Rosazea: Hilfe für gerötete Haut

Entzündungen, sichtbare Äderchen oder Pusteln: Rosazea kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Lies, was die Erkrankung auslöst, wie du Schübe vermeiden kannst und welche Pflege dir helfen kann.
Entzündungen, sichtbare Äderchen oder Pusteln: Rosazea kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Lies, was die Erkrankung auslöst, wie du Schübe vermeiden kannst und welche Pflege dir helfen kann.

Was ist Rosazea?

Rosazea (oder Rosacea) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die v. a. im Gesicht auftritt. Der Name Rosazea leitet sich vom lateinischen Begriff rosaceus ab und bedeutet „rosenartig“ oder „rosenfarbig“. Er beschreibt das typische Erscheinungsbild der Erkrankung: die charakteristische, rosenrote Färbung der Haut im Gesicht. Meist zeigt sie sich auf Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Die Beschwerden können unterschiedlich ausgeprägt sein und sich im Laufe der Zeit verändern.

Rosazea: Symptome

Typische Symptome von Rosazea sind z. B.:
  • Anhaltende oder plötzliche Rötungen (Flush)
  • Sichtbar erweiterte Äderchen
  • Brennen, Jucken oder Stechen der Haut
  • Entzündliche Knötchen (Papeln) oder Pusteln
  • Trockene, empfindliche oder leicht schuppende Haut
  • Verdickungen der Haut, vor allem an der Nase (Rhinophym)
  • Trockene, gerötete oder tränende Augen sowie entzündete Augenlider (okuläre Rosazea)

In Deutschland haben etwa 2-5 % der Erwachsenen Rosazea. Meist entwickelt sich die Erkrankung nach dem 30. Lebensjahr, Frauen und Menschen mit heller Haut sind häufiger betroffen. Die Gründe dafür sind wissenschaftlich noch nicht vollends erforscht.

Weil die Rötungen und andere Hautveränderungen im Gesicht deutlich sichtbar sein können, kann Rosazea das Wohlbefinden und Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Mit der passenden Behandlung lassen sich die Beschwerden aber meist gut lindern.

Der Unterschied zwischen Couperose und Rosazea

Couperose beschreibt ein bestimmtes Hautbild: Die Haut ist gerötet und es zeigen sich erweiterte Äderchen im Gesicht. Medizinisch ist Couperose nicht einheitlich eingeordnet. Teilweise wird sie als frühe Form bzw. Vorstufe einer Rosazea beschrieben, teilweise als eigenes Hautbild. Die aktuelle medizinische Leitlinie zur Rosazea der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) führt Couperose dagegen als andere Bezeichnung für Rosazea auf.

Ursachen und Trigger für Rosazea

Warum Rosazea entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören eine erbliche Veranlagung, Veränderungen der Blutgefäße und eine gestörte Regulation des Immunsystems. Auch die natürliche Hautbarriere sowie Demodex-Milben, die bei allen Menschen in den Haarfollikeln vorkommen, können eine Rolle spielen.

Rosazea verläuft meist in Schüben. Das heißt, die Hautveränderungen können plötzlich auftreten oder sich phasenweise verstärken und anschließend (teilweise) wieder abklingen. Was diese Schübe auslöst, kann ganz individuell sein.

Typische Trigger von Rosazea sind z. B.:

  • UV-Strahlung
  • Starke Hitze oder Kälte
  • Stress und intensive körperliche Anstrengung
  • Alkohol und heiße Getränke
  • Scharfe Speisen

Ein Rosazea-Tagebuch kann dir helfen, deine persönlichen Trigger zu erkennen. Du kannst dafür spezielle Apps nutzen oder in einem Notizbuch aufschreiben, wann und wie sich deine Haut verändert. Zusätzlich notierst du z. B. das Wetter, was du gegessen oder ob du Sport gemacht hast. Das kann dir mit der Zeit helfen, Auslöser zu erkennen und mit der Erkrankung besser umzugehen.

Die richtige Pflege bei Rosazea

Bei Rosazea reagiert die Haut oft sehr empfindlich und ist schnell gereizt. Deshalb gilt bei der Pflege: Weniger ist mehr. Verwende lieber wenige Produkte, die du gut verträgst, und führe neue Pflegeprodukte Schritt für Schritt ein. Eine passende Routine kann dabei helfen, die natürliche Barriere deiner Haut zu unterstützen und zusätzliche Irritationen zu vermeiden.

Sanfte Reinigung und Pflege

Reinige dein Gesicht mit lauwarmem Wasser und einem milden, seifenfreien und pH-neutralen Reinigungsprodukt. Auf mechanische Peelings solltest du am besten verzichten. Tupfe die Haut anschließend vorsichtig trocken, statt sie mit dem Handtuch abzureiben.

Ist deine Haut trocken, helfen feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen. Gut geeignet sind häufig leichte Produkte mit feuchtigkeitsbindenden Inhaltsstoffen wie Glycerin.

Sonnen­schutz bei Rosazea

UV-Strahlung gehört zu den häufigsten Triggern einer Rosazea. Meide am besten direkte Sonneneinstrahlung und bleibe, wenn möglich, in der Mittagszeit drinnen. Um dich draußen vor der Strahlung zu schützen, kannst du einen breitkrempigen Hut tragen und in den Schatten gehen.

Zudem ist täglicher Sonnenschutz wichtiger Bestandteil deiner Hautpflege – auch an Tagen, an denen du dich nur kurz draußen aufhältst. Wähle eine gut verträgliche Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sowie UVA- und UVB-Schutz.

Welche Inhalts­stoffe eignen sich bei Rosazea?

Bei der Auswahl deiner Hautpflege lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Milde Produkte mit möglichst wenigen reizenden Bestandteilen sind für empfindliche Rosazea-Haut meist eine gute Wahl.

Inhaltsstoffe wie Alkohol, Menthol, Kampfer, Duftstoffe sowie Pfefferminz- oder Eukalyptusöl können empfindliche Haut reizen. Auch Fruchtsäuren und andere Peeling-Wirkstoffe solltest du meiden oder nur vorsichtig einsetzen.

Welche Produkte du gut verträgst, ist individuell. Wenn du ein neues Produkt ausprobierst, teste am besten zunächst, wie deine Haut darauf reagiert, z. B. an einer kleinen Stelle am Hals und warte 24 h ab. Um sicherzugehen, kannst du es zuerst 1x in der Woche verwenden und die Regelmäßigkeit langsam steigern, bevor du es täglich benutzt.

Wann solltest du zur Ärztin bzw. zum Arzt?

Viele Betroffene wissen oft gar nicht, dass hinter ihren Gesichtsrötungen eine Rosazea steckt. Falls du merkst, dass sich deine Haut vermehrt rötet, feine Äderchen sichtbar werden oder sich Papeln und Pusteln bilden, lass die Veränderungen am besten von einer Hautärztin bzw. einem Hautarzt abklären. So bekommst du Klarheit und bei Bedarf eine passende Behandlung.

Wenn sich deine Beschwerden deutlich verstärken oder deine bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft, solltest du erneut ärztlichen Rat suchen. So kann die Therapie angepasst werden.

Sind auch deine Augen betroffen, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll. Bei Augenschmerzen oder Sehproblemen solltest du dich schnell ärztlich untersuchen lassen.

Wie lässt sich Rosazea behandeln?

Rosazea lässt sich bisher nicht heilen. Mit der passenden Behandlung können die Beschwerden aber deutlich zurückgehen oder sogar ganz abklingen. Welche Therapie zu deiner Haut passt, richtet sich danach, welche Symptome du hast und wie stark sie ausgeprägt sind.

Gegen anhaltende Rötungen kann deine Hautärztin bzw. dein Hautarzt z. B. ein Gel mit dem Wirkstoff Brimonidin verschreiben. Die Rötungen können dadurch innerhalb von etwa 1 h nachlassen. Bei Papeln und Pusteln helfen häufig Cremes oder Gele mit Azelainsäure, Ivermectin oder Metronidazol. Hier dauert es meist 3-4 Wochen, bis eine deutliche Besserung sichtbar wird. Reicht die äußerliche Behandlung nicht aus, kann Doxycyclin als Tablette infrage kommen. Das Antibiotikum wirkt bei Rosazea v. a. entzündungshemmend.

Wichtig: Die genannten Wirkstoffe sind als Arzneimittel zur Behandlung von Rosazea verschreibungspflichtig. Verwende sie deshalb nur nach ärztlicher Verordnung.

Sichtbar erweiterte Äderchen lassen sich auch mit Laser- oder Lichtverfahren behandeln. Bei einer stark verdickten Nase kann überschüssiges Gewebe mit dem Laser, einem Skalpell (Dermashaving) oder durch Abschleifen der Haut (Dermabrasion) entfernt werden.

Helfen Hausmittel bei Rosazea?

Aloe vera, grüner Tee oder Kamille werden häufig als Hausmittel gegen Rosazea empfohlen. Ihre Wirkung ist bisher aber nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Außerdem kann empfindliche Rosazea-Haut auch auf pflanzliche Inhaltsstoffe mit Rötungen, Brennen oder Jucken reagieren.

Besonders vorsichtig solltest du mit ätherischen Ölen sein, z. B. Pfefferminz- oder Eukalyptusöl. Sie können die Haut zusätzlich reizen. Möchtest du ein Hausmittel ausprobieren, besprich das am besten zuerst mit deiner Hautärztin bzw. deinem Hautarzt.

Make-up bei Rosazea: So kaschierst du Rötungen

Möchtest du Rötungen im Gesicht abdecken, kannst du auch mit Rosazea Make-up verwenden. Zum Kaschieren sind Produkte mit grünen Farbpigmenten ideal. Der Grund: Grün ist die Komplementärfarbe zu Rot und kann die Rötungen dadurch optisch ausgleichen. Anschließend kannst du Make-up oder eine Abdeckcreme in deinem Hautton auftragen.

Nutze möglichst milde, parfümfreie Kosmetik. Wasserfestes oder sehr fettiges Make-up lässt sich oft schwerer entfernen und kann dadurch mehr Reibung erfordern. Verwende zum Abschminken ein mildes Reinigungsprodukt und tupfe deine Haut anschließend vorsichtig trocken.

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Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 28.10.2026