Werde, wer du bist: Der Weg zum inneren Coming-out

Der Mensch ist kein statisches Wesen: Leben ist Dynamik, ist Bewegung, ist Veränderung. Deshalb bleibt kein Mensch ein Leben lang die Person, als die er geboren wurde. Das führt natürlich zu Veränderungen auch in der Selbstwahrnehmung.

Auf einen Blick

  • Das Erwachen, ich bin "anders"
  • Der Wunsch, „normal“ zu sein …
  • Irrungen und Wirrungen auf diesem Weg
  • Finde den Weg zu dir selbst

Der Weg zu dir selbst

Eigentlich ist es ganz einfach: Du sammelst ständig neue Eindrücke, erweiterst deinen Horizont, bewegst dich in der Welt, lernst dabei dich selbst kennen und besser zu verstehen. Und dann ist sie plötzlich da: die Erkenntnis, dass du nicht die Person bist, die du zu sein glaubtest. Oder die Andere in dir sahen. Besonders folgenreich ist eine solche Erkenntnis, wenn sie Fragen der geschlechtlichen Identität oder der sexuellen Orientierung betrifft.

Das Erwachen

Diese Erkenntnis kann mit einem Schrecken verbunden sein - sie kann sogar schmerzhaft sein. Je intensiver du dich bislang mit deiner von den Genen, deinen Eltern und deinem sozialen Umfeld zugewiesenen Rolle identifiziert hast, desto schwieriger ist es in der Regel, dir einzugestehen, dass du eigentlich ganz anders bist: Du wurdest als Junge geboren, als Junge erzogen – und fühlst als Mädchen. Oder du bist eine junge Frau und merkst, dass du dich von anderen Frauen stärker angezogen fühlt als von Männern. Du bist anders als die Anderen. Wie gehst du damit um? Es laut herausschreien? Das mag dein erster Impuls sein, aber etwas in dir bremst dich, genau das zu tun. Warum eigentlich?

Der Wunsch, „normal“ zu sein …

Die meisten Menschen wollen gar nicht anders sein als die Anderen: Das Bedürfnis, "normal" zu sein – also den gültigen Normen zu entsprechen – ist bei fast allen Individuen sehr stark ausgeprägt. Das liegt daran, dass eine Nichtbeachtung der Normen einen schnell zum Außenseiter macht. Man gehört irgendwie nicht richtig dazu, wird gehänselt, ausgestoßen, gemobbt, verfolgt. Niemand möchte eine solche Erfahrung machen. Deshalb mahnt eine innere Stimme dich zur Vorsicht. Folgst du ihr? Auch das bleibt nicht ohne Folgen für dich.

… kollidiert mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung

Neben dem Wunsch, dazuzugehören, gibt es nämlich eine zweite starke innere Regung in dir: Du möchtest so leben, wie du wirklich bist. Du sehnst dich nach einem Leben ohne Verstellung und Angst, dass Andere daran Anstoß nehmen könnten – und befindest dich plötzlich in einem starken inneren Zwiespalt. Aber sollst du dich nach den Anderen richten? Oder müsstest du nicht vielmehr dein Leben so leben, dass es mit deinen Gefühlen übereinstimmt? Genau zwischen diesen beiden Polen beginnt dein Selbstfindungsprozess. Für diesen Prozess nimm dir alle Zeit der Welt.

Irrungen, Wirrungen – und am Ende doch eine Sicherheit

Leben ist ständige Veränderung. Ganz besonders viel Veränderung findet in den Jahren des Erwachsenwerdens statt. Dabei kann es durchaus sein, dass deine Gefühle öfter mal mit dir Achterbahn fahren und du heute so und morgen ganz anders empfindest. Lass es zu. Lass deine Gefühle reifen. Es kann helfen, mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen – mit einer guten Freundin oder einem guten Freund oder auch einer älteren, erfahrenen Person. Aber nur, wenn du sicher bist, dass sie oder er eure Gespräche wirklich vertraulich behandelt und nicht deinem möglichen äußeren Coming-out durch ein spontanes Posting in den sozialen Medien vorgreift. Denn über dein äußeres Coming-out, den Zeitpunkt sowie die Art und Weise bestimmst ganz allein du!

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