerzhaften Verspannungen vorzubeugen oder diese zu lindern
  • Eine Psychotherapie kann helfen, wenn seelische Ursachen wie Stress und chronische Überlastung die Ursachen von Schmerzen sind