Prävention und Unterstützung bei Burnout und Boreout
Wenn es um die Prävention von Burnout oder Boreout geht oder um Maßnahmen zur Eindämmung, unterscheiden sich Führungskräfte und Beschäftigte kaum. Als Führungskraft haben Sie zwar einen höheren Gestaltungsspielraum und damit mehr Kontrolle über Ihre Arbeit, womit ein wesentlicher Risikofaktor für ein Burnout entfällt. Andererseits findet auch die Arbeit von Führungskräften innerhalb bestimmter Strukturen des Unternehmens statt, auch sie unterliegen Sachzwängen und haben große Arbeitslasten zu bewältigen. Boreout kommt unter Führungskräften zwar deutlich seltener vor, doch auch sie können am falschen Platz sitzen und sich permanent unterfordert fühlen.
Mit diesen Mitteln können Sie bei sich selbst und bei Ihren Mitarbeitenden gegensteuern und auch vorbeugen:
- Achtsamkeit fördern: Wer auf sich selbst und seine Umgebung achtet, erkennt die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer besser. Dazu gehört vor allem, rechtzeitig auf Warnsignale von Körper und Seele zu reagieren.
- Offen darüber reden: Schaffen Sie ein Umfeld, in dem über die mentale Gesundheit, Über- und auch Unterforderung gesprochen werden kann, ohne negative Konsequenzen für Betroffene.
- Bedürfnisse erkunden, offene Gesprächskultur führen: Geht es darum, übermäßige Belastungen abzubauen, können flexiblere Arbeitszeiten helfen. Holen Sie die Meinungen aus dem Team ein, ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden zu Eigeninitiative und Verantwortungsübernahme.
- Wertschätzende Kommunikation: Dazu gehören neben fachlichem Lob auch das Zeigen von Dankbarkeit und Anerkennung z. B. für besonderen Einsatz.
- Zeit zum Lernen und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten: Neues zu lernen kann die Motivation fördern und unterforderte Beschäftigte wieder für ihre Aufgaben begeistern. Und Mitarbeitende, die herausfordernde Aufgaben übernehmen, bewältigen diese besser, wenn sie Zeit zum Lernen und Unterstützung vom Arbeitgebenden bekommen.
- Wenn die Anzeichen für eine starke Überlastung sich mehren: Nehmen Sie sich selbst bzw. Ihre betroffenen Teammitglieder für eine Weile aus der Schusslinie. Solche Auszeiten helfen, wieder ins Lot zu kommen.
- Stressmanagement durch besseres Zeitmanagement: Wenn Burnout oder Boreout ein Thema sind, liegt es oft an der Organisation der Arbeit. Prüfen Sie gemeinsam mit den Betroffenen, ob und wie Arbeitsprozesse optimiert werden können. Achten Sie darauf, dem Team Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen.
Wichtig zu wissen: Unsere Studie „Arbeiten 2025“ belegt, welchen Einfluss Führungskräfte auf ihre Teams haben. Die Befragung zeigt, dass mehr als jede*r 5. Problemen mit der Führungsebene kennt, etwa durch mangelnde Kommunikation oder fehlendes Vertrauen. Wo dagegen transparent, empathisch und wertschätzend geführt wird, steigt nicht nur die Motivation, sondern auch die psychische Gesundheit.