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Auf einen Blick - Quartal 4 2017

Digitale LohnSchnittstelle: Ab 2018 verbindlich

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens hatte der Gesetzgeber bereits im vergangenen Jahr die Einführung einer Schnittstelle zum elektronischen Lohnkonto (Digitale Lohn-Schnittstelle – DLS) verbindlich festgeschrieben. Anzuwenden ist diese neue Schnittstelle ab dem kommenden Jahr.

Bereits seit einigen Jahren gibt es einen amtlichen Standarddatensatz für die elektronische Bereitstellung lohnsteuerlicher Daten bei finanzbehördlichen Außenprüfungen. Da allerdings ein flächendeckender Einsatz auf freiwilliger Basis nicht umgesetzt werden konnte, hat der Gesetzgeber die Einführung einer einheitlichen digitalen Schnittstelle zum elektronischen Lohnkonto nun verbindlich festgeschrieben. Im Zuge dessen müssen Arbeitgeber der Finanzbehörde die aufzuzeichnenden lohnsteuer-relevanten Daten ab 2018 über diese Schnittstelle elektronisch bereitstellen – unabhängig vom eingesetzten Lohnabrechnungsprogramm. Ausnahme: Zur Vermeidung „unbilliger" Härten können in be-gründeten Fällen die lohnsteuerlichen Daten auch in einer anderen auswertbaren Form bereitgestellt werden.

Die jeweils aktuelle Version der DLS mit weitergehenden Informationen steht auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern www.bzst.bund.de zum Download bereit. Umgesetzt wird die DLS durch die Softwarehersteller. Darüber hinausgehende Maßnahmen durch den Arbeitgeber sind im Regelfall nicht erforderlich.

Krankenversicherung der Rentner: Zugang erleichtert

In der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) konnten bislang nur Rentnerinnen und Rentner Pflichtmitglied werden, die 9/10 der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert gewesen sind. Vor allem Frauen von Beamten hatten während ihrer Kindererziehungszeit nicht die Möglichkeit der kostengünstigen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung – oftmals fehlen ihnen Versicherungsjahre bei der Berechnung der 9/10-Regelung und damit der Einstufung als Pflichtmitglied in der KVdR.

Mit einer Anfang August 2017 in Kraft getretenen Neuregelung wurde nun für viele Eltern Abhilfe ge-schaffen. So werden nun – unabhängig von der Krankenversicherung des Ehe- oder Lebenspartners – jeweils drei Jahre pro Kind als Vorversicherungszeit für die KVdR angerechnet. Weil es sich hierbei um eine Pauschalregelung handelt, ist es unerheblich, wann die Kinder geboren und erzogen worden sind. Die Erziehungszeit kann immer auf die zweite Hälfte des Erwerbslebens, und damit zur Erfüllung der 9/10-Regelung, angerechnet werden. Hiervon profitieren beide Elternteile gleichermaßen, da die Anrechnungszeiten von drei Jahren für jedes Kind nicht nur einem Elternteil, sondern jedem Elternteil zugeordnet werden. Unerheblich ist dabei, ob das Kind tatsächlich, und falls ja, in welchem zeitlichen Umfang vom jeweiligen Elternteil betreut beziehungsweise erzogen worden ist.