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Wissen für Profis

Zahlen, Daten, Fakten - Quartal 4 2017

Wie kann man rentenberechtigte Mitarbeiter halten?

Jeder dritte Betrieb versucht, rentenberechtigte Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Kürzere und flexiblere Arbeitszeiten anzubieten waren dabei die wichtigsten Maßnahmen, um die Mitarbeiter zu halten. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. „Danach gefragt, welche Maßnahmen in den erfolgreichen Fällen eingesetzt wurden, gab die überwiegende Mehrheit der Betriebe (60 Prozent) kürzere Arbeitszeiten an, gefolgt von 49 Prozent der Betriebe, die rentenberechtigte Mitarbeiter mit einer Flexibilisierung der Arbeitszeit halten konnten", schreiben die Arbeitsmarktforscher. Eine Veränderung des Tätigkeitsprofils stellte für insgesamt 17 Prozent der Betriebe ein erfolgreiches Instrument dar, während 13 Prozent der Betriebe mit einer höheren Entlohnung, Prämien oder einer Beförderung rentenberechtigte Mitarbeiter weiter beschäftigen konnten. Kleinbetriebe versuchten mit 32 Prozent einen erheblich höheren Anteil an rentenberechtigten Mitarbeitern zu halten als größere Betriebe mit elf Prozent. Auch hier spielen Rekrutierungsprobleme eine Rolle: „Kleinbetriebe haben tendenziell schlechtere Chancen, ausscheidende Mitarbeiter durch Neueinstellungen adäquat zu ersetzen", so die Arbeitsmarktforscher weiter.

Wie kann Deutschland der Demografie trotzen?

Der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Allerdings – so die gute Nachricht – kann ein Einbruch des Wirtschaftswachstums durch eine gezielte Wirtschaftspolitik verhindert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Unter anderem müsste ein größerer Anteil der Bevölkerung arbeiten, das gesetzliche Rentenzugangsalter sukzessive auf 68 Jahre steigen und die Wochenarbeitszeit leicht angehoben werden. Alleine dadurch könnte das Wirtschaftswachstum in den kommenden 18 Jahren jährlich um 0,2 Prozentpunkte steigen. Investieren Staat und Unternehmen zudem mehr in Infrastruktur, Bildung, Forschung und Entwicklung, zahlt sich das langfristig aus: Nach IW-Berechnungen würde das BIP im Jahr 2035 um 265 Milliarden Euro – umgerechnet 7 Prozent – höher ausfallen als in einem Szenario ohne diese Impulse. Das sind rund 3.200 Euro pro Kopf.

Betriebsrente: Bessere Rahmenbedingungen für Altersversorgung

Anfang Juli 2017 hat der Bundesrat dem Betriebsrentenstärkungsgesetz zugestimmt. Die Neuregelungen gelten grundsätzlich ab Anfang 2018. Unter anderem sieht das Betriebsrentenstärkungsgesetz eine Anhebung des steuerfreien Höchstbetrags in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung von 4 Prozent auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung vor. Im Gegenzug wird der zusätzliche Höchstbetrag von 1.800 Euro aufgehoben. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der neue Höchstbetrag vollständig dynamisch ist und künftig mit der BBG mitwächst. Bei einer BBG von 76.200 Euro (= Wert für 2017) ergäbe sich damit ein steuerfreier Höchstbetrag von 6.096 Euro (= 76.200 Euro x 8 Prozent). Bei der bisherigen Begrenzung auf 4 Prozent der BBG zzgl. 1.800 Euro ergibt sich für 2017 ein steuerfreier Höchstbetrag von 4.848 Euro (3.048 Euro zzgl. 1.800 Euro). Eine Sozialversicherungsfreiheit dieser Beträge ist aber weiterhin nur bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West vorgesehen. Darüber hinaus sieht das Betriebsrentenstärkungsgesetz vor, Betriebs- aber auch andere freiwillige Zusatzrenten bis zu 202 Euro nicht auf die Grundsicherung im Alter anzurechnen. Und: Bei Einkommen bis zu 2.200 Euro monatlich soll ein Arbeitgeberzuschuss von bis zu 480 Euro jährlich mit bis zu 144 Euro vom Staat bezuschusst werden.