Kollagen als Nahrungs­er­gänzungs­mittel: Was steckt dahinter?

Pulver, Drinks und Kapseln mit Kollagen versprechen glatte Haut, starke Gelenke und ewige Jugend. Doch die Wirkung der Präparate ist umstritten. Erfahre, was Kollagen im Körper wirklich leistet.

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Pulver, Drinks und Kapseln mit Kollagen versprechen glatte Haut, starke Gelenke und ewige Jugend. Doch die Wirkung der Präparate ist umstritten. Erfahre, was Kollagen im Körper wirklich leistet.

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Was ist Kollagen, und wofür braucht der Körper es?

Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein im menschlichen Körper. Es sorgt dafür, dass Haut, Knochen, Sehnen, Bänder und Knorpel elastisch und belastbar bleiben. Etwa 30 % aller körpereigenen Eiweiße bestehen aus Kollagen. Gebildet wird es aus Aminosäuren, also den Bausteinen von Proteinen. Dafür benötigt es vor allem Vitamin C. Ohne Kollagen würde unser Gewebe an Stabilität verlieren – Haut und Bindegewebe würden buchstäblich „den Halt verlieren“.

Kollagen-Typen: Was steckt hinter Typ I, II und III?

Insgesamt gibt es mehr als 20 Kollagenarten, doch 3 davon sind besonders wichtig:

  • Typ I: vor allem in Haut, Sehnen und Knochen
  • Typ II: in Knorpeln und Gelenken
  • Typ III: in Haut, Gefäßen und inneren Organen

Bei Nahrungsergänzungsmitteln spielt die Unterscheidung kaum eine Rolle. Denn Kollagen wird im Verdauungstrakt in seine Einzelteile zerlegt. Der Körper entscheidet selbst, wofür er diese Aminosäuren verwendet. Ob also Typ I oder II auf der Verpackung steht, macht praktisch keinen Unterschied.

Warum nimmt das Kollagen im Alter ab?

Ab etwa Mitte 20 verlangsamt sich die körpereigene Kollagenproduktion. 1. Folgen sind sichtbare Hautveränderungen: Falten, weniger Spannkraft, schlafferes Bindegewebe. Auch Gelenke und Knochen werden im Laufe der Jahre anfälliger. Äußere Faktoren wie UV-Strahlung, Rauchen, Stress oder einseitige Ernährung beschleunigen diesen Prozess zusätzlich.

Kollagen als Nahrungs­er­gänz­ungs­mittel: Was versprechen die Hersteller?

Ob als Pulver, Kapseln oder Drinks – alle Produkte sollen das Gleiche bewirken: eine glatte Haut, kräftige Haare, gesunde Gelenke. Meist handelt es sich um sogenanntes hydrolysiertes Kollagen oder Kollagenpeptide, die vom Körper leichter aufgenommen werden sollen.

Der Unterschied zwischen Pulver und Kapseln liegt meist nur in der Form der Einnahme. Qualitätsstandards oder einheitliche Dosierungsempfehlungen gibt es bisher nicht. Viele Produkte enthalten zudem Zusätze wie Vitamin C oder Zink, um die Wirkung zu unterstreichen.

Wie wirksam sind Kollagen­präparate wirklich?

Hier lohnt ein kritischer Blick: Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale fehlen bislang überzeugende wissenschaftliche Belege, dass oral eingenommenes Kollagen tatsächlich Haut oder Gelenke sichtbar verbessert. Einige kleine Studien deuten zwar positive Effekte an, sind aber meist herstellerfinanziert oder methodisch schwach.

Auch Fachgesellschaften geben keine Empfehlung für Kollagenpräparate. Die Haut ist ein komplexes Organ. Dass eingenommene Peptide tatsächlich in die Hautzellen gelangen und dort neues Kollagen bilden, gilt als nicht belegt.

Kurz gesagt: Kollagenpräparate sind kein Wundermittel und ersetzen weder eine ausgewogene Ernährung noch Bewegung oder Sonnenschutz.

Woran du falsche Versprechen erkennst

Wenn Produkte mit Aussagen wie „sichtbar jünger in 4 Wochen“ oder „wissenschaftlich bewiesen“ werben, ohne seriöse Quellen zu nennen, solltest du skeptisch werden. Seriöse Anbieter vermeiden Heilsversprechen und geben klare Informationen zu Inhaltsstoffen und Dosierung.

Grundregel: Nahrungsergänzungsmittel können keine Krankheiten heilen oder Körperfunktionen nachweislich verbessern. Wer das suggeriert, verstößt gegen geltendes Lebensmittelrecht.

Natürliche Alternativen: Ernährung, die Kollagen unterstützt

Anstatt auf teure Pulver zu setzen, kannst du die körpereigene Kollagenbildung ganz einfach selbst unterstützen – und zwar durch eine ausgewogene Ernährung:

  • Eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Soja liefern wichtige Aminosäuren.
  • Vitamin C aus Zitrusfrüchten, Paprika, Brokkoli oder Beeren ist unerlässlich für die Kollagensynthese.
  • Kupfer, z. B. in Nüssen, Haferflocken oder Kakao, und Zink, z. B. in Vollkornprodukten, Fleisch oder Hülsenfrüchten, tragen ebenfalls dazu bei.

So unterstützt du deinen Körper auf natürliche Weise – ganz ohne Zusatzpräparate. Das kannst du übrigens auch mit Bewegung tun: Sie stärkt Muskulatur, Bindegewebe und Gelenke. Außerdem fördert sie die Durchblutung der Haut.

Merke dir am besten: Kollagen ist zwar unverzichtbar für Haut, Knochen und Gelenke – aber Kollagenpräparate sind kein Muss. Wer sich ausgewogen ernährt, auf Vitamin C achtet und regelmäßig in Bewegung bleibt, unterstützt die körpereigene Produktion auf natürliche Weise.

Bleib also kritisch gegenüber leeren Versprechungen. Dein Körper kann vieles selbst, wenn du ihn gut versorgst.

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