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Vegane Ernährung

Mogelpackungen: Wo überall Tier drin sein kann, ohne dass Tier drauf steht

Wer hätte das gedacht? Wild in Kartoffelchips, Schwein in Fruchtsäften und Brot und Fisch im Wein! Wie kommt das denn? Da der Begriff „vegan" lebensmittelrechtlich nicht definiert oder geschützt ist, garantiert auch der Aufdruck „vegan" auf dem Etikett kein wirklich tierfreies Produkt. Deswegen bleibt es für Veganer beim Einkaufen unerlässlich, Zutatenlisten und Kleingedrucktes sorgfältig zu studieren. Denn nur so kann mancher unerwartete Zusatzstoff entdeckt werden. Auf Nummer Sicher gehen Sie also tatsächlich nur, wenn Sie Grundzutaten statt Fertig- und Halbfertigprodukte kaufen und möglichst alle Mahlzeiten selbst zubereiten.

Gesetzeslücken für Tiere

Doch in welcher Form kommen tierische Zusätze in Lebensmittel wie Wein oder Saft vor? Schweine- oder Fisch-Gelatine wird zum Beispiel als Trägerstoff für Aromen, Farbstoffe und Vitamine in Fruchtsäften oder Kartoffelchips eingesetzt – und das, ohne kennzeichnungspflichtig zu sein. Gelatine wird außerdem als Hilfsmittel eingesetzt, um Trübstoffe aus Fruchtsäften zu filtern. Bei der Schönung von Wein kommen Hühnereiweiß, Kasein und Fischblase zum Einsatz.

Auszüge aus Schweineborsten und Federn werden in Großbäckereien als Mehlbehandlungsmittel verwendet, damit der Teig leichter verarbeitet werden kann. Auch das Phänomen der Kreuzkontamination ist nicht eindeutig gekennzeichnet: Ein Schokoladenaufstrich darf z. B. den Etikett-Aufdruck „vegan" tragen, auch wenn im Betrieb mit den gleichen Maschinen Produkte mit Milchbestandteilen hergestellt werden. Immerhin deuten im besten Fall Allergikerhinweise auf mögliche Spuren von Milch.

Selbermachen heißt die Zauberformel

Beim Weinkauf sollten Sie auf solche Produkte zugreifen, die als „vegan" gekennzeichnet sind – denn hier können Sie mittlerweile sicher gehen, dass die Kennzeichnung korrekt ist. Ansonsten gilt:

Brot mit frisch gemahlenem Vollkornmehl aus dem Naturkostladen selbst backen.

Orangen frisch pressen statt fertig abgefüllte Säfte kaufen.

Kartoffelchips selbst herstellen oder eine Alternative aus Möhren, Roter Beete oder Pastinaken zubereiten.

Immer mit frischen Zutaten – am besten aus dem Bio-Supermarkt – kochen.

Verzichten Sie auf Produkte, die mit Vitaminen, Aromen und Farbstoffen angereichert wurden.