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Familie

Wachstumsschmerzen - Was tun?

Wachsen tut nicht weh? Irrtum. Einige Kinder klagen sehr wohl über diffuse und plötzlich auftretende Schmerzen in den Beinen. Wenn sich keine andere Ursache finden lässt, dann ist das nächtliche Wachstum der Grund.

Zur Bettgehzeit klagt das Kind plötzlich über Schmerzen im Bein. An welcher Stelle genau lässt sich nicht bestimmen: „Irgendwo am Knie, vielleicht auch darunter oder darüber", lautet die vage Aussage. Zu sehen oder zu fühlen ist nichts, da das Bein weder rot noch warm ist. Auch kann sich das Kind nicht erinnern, ob es tagsüber einen Vorfall gegeben hat, der die Schmerzen ausgelöst hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es den auch nicht. Denn wenn abends oder nachts wie aus heiterem Himmel das Bein schmerzt, den einen Tag das linke, eine Woche später das rechte, dann sind meistens Wachstumsschmerzen die Ursache. Obwohl jedes Kind wächst – ein Grundschüler rund fünf Zentimeter im Jahr – hat längst nicht jedes Schmerzen dabei. Warum es das eine Kind trifft, das andere aber nicht und der Schmerz nur sporadisch auftritt, wissen die Ärzte nicht. Durch Laborwerte oder bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) lassen sich die Schmerzen beim Wachsen nämlich nicht aufspüren. Das führt manchmal dazu, dass Eltern die Beschwerden ihres Nachwuchses nicht ernst nehmen oder als Ausrede des Kindes auffassen, noch nicht ins Bett zu müssen.

Was hilft: Wärme und Massagen

Was am besten gegen den diffusen Schmerz hilft, ist Zuspruch. Ein In-den-Arm-nehmen, vielleicht noch eine Gutenachtgeschichte mehr als sonst vorlesen und – wenn es sehr schlimm ist – das Bein mit sanften, kreisenden Bewegungen zu massieren. Wer nichts zur Hand hat, nimmt ein wenig Körperlotion, ansonsten eignen sich Massageöl, Lavendelöl oder Arnikasalbe. Manchmal ist darüber hinaus eine Wärmflasche wohltuend, andere Kinder sprechen wiederum besser auf ein Kühlpad an. Probieren Sie aus, was bei Ihrem Nachwuchs am besten funktioniert. Falls das Kind überhaupt nicht zur Ruhe kommt, ist ausnahmsweise ein kindgerechtes Schmerzmittel in der an Alter und Gewicht angepassten Dosierung erlaubt.

Besonders oft trifft es Kinder im Vorschul- und Grundschulalter

Als Ursache vermuten Ärzte Wachstumshormone, die zur Nacht ausgeschüttet werden. Sie führen zu einer Wachstumsbeschleunigung, was wiederum eine Art Spannungsschmerz an der Knochenhaut verursacht. Deshalb ist für den Wachstumsschmerz typisch, dass er zur Schlafenszeit oder mitten in der Nacht auftritt. Morgens sind die Beschwerden wie weggeblasen – und es kann Wochen oder Monate dauern, bis die Schmerzen wiederkommen. Außerdem charakterisiert sich der Wachstumsschmerz dadurch, dass das Kind das Bein tagsüber uneingeschränkt belasten kann. Die meisten vom Wachstumsschmerz betroffenen Kinder sind im Vorschul- oder Grundschulalter, einige aber auch erst zwei oder drei Jahre alt. Da ist es besonders schwer festzustellen, wo und warum dem Kind etwas weh tut. Falls die Schmerzen immer öfter auftreten und an Intensität zunehmen, kann eine andere Ursache dahinter stecken. Um die aufzuspüren, kann ein Schmerztagebuch hilfreich sein. Hier wird verzeichnet, an welchen Tagen, wie lange, welches Bein an welcher Stelle geschmerzt hat. Vielleicht lässt sich sogar ein Zusammenhang mit z. B. dem Kinderturnen oder langes Sitzen am Schreibtisch herstellen. Außerdem sollte ein Arzt aufgesucht werden, falls die Schmerzen länger als fünf Tage andauern oder Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Blässe oder Fieberschübe hinzu kommen.