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Ist der Milchersatz Sojadrink gesundheitsgefährdend?

Am pflanzlichen Milchersatz aus Sojabohnen scheiden sich die Geister: Während die einen Soja wegen der angeblichen gesundheitlichen Vorzüge schätzen, stufen die anderen Soja als regelrecht gesundheitsgefährdend ein.
Fest steht, dass das Getränk aus Sojabohnen ein guter Proteinlieferant ist. Umstritten ist allerdings die Wirkung der enthaltenen Isoflavone, die als sogenannte Phytoöstrogene möglicherweise den menschlichen Hormonhaushalt beeinflussen. Auch die Frage, ob Soja vor Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer schützt oder diese eher begünstigt, ist noch nicht abschließend geklärt. Zudem wird Soja meist in riesigen Monokulturen angebaut und ist oft auch gentechnisch verändert, beides keine guten Argumente für noch mehr Soja. Als stark industriell verarbeitetes Produkt sollte der Sojadrink ohnehin nicht täglich konsumiert werden. Soja gehört außerdem zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen und ist für viele Menschen komplett tabu.

Phytoöstrogene und ihre Wirkung

Soja enthält reichlich Isoflavone. Das sind gelbliche Pflanzenfarbstoffe, die zur Gruppe der Phytoöstrogene zählen und dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnlich sind. Im menschlichen Körper entfalten sie eine hormonähnliche Wirkung. Lange Zeit standen diese Substanzen in dem Ruf, vor hormonabhängigen Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs zu schützen. Neuere Untersuchungen können diese Vermutung allerdings nicht bestätigen. Auch deren Wirksamkeit bei Wechseljahrsbeschwerden konnte noch nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Im Gegenteil warnt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich vor der Einnahme isolierter Isoflavone in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Solch hohe Dosierungen werden beim gelegentlichen Verzehr von Soja zwar nicht erreicht. Vorsicht ist dennoch geboten, denn die Wirkung der Isoflavone ist noch nicht abschließend geklärt. Auch die Schilddrüse könnte in ihren Funktionen beeinträchtigt sein. Gelegentlich wird eine hoher Sojakonsum in Zusammenhang gebracht mit einem nachfolgendem Brustwachstum bei Männern oder sogar eine männliche Unfruchtbarkeit.

Kein Milchersatz für Kleinkinder

Aufgrund der Zusammensetzung ist Sojadrink kein vollwertiger Milchersatz für Säuglinge und Kleinkinder. Soja enthält weniger Kalzium als Kuhmilch, weder Vitamin B12 noch Vitamin C – langfristig kann es gerade bei Kindern zu Mangelerscheinungen kommen. Außerdem können Sojaprodukte blähend wirken. Und der hohe Isoflavongehalt kann womöglich die kindliche Entwicklung beeinträchtigen.

Allergenes Potenzial

Sojabohnen enthalten allergene Substanzen, die bei betroffenen Personen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Neurodermitisschübe, Asthma oder sogar einen anaphylaktischen Schock auslösen können. Alle Sojaprodukte sowie Lebensmittel, die Bestandteile von Soja enthalten, müssen strikt gemieden werden. Auch Kreuzallergien können auftreten, vor allem Birkenpollenallergikern kann Soja schwer zu schaffen machen.

Demenz durch Soja?

Ein dauerhaft hoher Sojakonsum greift möglicherweise in den Gehirnstoffwechsel ein und begünstigt so Demenzerkrankungen. Aussagekräftige Studien, die einen Zusammenhang zwischen Sojakonsum und einer eingeschränkten oder abnehmenden Hirnleistung belegen oder gar die genauen Gründe für eine derartige krankhafte Gehirnalterung nennen, gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Problematischer Anbau von Soja

Hauptanbaugebiete für Soja sind Nord- und Südamerika. Meist sind die von dort stammenden Importe gentechnisch verändert und wachsen in gigantischen Monokulturen. Auch muss immer mehr Regenwald für den Anbau von Soja weichen. Wer auf Soja setzt, sollte nach Produkten aus europäischem oder gar deutschem Anbau Ausschau halten. Die Bohne bevorzugt ein feuchtwarmes Klima und gedeiht in einigen Regionen in Bayern und Baden-Württemberg.