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Arbeitssicherheit: Auch bei Aushilfen ein Thema

Allein im Jahr 2014 haben sich – nach Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) – rund 126.000 Arbeitsunfälle ereignet, an denen Hilfskräfte beteiligt waren. Ein wesentliches Instrument, um dem vorzubeugen, sind Unterweisungen zur Arbeitssicherheit. Jedoch werden diese gerade bei Aushilfen, die kurzfristig einspringen oder nur befristet bzw. in Teilzeit arbeiten, oft vernachlässigt oder vergessen.

Nachstehend erhalten Sie einen Überblick, was Unternehmen im Zusammenhang mit den Unterweisungen zur Arbeitssicherheit wissen und beachten sollten. So sind Sie auf der sicheren Seite und tragen dazu bei, Gesundheitsgefahren und Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Wann sind Unterweisungen zur Arbeitssicherheit durchzuführen?

Wenn Sie Aushilfen neu einstellen, muss die Unterweisung vor der Aufnahme der Tätigkeit im Unternehmen durchgeführt werden. Oft springen Aushilfen auch dort ein, wo eine Arbeitskraft fehlt und es hierdurch zu einem Engpass kommt. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass zusätzliche Unterweisungen auch dann erfolgen müssen, wenn die Aushilfe ihre Tätigkeit innerhalb des Unternehmens wechselt. Die Unterweisung ist in diesen Fällen ebenfalls vor der Aufnahme der neuen Arbeit durchzuführen. Darüber hinaus sind mindestens einmal jährlich Auffrischungen zum Thema Arbeitssicherheit erforderlich.

Welche Inhalte haben die Unterweisungen zur Arbeitssicherheit?

Unterweisungen informieren über die Verhältnisse am Arbeitsplatz und über die Anforderungen an das individuelle Verhalten bei der Arbeit. Die konkreten Inhalte der Unterweisungen sollten an der jeweiligen Tätigkeit der Aushilfe, die betrieblichen Gegebenheiten und die betrieblichen Besonderheiten ausgerichtet sein. Inhalte können hierbei sein:

  • Informationen über vorhandene Betriebs- und Arbeitsanweisungen sowie gesetzliche Vorschriften,
  • Informationen über den Umgang mit betrieblichen Maschinen, Anlagen, Arbeitsmitteln,
  • Informationen über Gefahrstoffe,
  • Informationen zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch körperliche und psychische Belastungen,
  • Informationen zum Lärmschutz und Hautschutz,
  • Hinweise zum Tragen von persönlichen Schutzausrüstungen,
  • Hinweise zum Verhalten bei Unfällen, in Brandfällen und zu vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen,
  • Erläuterungen zur Ersten Hilfe (Hinweise zu Einrichtungen und der Organisation),
  • Hinweise zum Thema Suchtmittel am Arbeitsplatz.

Die Unterweisungen können Sie in Form von Schulungsmaßnahmen mündlich durchführen.

Müssen die Unterweisungen zur Arbeitssicherheit dokumentiert werden?

In Ihrem eigenen Interesse sollten die durchgeführten Unterweisungen dokumentiert werden. So behalten Sie den Überblick darüber, ob die von Ihnen eingesetzten Hilfskräfte fachlich korrekt, sicher und gesund arbeiten. Kommt es zu einem Unfall, dient die Dokumentation zudem als Nachweis, dass eine Unterweisung zur Arbeitssicherheit ordnungsgemäß erfolgt ist und Sie alles richtig gemacht haben.

Schriftlich festhalten sollten Sie die konkreten Inhalte und die Dauer der Unterweisung, das Datum der Durchführung und die Namen der Teilnehmer. Zudem sollten Ihre Beschäftigten die Teilnahme per Unterschrift bestätigen. Wie lange die Nachweise aufbewahrt werden müssen, ist abhängig von den Regelungen, die für jeweilige Branche maßgebend sind.

Arbeitsschutzausschuss ab 20 Mitarbeiter

Wichtig: Bereits seit 1973 ist – ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern – die Einrichtung eines Arbeitsschutzausschusses (ASA) gesetzlich vorgeschrieben (§ 11 Arbeitssicherheitsgesetz – kurz: ASiG). Dieser Ausschuss setzt sich zusammen aus dem Arbeitgeber oder einem von ihm Beauftragten, zwei vom Betriebsrat bestimmten Betriebsratsmitgliedern, den Betriebsärzten, den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten. Der Arbeitsschutzausschuss hat die Aufgabe, Fragen des Arbeitsschutzes im Betrieb zu beraten und tritt mindestens einmal vierteljährlich zusammen.

Für Betriebe, bei denen kein Betriebsrat, keine Fachkraft für Arbeitssicherheit und kein Betriebsarzt vorhanden sind, sollte die Aufsichtsperson mit dem Unternehmer besprechen, wie das Thema Arbeitsschutz unter Einbindung des Sicherheitsbeauftragten in vorhandene Betriebsgremien integriert werden kann.

Fragen?

Weiterführende Informationen zum Thema Unterweisungen zur Arbeitssicherheit erhalten Sie bei der für Ihre Branche zuständigen Berufsgenossenschaft. Entsprechende Kontaktdaten finden Sie auf der Homepage der DGUV.