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Auf einen Blick - Quartal 2 2018

Steuererklärung: Belegvorlagepflicht entfallen

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens wurde ab dem Veranlagungszeitraum 2017 die bislang geltende Belegvorlagepflicht bis auf wenige Ausnahmen in eine Belegvorhaltepflicht geändert. Über die Details informiert das Finanzministerium NRW in einer Pressemitteilung.

Steuerzahler müssen mit der Steuererklärung des Jahres 2017 dem Finanzamt grundsätzlich nur noch dann Belege vorlegen, wenn das Finanzamt sie dazu auffordert. Gemeint sind hiermit Belege, die bisher zwingend im Original vorgelegt werden mussten (Spendenbescheinigung, Kapitalertragsteuerbescheinigung, Nachweis über den Grad der Behinderung), und auch sonstige einzureichende Unterlagen, Aufstellungen und Erläuterungen, die für das Besteuerungsverfahren von Bedeutung sind, für die es aber keine gesetzliche Vorlagepflicht gab.

Aufbewahrungsfristen

Für die meisten Steuerbürger gilt, dass sie Belege grundsätzlich bis zum Ablauf der Einspruchsfrist (endet einen Monat nach Erhalt des Steuerbescheids) und nach Einlegung eines Einspruchs oder einer Klage bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens aufbewahren sollten. Belege, die für mehrere Jahre von Bedeutung sind (zum Beispiel ärztliche Atteste), sollten entsprechend länger aufbewahrt werden. Steht der Steuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung oder wurde vorläufig erteilt, sollten die Belege ebenfalls aufbewahrt werden. Entsprechende Angaben hierzu finden sich in den Erläuterungstexten am Ende des Steuerbescheids.

Eine besondere Regelung gilt für die so genannten Zuwendungsnachweise, also Bescheinigungen für Spenden und Mitgliedsbeiträge an als gemeinnützig anerkannte Vereine und Einrichtungen. Diese müssen bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids aufbewahrt werden, wenn sie nicht zuvor vom Finanzamt angefordert wurden.

Darüber hinaus müssen Privatpersonen weitere Belege aufbewahren. So sind Rechnungen für Leistungen, die im Zusammenhang mit einem Grundstück stehen, für die Dauer von zwei Jahren aufzubewahren. Das können beispielsweise Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen sein. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist.

Gewerbetreibende, Freiberufler und Landwirte

Für gewerblich, selbstständig oder land- und forstwirtschaftlich tätige Steuerpflichtige haben sich keine Änderungen ergeben. Diese haben – wie auch bisher – die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) zu beachten. Für diese Berufsgruppen gelten daher besondere Aufbewahrungsfristen, die bis zu zehn Jahre betragen. So müssen beispielsweise Buchungsbelege für die Steuererklärung 2017 in der Regel bis zum 31.12.2027 aufbewahrt werden.

31.05.2018: Abgabefrist für die Steuererklärung

Steuerzahler sollten sich Donnerstag, den 31.05.2018 im Kalenderjahr dick ankreuzen. Denn bis zu diesem Datum müssen die Steuererklärungen für das Jahr 2017 beim Finanzamt eingehen. Hierüber informiert der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.

Zwar hat der Gesetzgeber die Abgabefristen mit dem Steuermodernisierungsgesetz um zwei Monate verlängert, die Regelung gilt aber noch nicht für die Steuererklärung 2017. Erst für die Steuererklärung 2018, die im Jahr 2019 abgegeben wird, gibt es zwei Monate länger Zeit. In Bundesländern, in denen der 31. Mai 2018 auf einen Feiertag fällt (Fronleichnam), muss die Erklärung spätestens am 01.06.2018 beim Finanzamt sein. Bereits in diesem Jahr etwas mehr Zeit haben eventuell Steuerzahler, die ihre Steuererklärung elektronisch abgeben: Einige Bundesländer erlauben ihren Bürgern in diesen Fällen nämlich, die Erklärung etwas später abzugeben. Informationen dazu werden von den einzelnen Bundesländern gesondert veröffentlicht, so der Bund der Steuerzahler.

Wird die Erklärung mit Unterstützung von einem Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein oder Rechtsanwalt angefertigt, verlängert sich die Abgabefrist für die Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung auf den 31.12.2018.

AAG-Verfahren: Neue Hinweise veröffentlicht

Der GKV-Spitzenverband hat neue Grundsätzliche Hinweise zum Ausgleichsverfahren bei Arbeitsunfähigkeit (U1-Verfahren) und für Mutterschaftsleistungen (U2-Verfahren) veröffentlicht. Sie haben das bisherige Gemeinsame Rundschreiben zum Aufwendungsausgleichgesetz abgelöst und gelten bereits seit Jahresbeginn.

Zum Hintergrund: Nach den Regelungen des Aufwendungsausgleichsgesetzes (AAG) erstatten die Krankenkassen den Arbeitgebern, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen, grundsätzlich 80 v.H. des fortgezahlten Arbeitsentgelts sowie darauf entfallende Arbeitgeberbeitragsanteile (U1-Verfahren) sowie – unabhängig von der Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer – den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld und das bei Beschäftigungsverboten gezahlte Arbeitsentgelt (U2-Verfahren). Zur Finanzierung der Erstattungsleistungen sowie der erforderlichen Verwaltungskosten führen die beteiligten Arbeitgeber Umlagen an die Krankenkassen ab.