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Wis­sens­wer­tes

Schlau laufen

Der positive Effekt körperlicher Aktivität in Hinblick auf Herz-/Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Typ-2-Diabetes ist bekannt. Doch regelmäßige Bewegung kann noch mehr für Sie tun: Ihre Muskeln produzieren unter Beanspruchung verschiedene Botenstoffe, die direkt die Neubildung von Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen aktivieren. Mit Bewegung arbeiten wir also dem natürlichen Alterungsprozess unseres Gehirns entgegen!

Dem Altern davonlaufen?

Der menschliche Körper unterliegt natürlichen Alterungsprozessen. Das Gehirn ist davon nicht ausgenommen. Von Natur aus regeneriert es sich kaum, verloren gegangene Zellen werden nicht ohne Weiteres ersetzt. Untersuchungen zufolge schrumpft das Gehirn ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich. Der Hippocampus, also eines der wenigen Areale im Gehirn, in dem lebenslang neue Nervenzellen gebildet werden können, verliert jährlich ein bis zwei Prozent an Masse: Die Zahl der Zellen nimmt folglich ab, Zellfortsätze, die für die Signalübertragung zuständig sind, bilden sich zurück. Der geistige Verfall ist dennoch nicht unausweichlich.

Bewegung bringt das Gehirn auf Trab

Schon ein kurzer Spaziergang in frischer klarer Luft setzt neue geistige Kräfte frei. Das kennen die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. Neueren Forschungen von Molekularbiologen, Neurowissenschaftlern und Sportwissenschaftlern zufolge lässt sich der Einfluss von Bewegung auf das Gehirn anhand bestimmter biochemischer Veränderungen sogar messen. In den Muskelzellen werden unter Belastung Proteine und Wachstumsfaktoren gebildet, die über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort die Bildung neuer Nervenzellen anregen. Evolutionsmediziner gehen davon aus, dass die stete Bewegung unserer Vorfahren, die durchaus ihre 15 oder 20 Kilometer pro Tag zurücklegten, überhaupt erst das große Wachstum des menschlichen Gehirns und die vielfältigen Denkprozesse ermöglicht hat.

Und so wirkt Bewegung auf das Gehirn

  • Muskelzellen geben eine „Ausdauerfaktor" genannte Substanz in die Blutbahn ab. Sie verbessert nicht nur die allgemeine Fitness, sondern regt den Hippocampus zur Bildung neuer Nervenzellen an. Die Gedächtnisleistung wird so verbessert.
  • Ein Protein namens PGC-1a1 bilden die Muskeln nach längerer Trainingszeit: Es wirkt im Gehirn stressabbauend und kann möglicherweise vor Depressionen und Burn-out schützen.
  • Bewegung aktiviert die Bildung neuer Blutgefäße im Gehirn.
  • Studien zufolge finden sich bei körperlich aktiven Menschen deutlich weniger schädliche Plaques, also Eiweißablagerungen, im Gehirn.
  • Verschiedene Botenstoffe, die bei sportlicher Betätigung vermehrt ausgeschüttet werden, hellen die Stimmung auf.
  • Bewegung beansprucht das Gehirn und verschafft ihm so eine erholsame Denkpause. Anschließend ist die geistige Leistungsfähigkeit erhöht.
  • Der Wachstumsfaktor BDNF, der bei Bewegung vermehrt gebildet wird, schützt die Nervenzellen im Gehirn und deren Verbindungen untereinander. Lern- und Gedächtnisleistung werden so verbessert.

Für mehr Bewegung ist es nie zu spät!

Mindestens 10.000 Schritte täglich lautet die Empfehlung. Das Gehirnvolumen kann in jedem Alter durch Bewegung noch leicht zunehmen mit einer Verbesserung der Lern- und Gedächtnisleistung als Folge.