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Wis­sen für Pro­fis

​Zahlen, Daten, Fakten - Quartal 2 2019

Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer

Die Arbeitslosenversicherung steht auch Selbstständigen offen, wenn sie vor der Gründung sozialver-sicherungspflichtig beschäftigt oder Arbeitslosengeld-Bezieher waren. Allerdings nutzen relativ wenige Selbstständige die Möglichkeit, sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Anders als bei der Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte hängt bei Selbstständigen die Höhe der Beitragszahlungen nicht vom Verdienst ab: Versicherte in Ostdeutschland zahlen pauschal rund 80 Euro im Monat, Versicherte in Westdeutschland gut 90 Euro. Das mögliche Arbeitslosengeld nimmt bei Selbstständigen mit dem früheren Lohn und dem Bildungsabschluss zu. Bei Arbeitslosen, die in den letzten zwei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens 150 Tage Arbeitsentgelt aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung erzielt haben, berechnet sich das Arbeitslosengeld anhand des früheren Arbeitseinkommens. Andernfalls wird ein fiktives Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, das sich anhand von vier Qualifikationsstufen unterscheidet. Das monatliche Arbeitslosengeld liegt dann für zuvor Selbstständige ohne Kinder in der Steuerklasse III zwischen rund 850 Euro bei Personen ohne Berufsausbildung und rund 1.500 Euro bei Personen mit Hochschulabschluss.

Feierabend: Nicht zurückziehen, sondern rausgehen

Der Arbeitsalltag hält viele Herausforderungen bereit: sei es, sich im Großraumbüro zu konzentrieren, schwierige Aufgaben zu bewältigen oder stets freundlich im Umgang mit Kunden zu sein. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund zeigt, dass sich ein solch anstrengender Arbeitstag direkt auf das Wohlbefinden in der Freizeit am Abend auswirkt. Aus Erschöpfung bleiben jedoch häufig Aktivitäten aus, die der Erholung dienen. Studienau-torin Lilian Gombert erklärt, warum das ungünstig ist: „Wenn man am Feierabend einem Hobby nach-geht, Sport treibt oder Freunde trifft, rückt das bei der Arbeit Erlebte in den Hintergrund. Das schafft nach einem anstrengenden Arbeitstag die benötigten Freiräume für Erholung." Den Umfrageergebnis-sen zufolge bearbeiten 68 Prozent aller Angestellten während ihres Arbeitstages Anfragen von Kun-den, und 31 Prozent müssen regelmäßig ihre Emotionen unterdrücken. Viele Arbeitnehmer hoffen, sich im Urlaub endlich von diesen Anstrengungen erholen zu können. Die Studie deutet jedoch darauf hin, dass es besser ist, die Erschöpfung nach Feierabend kurzfristig durch bewusstes Abschalten und Erholung auszugleichen.

Vier von zehn Unternehmen setzen auf Homeoffice

Vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) geben ihren Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der klas-sischen Büroräume zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 800 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach setzt sich ortsunabhängiges Arbeiten in immer mehr Unternehmen durch. 2016 erlaubte knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Homeoffice, 2014 erst jedes fünfte (20 Prozent). Den Erwartungen zufolge wird sich dieser Trend fortsetzen. 46 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 50 Prozent erwarten einen konstant bleibenden Anteil.

Bei vielen Arbeitgebern ist Homeoffice genau geregelt. Drei von vier Unternehmen (74 Prozent), deren Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, haben bestimmte Tage festgelegt, an denen kein Homeoffice erlaubt ist, damit alle Mitarbeiter für gemeinsame Termine zur Verfügung stehen. Sechs von zehn (61 Prozent) machen die Anwesenheit im Büro zur Regel und Homeoffice eher zur Ausnahme, etwa an nur einem Tag in der Woche. In knapp jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) muss Homeoffice jeweils im Einzelfall vom Vorgesetzten genehmigt werden.

Herzinfarkt auf Reisen: Symptome ernst nehmen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei reisenden Menschen. Deshalb fordert der japanische Kardiologe Dr. Ryota Nishio die Betroffenen dazu auf, Herzinfarkt-Symptome auf Reisen nicht zu ignorieren und Notrufnummern bereitzuhalten. Hierüber informiert eine Pressemit-teilung von aponet.de – das offizielle Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen.

„Wenn Sie auf Reisen sind und Warnzeichen wie Schmerzen in der Brust, an Hals, Nacken, Rücken, Bauch oder Schultern erleben, die länger als 15 Minuten dauern, rufen Sie unverzüglich den Notruf", empfiehlt der japanische Kardiologe Dr. Ryota Nishio während eines Vortrags auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Malaga, Spanien.

Nishio praktiziert in der Abteilung für Kardiologie am Juntendo University Shizuoka Hospital, das sich in der Nähe des beliebten Touristenziels Mount Fuji auf der Izu-Halbinsel in Japan befindet. Eine Un-tersuchung unter 2.564 Bewohnern und Reisenden ergab, dass 192 Patienten (7,5 Prozent) während ihrer Reise einen Herzinfarkt erlitten. Reisende waren im Vergleich zu einheimischen Patienten jünger und erlitten häufiger einen schweren Herzinfarkt, bei dem eine Hauptarterie, die das Herz mit Blut versorgt, blockiert ist.

Wenn ein Herzinfarkt auf Reisen zügig behandelt wird, sei die Prognose dennoch langfristig gut. Nishio betont, dass es wichtig ist, nach der Rückkehr zu Hause einen Arzt aufzusuchen, um das Risi-ko eines zweiten Vorfalls durch Lebensstiländerungen und gegebenenfalls Medikamente zu senken.