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Infos zur Er­näh­rung

Detox Zucker

Detox-Zucker

Detox steht für Detoxikation, also Entgiftung. Jeder Entgiftung geht eine Vergiftung voraus – vor allem durch eine falsche Ernährungsweise, aber auch durch Alkohol, Nikotin und andere Drogen. Auch ein zu hoher Medienkonsum oder die falschen Körperpflegemittel können zu einer Vergiftung führen. Betroffen sein kann neben der körperlichen also auch die geistig-seelische Ebene.

Wie Entgiftung funktioniert, warum man auf teure Pülverchen, Tees, Säfte und Kuren der Detoxindustrie verzichten kann und wie der Einstieg in eine gesündere Lebensweise gelingt, zeigen wir in unserer neuen Serie. Die Redaktion unseres Kundenmagazins profil wird in dieser und in den nächsten Ausgaben anhand einiger ausgewählter Beispiele der Frage nachgehen, wie Detox funktioniert und was mit uns geschieht, wenn wir uns einer Entgiftung unterziehen.

Wir beginnen mit dem Beispiel Zucker: Hoher Zuckerkonsum ist nicht nur für Karies mitverantwortlich, sondern begünstigt auch Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Man muss nicht gleich komplett auf Zucker verzichten, sollte ihn aber nur in Maßen genießen. Zuckeraustauschstoffe sind nicht immer eine Lösung – besser ist es, den Zuckeranteil zu reduzieren und auf diese Weise ganz nebenbei den natürlichen Geschmack ungesüßter Lebensmittel zu entdecken.

Fruchtzucker ist gesünder? Irrtum!

Fruchtzucker hat sogar einen doppelt negativen Effekt: Zum einen stört er die hormonelle Regulierung unseres Sättigungsgefühls – die Signalübertragung des Sättigungshormons Leptin funktioniert nicht mehr, wir fühlen uns ständig hungrig. Zum anderen wird Fruktose nicht mithilfe von Insulin über den Blutkreislauf direkt in die Zellen eingeschleust, sondern zunächst in der Leber zu Fett umgebaut. Ein Teil des Fettes zirkuliert dann ständig im Blutkreislauf. Fruchtzucker belastet unsere Gesundheit also in mehrfacher Hinsicht: Wir haben ständig Hunger und essen viel – da ist Übergewicht kaum zu vermeiden.

Allgegenwärtiger Zucker

Auch wer den ganzen Tag über nicht an der Zuckerdose war, hat am Abend meist mehr als die empfohlene Tagesmenge an Zucker intus. Denn Zucker versteckt sich in vielerlei Formen, nicht nur in Kuchen, Gebäck und Süßigkeiten, sondern auch in Tiefkühlpizza, Gewürzgurken, herzhaften Brotaufstrichen und Gewürzmischungen. Dort ist er allerdings manchmal nur schwer auszumachen. Oder er kommt in vermeintlich gesunden Varianten daher etwa als Fruchtzucker, Traubenzucker oder Honig.

Zucker hat viele Namen

Oft ist uns unser hoher Zucker- konsum gar nicht bewusst, denn „süß" hat viele Namen. Rohrzucker, Ahornsirup, Agavendicksaft und Honig klingen zwar gesund, sind im Prinzip aber Zucker. Alle Lebensmittel- bestandteile, die auf -ose enden wie Dextrose, Maltose oder Fruktose sowie ferner auch Gerstenmalz, Maissirup, Dicksaft und Traubensüße sind nichts anderes als Zucker.

Praxistauglich: Wege aus der Zuckerfalle

  • Kochen Sie möglichst viel selbst aus natürlichen Zutaten, so vermeiden Sie unnötigen Zucker
  • Müslis aus dem Supermarkt enthalten oft extra viel Zucker – mischen Sie sich Ihr Müsli selbst
  • Verzichten Sie auf Fruchtjoghurts aus der Kühltheke, genießen Sie stattdessen Naturjoghurt mit frischen Früchten
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte – die enthalten langkettige Kohlenhydrate, die lang anhaltend sättigen
  • Trinken Sie weniger Limonaden, bevorzugen Sie Wasser oder ungesüßte Tees
  • Kaufen Sie keine Produkte, deren Geschmack mit einer Vielzahl künstlicher Zucker aufgepeppt ist – schauen Sie sich stets die Zutatenliste an und achten Sie dort auch auf die vielen anderen Namen, unter denen Zucker auftauchen kann

Erfahrungsbericht: Weniger Zucker für mehr Gesundheit

Mit Kerstin Woköck und Marc Panke haben sich gleich zwei Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt, um über ihre Erfahrung mit dem Zuckerverzicht zu berichten. Kerstin Woköck arbeitet bei der pronova BKK als Teamleiterin Marketing, Marc Panke als Teamleiter Unternehmenskommunikation. Keiner von ihnen leidet unter Übergewicht. Doch beide hatten gute Gründe, den Zuckerverzicht einmal auszuprobieren. Lassen Sie sich anregen – und folgen Sie dem guten Beispiel!

Frau Woköck, Herr Panke – Sie sind beide nicht übergewichtig. Was hat Sie überhaupt dazu gebracht, über eine vierwöchige Reduzierung Ihres Zuckerkonsums nachzudenken?

MP: Ich hatte viel gelesen über Zuckersucht und wollte im Selbstversuch herausfinden, ob Zucker wirklich süchtig macht.

KW: Ich wollte herausfinden, ob ich durch Zuckerverzicht meine Leistungsfähigkeit steigern kann. Außerdem interessierte mich, ob Körpergefühl und Geschmacksempfinden sich verändern.

Wo haben Sie angesetzt – einfach nur bei der Menge oder haben Sie auf bestimmte Produkte komplett verzichtet?

KW: Auf breiter Front: Zuckerbombenverzicht, Zuckerhaltiges ersetzt durch gesunde Alternativen.

MP: Außerdem haben wir uns in die Thematik mit passender Literatur eingearbeitet und dabei nach und nach die gesamte Ernährung umgestellt.

Wie hat Ihre Umgebung reagiert?

MP: Es gab da schon einiges an Unverständnis und Erstaunen. Fragen oder Bemerkungen wie „Warum tust du dir das an?", „Warum macht man so etwas?", „Das könnte ich nicht", „Hätte ich keine Lust zu" kamen schon öfter.

KW: Im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis und in der Partnerschaft gab es bei mir keinerlei Unterstützung etwa durch Angebote wie „Da mache ich mit!". Dann aber kamen nach einiger Zeit neugierige Fragen, wie ich mich fühle, ob ich Entzugserscheinungen habe oder Gewicht reduziert habe.

Haben Sie Zucker durch andere Süßmittel ersetzt? Durch welche?

MP: Nein. Chemische Süßstoffe sind aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen keine Alternative. Und die natürlichen wie Stevia hatten entweder einen Beigeschmack oder kamen aus anderen Gründen nicht infrage.

KW: Nein, denn ich wollte ja herausfinden, ob sich mein Empfinden für Süßes dadurch ändert. Und das hat es.

Durch Ihre Teilnahme an unserem Experiment hat sich Ihr Empfinden für Süßes also geändert? Empfinden Sie normal Gesüßtes inzwischen eventuell als zu süß?

KW: Mein Geschmacksempfinden hat sich in der Tat stark verändert, ist sozusagen „geschärft". So habe ich Käse als süßlich und Obst sogar als sehr süß empfunden.

MP: Mein Geschmacksempfinden hat sich ebenfalls verändert, z. B. hatte ich bei Wurst plötzlich ein extrem salziges Empfinden. Ich denke, dass bei uns beiden das Verlangen nach Süßem sich deutlich reduziert hat.

Welche Folgen der verminderten Zuckerzufuhr konnten Sie sonst noch an sich beobachten?

MP: Gewichtsabnahme von durchschnittlich einem Kilogramm pro Woche. Entzugserscheinungen hatte ich keine.

KW: Die ersten Tage Entzugserscheinungen, wie „Schmacht" bei Rauchern.

Gab es Situationen, in denen Sie Ihre Teilnahme bereut haben bzw. Momente, in denen Sie kurz vor dem Aufgeben waren?

MP: Nein, vier Wochen waren ein absehbarer Zeitraum, das Ziel war klar definiert. Ich hab es bis zum Ende durchgezogen.

KW: Ich muss gestehen: Ich bin rückfällig geworden. Mittendrin. Eine Kollegin hatte Geburtstag und überraschte uns mit einer Eisbombe. Ich konnte nicht anders und aß ein Stück. Sie war unglaublich lecker und jede Sünde wert. Doch die Folgen waren hart – abends musste ich echt mit mir kämpfen, um zu Hause nicht auch noch über meine Süßigkeits- notreserven herzufallen. Nach zwei Tagen hatte ich mich wieder im Griff und war wieder im Verzichtsmodus.

Welches zuckerhaltige Produkt haben Sie am meisten vermisst bzw. wo fiel Ihnen der Verzicht am schwersten?

MP: Süßes Frühstück, also Marmelade und Nuss-Nougat-Creme.

KW: Süße Brotaufstriche, Schokolade und Fruchtsäfte.

Können Sie unseren Lesern konkrete Tipps geben, worauf sie in Sachen Zucker beim Einkaufen und bei der Zubereitung von Speisen achten sollten?

MP: Beim Einkaufen genau auf die Zutatenliste achten. Fertigprodukte, aber auch vermeintlich Gesundes wie Müsli oder Joghurt können einiges an zugesetztem Zucker enthalten.

KW: Wenn man sich in die Thematik eingelesen und daran gewöhnt hat, lässt es sich gut in den Alltag integrieren. Man kann den Zuckerverzicht auch als Grundlage nehmen, um neue Ernährungsformen wie Low Carb – hier ist Zuckerverzicht sehr wichtig – oder auch sogenannte Superfoods wie die heimischen Blaubeeren auszuprobieren.

Werden Sie jetzt, nach Abschluss des vierwöchigen Experiments, bei Ihrer Zuckereinschränkung bleiben oder kehren Sie zu alten Gewohnheiten zurück?

MP: Ich werde ganz sicher nicht komplett in alte Gewohnheiten zurückfallen. Mein Zuckerkonsum bleibt reduziert und ich werde stärker als vorher darauf achten, was ich esse.

KW: Man könnte es als Versuch betrachten, die „goldene Mitte" einzuhalten. Also nicht die knallharte Tour fahren, sondern gelegentlich der Lust auf Süßes schon mal nachgeben. Insgesamt aber werde auch ich mehr darauf achten, meinen Zuckerkonsum einzuschränken.