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Gut zu wissen

​Tattoos - Das geht unter die Haut

Vater mit Tattoo

Tattoos sind angesagt: Fielen vor einigen Jahren noch hauptsächlich Sportler und Musiker durch großflächige Tätowierungen auf, sind mittels Nadel und Farbe in die Haut eingebrachte Bilder längst in allen Bevölkerungsschichten verbreitet. Die Bandbreite der Bilder reicht von klassischen, seemännisch geprägten Anker- und Nixenmotiven über das Logo des Lieblingsvereins bis zu Fantasyfiguren und künstlichen Sommersprossen und kann sich im Extremfall über den ganzen Körper erstrecken. Ursprünglich als Stammesabzeichen bei Naturvölkern in Gebrauch, sind Tattoos heute in erster Linie ein Modetrend. Und damit deutet sich auch schon ein Problem an: Was, wenn die Tattoos nicht mehr gefallen?

Warum Tattoos?

Tattoos haben eine Jahrtausende alte Tradition – schon Ötzi, die Eismumie aus den Alpen, trug 61 Tätowierungen auf der Haut. Ursprünglich markierten Tattoos die Zugehörigkeit zu einem Stamm oder hatten religiöse Bedeutung. Wer sich heute ein Tattoo stechen lässt, hat meist andere Gründe: Man möchte den eigenen Körper gestalten, eine Erinnerung an eine Person oder ein schönes Ereignis sichtbar machen, erotische oder kulturelle Vorlieben zum Ausdruck bringen oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe für jedermann sichtbar bekennen. Gute Gründe gibt es ebenso viele wie Gestaltungsmöglichkeiten. Doch eins bleibt immer gleich: Die Farbe muss mit einer Nadel unter die Haut gebracht werden. Und das ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, die man vorher kennen sollte.

Tattoo stechen

Nadel und Frabe gesundheitlich betrachtet

Beim Stechen des Tattoos mit der Tätowiernadel entstehen zahlreiche kleine Wunden, die wie jede Wunde ein Risiko für Infektionen mit Pilzen, Viren oder Bakterien darstellen. Ferner können Tattoofarben gesundheitsschädliche Substanzen enthalten oder Allergien auslösen und sogar das Entstehen von Krebs begünstigen. Allergiker und Schwangere sollten deshalb möglichst auf ein frisches Tattoo verzichten auch Henna, oft als unbedenkliche Farbalternative empfohlen, kann Allergien auslösen.

Das gilt insbesondere dann, wenn – wie in südlichen Urlaubsländern oft praktiziert – schwarzes Haarfärbemittel zur Intensivierung der Farbe beigemischt wird.

Her damit – das sollte ich beachten:

  • Entscheiden Sie sich nicht spontan für ein Tattoo, sondern wägen Sie sorgsam ab.
  • Achten Sie auf gute Hygiene beim Tätowierer: Tätowierraum und Verkaufsraum sind getrennt, benötigte Utensilien sind steril in Plastik verpackt.
  • Wählen Sie ein Studio, das von sich aus über eventuelle Risiken informiert und Hinweise zur Pflege des Tattoos gibt.
  • Auch das ist zu bedenken: Sichtbare Tattoos sind bei manchen Arbeitgebern nicht gern gesehen.

Weg damit – das muss ich wissen:

  • Ein einmal gestochenes Tattoo lässt sich nicht ohne Weiteres wieder entfernen; die hierzu nötige Laserbehandlung sollte man nur von einem entsprechend ausgebildeten Hautarzt durchführen lassen.
  • Beim Lasern werden die Farbpigmente zerstört, durch Blutbahnen und Lymphe abtransportiert und über Niere oder Darm ausgeschieden – die Organe werden entsprechend belastet.
  • Das Lasern kann schmerzhaft sein, Stechnarben können sichtbar werden.
  • Selbst die Entfernung eines kleinen Tattoos kann über 1.000 Euro kosten und erfordert mehrere Sitzungen; eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen

Schon gewusst?

Der Sportmediziner Prof. Dr. Ingo Froböse sieht Tätowierungen im Leistungssport sehr kritisch, weil sie zu Leistungsminderung von 3 bis 5 % führen können: Farbstoffe gelangen in die Blutbahn und beeinträchtigen zusätzlich zu anderen Nebenwirkungen die Fähigkeit zu schwitzen und die Regulation der Körpertemperatur.

Tätowieren gilt als mutwillige Körperverletzung, wenn der Betroffene nicht seine Einwilligung erklärt hat. Es gibt hier keine klare Altersgrenze, die geistige Reife ist entscheidend. Auch dies ist zu bedenken: Gerade bei Jugendlichen verändert sich der Körper noch und mit ihm das Tattoo. Viele Studios tätowieren deshalb keine Minderjährigen.