Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel: Was versprechen die Hersteller?
Ob als Pulver, Kapseln oder Drinks – alle Produkte sollen das Gleiche bewirken: eine glatte Haut, kräftige Haare, gesunde Gelenke. Meist handelt es sich um sogenanntes hydrolysiertes Kollagen oder Kollagenpeptide, die vom Körper leichter aufgenommen werden sollen.
Der Unterschied zwischen Pulver und Kapseln liegt meist nur in der Form der Einnahme. Qualitätsstandards oder einheitliche Dosierungsempfehlungen gibt es bisher nicht. Viele Produkte enthalten zudem Zusätze wie Vitamin C oder Zink, um die Wirkung zu unterstreichen.
Wie wirksam sind Kollagenpräparate wirklich?
Hier lohnt ein kritischer Blick: Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale fehlen bislang überzeugende wissenschaftliche Belege, dass oral eingenommenes Kollagen tatsächlich Haut oder Gelenke sichtbar verbessert. Einige kleine Studien deuten zwar positive Effekte an, sind aber meist herstellerfinanziert oder methodisch schwach.
Auch Fachgesellschaften geben keine Empfehlung für Kollagenpräparate. Die Haut ist ein komplexes Organ. Dass eingenommene Peptide tatsächlich in die Hautzellen gelangen und dort neues Kollagen bilden, gilt als nicht belegt.
Kurz gesagt: Kollagenpräparate sind kein Wundermittel und ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch Bewegung oder Sonnenschutz.
Woran du falsche Versprechen erkennst
Wenn Produkte mit Aussagen wie „sichtbar jünger in 4 Wochen“ oder „wissenschaftlich bewiesen“ werben, ohne seriöse Quellen zu nennen, solltest du skeptisch werden. Seriöse Anbieter vermeiden Heilsversprechen und geben klare Informationen zu Inhaltsstoffen und Dosierung.
Grundregel: Nahrungsergänzungsmittel können keine Krankheiten heilen oder Körperfunktionen nachweislich verbessern. Wer das suggeriert, verstößt gegen geltendes Lebensmittelrecht.