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Woher kommt mein Ei?

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Mein Ei kommt aus dem Huhn, das ist doch klar. Doch wo lebt das Huhn und unter welchen Bedingungen legte es mein Frühstücksei? Jedes in den Handel gelangende Ei benötigt einen Stempelaufdruck, den Erzeugercode. Und jeder Erzeugercode besteht aus 3 Elementen: Einer Ziffer für die Haltungsform, einem Buchstabencode für das Herkunftsland und einer mehrstelligen Zahl, die für das Bundesland und den Betrieb steht.

Die Frage nach der Herkunft

Die hierzulande wichtigsten Herkunftsländerkürzel sind: DE = Deutschland, AT = Österreich, BE = Belgien, NL = Niederlande, DK = Dänemark.

Die Kennziffer 0 steht für Biohaltung. Das bedeutet, dass die Haltungsbedingungen mindestens der EU-Öko-Verordnung entsprechen. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Herdengröße beschränkt auf 3.000 Hennen
  • höchstens 6 Tiere auf einen Quadratmeter
  • Auslauf von mindestens 4m² pro Tier
  • das Kupieren der Schnäbel ist verboten
  • keine prophylaktische Antibiotikagabe
  • Futter für Bio-Hennen kommt aus ökologischem Anbau und wurde ohne Einsatz von Chemie und Gentechnik erzeugt

Die Kennziffer 1 steht für Freilandhaltung. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • die Hühner leben dabei in einem Stall, haben aber tagsüber Auslauf
  • die Freifläche muss mindestens 4m² pro Tier betragen

Die Kennziffer 2 steht für Bodenhaltung. Mehr als die Hälfte aller Legehennen in Deutschland lebt in Bodenhaltung. Betriebsgrößen von mehr als 30.000 Hennen sind der Normalfall. Wegen der Enge und der großen Zahl der Tiere sowie dem Kontakt zu Exkrementen gilt Bodenhaltung als anfällig für Parasiten und Krankheiten. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Hühner leben in großen Ställen am Boden gehalten
  • es gibt Sitzstangen, Legebereich und Scharrbereich
  • Tiere können sich frei bewegen
  • auf einen Quadratmeter Stallboden kommen 9 Hühner

Die Kennziffer 3 steht für Käfighaltung in der EU. Nachdem Legebatterien in Deutschland bereits verboten wurden, soll es bis 2025 nach wie vor die Käfighaltung geben. Hier haben die Legehennen noch deutlich weniger Platz als in der Bodenhaltung. Allerdings gilt die Käfighaltung gegenüber der Bodenhaltung als weniger anfällig für Parasiten und Krankheiten.

Ist Bio wirklich immer besser?

Auf dem Papier ist die Biohaltung den anderen Haltungsformen deutlich überlegen. Doch die Realität ist auch hier nicht immer schön. So meinen Tierschützer, dass Herdengrößen von bis zu 3.000 Stück für Hühner keine artgerechte Haltung zulassen.

Hinzu kommt, dass Bio nicht immer gleich Bio ist. Die EU-Öko-Verordnung etwa hat im Unterschied zu den deutlich strengeren Vorgaben von Bioland, Demeter und anderen Anbauverbänden deutlich geringere Anforderungen. Wer sicher sein will, dass sein Frühstücksei wirklich aus artgerechter Haltung kommt und weder chemische Rückstände noch Gentechnik enthält, sollte sich den Biobauern seines Vertrauens ruhig einmal näher anschauen.

Oder dem regionalen Kleinbauern den Vorzug geben, der zwar vielleicht nicht nach offiziellen Öko-Richtlinien wirtschaftet, dafür aber nur hundert Legehennen hat und die Geflügelhaltung mehr oder weniger als Hobby betreibt.