Hausapotheke: Check­listen und Tipps

Ob kleiner Schnitt, Fieber oder plötzliche Bauchschmerzen – eine gut ausgestattete Hausapotheke kann dir im Alltag viel Stress ersparen. Wir zeigen dir, was auf keinen Fall fehlen darf und worauf Familien mit Kindern achten sollten.

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Ob kleiner Schnitt, Fieber oder plötzliche Bauchschmerzen – eine gut ausgestattete Hausapotheke kann dir im Alltag viel Stress ersparen. Wir zeigen dir, was auf keinen Fall fehlen darf und worauf Familien mit Kindern achten sollten.

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Warum eine Hausapotheke so wichtig ist

Ein kleiner Schnitt beim Gemüseschnippeln, plötzliches Fieber in der Nacht oder ein schmerzhafter Insektenstich am Wochenende – genau in solchen Momenten ist es beruhigend, wenn du die passende Hilfe griffbereit hast. Eine gut ausgestattete und sortierte Hausapotheke gibt dir Sicherheit. So kannst du im Notfall sofort reagieren, ohne in Panik nach einer Notfallapotheke suchen zu müssen.

Die Grund­ausstattung: Erste Hilfe im Alltag

Damit du im Notfall schnell handeln kannst, hilft dir eine kleine, übersichtliche Grundausstattung. Diese Basics solltest du immer griffbereit haben:

  • Zur Versorgung von Wunden:
    • Pflaster in verschiedenen Größen
    • Steriles Verbandsmaterial
    • Abgerundete Schere, Pinzette und Zeckenzange
    • Desinfektionsmittel (für die Haut und für Wunden)
    • Einweghandschuhe
    • Elastische Binde
  • Kühlkompressen oder Gel-Kühlpacks
  • Fieberthermometer
  • Wärmflasche oder Körnerkissen
  • Notfallnummern, z. B. Hausärzt*in, Kinderärzt*in und Giftnotruf

Tipp: Günstige Verbandssets fürs Auto – z. B. aus dem Supermarkt – eignen sich auch hervorragend als Grundausstattung für die Hausapotheke. Sie enthalten alle wichtigen Verbandsmaterialien. Viele Sets gibt es zudem im handlichen Kleinformat und sind ideal für Ausflüge mit Kindern.

Medikamente für die häufigsten Beschwerden

Für kleine Alltagsbeschwerden oder leichte Erkrankungen ist es sinnvoll, zusätzlich einen verlässlichen Grundstock der wichtigsten Medikamente zu Hause zu haben. So hast du schnell das richtige zur Hand, wenn Kopfschmerzen, Magenprobleme oder eine Sportverletzung auftreten. Bitte bewahre die Beipackzettel immer auf und stelle vor Benutzung sicher, dass nichts gegen die Anwendung spricht.

  • Zur Äußereren Anwendung:
    • Wund- und Heilsalbe für die Heilung oberflächlicher Verletzungen, z. B. Schürfwunden, Kratzer und Schnittwunden ohne starke Blutung
    • Gel oder Salbe gegen Sonnenbrand, Juckreiz und Insektenstiche
    • Brand- und Wundsalbe bei Verbrennungen
    • Gel für Sportverletzungen, das kühlend und abschwellend wirkt
    • Eisspray, Arnikatinktur bei Prellungen
    • Bei Bedarf: Herpessalbe
  • Zum Einnehmen:
    • Mittel gegen Durchfall
    • Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
    • Elektrolytlösung zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts im Falle von Durchfall
    • Antihistaminikum bei bekannter Allergie, z. B. Tabletten gegen Heuschnupfen
    • Ein Schmerzmittel für leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber
    • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
    • Optional: Abschwellendes Nasenspray (Achtung: max. 5-7 Tage am Stück verwenden)

Zu beachten:

Erkältungs-Kombipräparate versprechen oft schnelle Hilfe, z. B. für eine erholsame Nachtruhe. Häufig enthalten sie jedoch Alkohol oder zusätzliche Wirkstoffe, die nur die Symptome unterdrücken und nicht heilen. Daher gilt: Du tust dir einen Gefallen, wenn sie die Ausnahme bleiben, nicht zur Regel werden.

Auch eine Fiebersenkung sollte nur bei hohem Fieber und nicht generell erfolgen. Die erhöhte Temperatur hilft dem Körper, Erreger effizienter zu bekämpfen.

Hausapotheke für Familien: Das brauchen Kinder

Babys und Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper funktioniert anders und braucht deshalb auch spezielle Medikamente. Diese sollten auch in kind- und altersgerechter Form verabreicht werden, z. B. als Saft oder Zäpfchen anstelle einer Tablette.

Wichtig ist, dass du immer auf altersgerechte Präparate achtest und die Dosierungen genau einhältst. Bei Kindern erfolgt die Dosierung meist nach Gewicht und mit längeren Abständen zwischen den Einnahmen.

Besonders wichtig: Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder unter 12 Jahren tabu, da sie das gefährliche Reye-Syndrom auslösen kann, eine seltene, aber gefährliche Erkrankung, die zu Leber- und Hirnschäden führen kann.

Damit deine Kinder bei den typischen Kinderkrankheiten und kleinen Alltagsbeschwerden gut versorgt sind, empfehlen sich für die Hausapotheke der Kleinen diese Mittel und Utensilien:

Für Babys:

  • Zahnungsgels zur Linderung von Zahnungsbeschwerden
  • Kümmelzäpfchen oder Dimeticon, ein Silikonöl, gegen Blähungen und Dreimonatskoliken
  • Zink- oder Dexpanthenolsalbe bei wunden Hautstellen

Für Kinder:

  • Leichte Schmerz- und Fiebermittel für Kinder als Zäpfchen oder Saft (Dosierung nach Gewicht beachten!)
  • Abschwellende Nasentropfen für Kinder (nur wenige Tage anwenden!)
  • Meersalzlösung oder Kochsalzlösung zum Befeuchten der Atemwege und Inhalieren
  • Elektrolytlösung zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust bei Durchfall
  • Heilsalbe zur Unterstützung der Wundheilung
  • Antihistamin-Gel bei Insektenstichen oder Sonnenbrand

Damit es nicht zu gefährlichen Verwechslungen kommt, solltest du die Medikamente für Kinder getrennt von den Präparaten der Erwachsenen aufbewahren. Am besten sicherst du die Hausapotheke zusätzlich durch einen abschließbaren Schrank. So sind deine Kinder zuverlässig geschützt. Wichtig: Medikamente für Kinder sollten immer nur nach ärztlichem Rat und gemäß Beipackzettel verabreicht werden.

Praktische Helfer

Neben Medikamenten gibt es einige praktische Helfer, die deine Hausapotheke komplett machen. Sie sind vielseitig einsetzbar und leisten im Notfall wertvolle Arbeit:

  • Kühlpacks oder Kühlkompressen – ideal bei Prellungen, Stößen oder Insektenstichen. Lagere sie am besten im Kühl- oder Gefrierschrank, damit sie direkt einsatzbereit sind. Es gibt auch Einmal-Kühlpacks, die bei Bedarf aktiviert werden können.
  • Erste-Hilfe-Anleitung, z. B. Erste Hilfe bei Erstickungsanfällen. Eine handliche Variante zeigt die wichtigsten Sofortmaßnahmen auf einen Blick, das ist im Notfall besonders hilfreich.
  • Liste mit Notfallkontakten, z. B. deiner Ärzt*innen und dem Notdienst.

Genauso sinnvoll ist es, den eigenen Erste-Hilfe-Kurs regelmäßig aufzufrischen, damit du im Ernstfall sicher handeln kannst.

So bewahrst du Medikamente richtig auf

Eine Hausapotheke hilft dir nur dann zuverlässig, wenn ihre Inhalte wirksam und sicher bleiben. Damit das gelingt, lohnt es sich, bei der Lagerung ein paar Grundregeln zu beachten:

Sie schützt vor Licht und enthält wichtige Infos zur Anwendung. Auch die Packungsbeilage solltest du immer aufbewahren.

Die meisten Medikamente sollten bei einer Raumtemperatur zwischen 15 und 25 °C aufbewahrt werden. Manche Präparate, darunter Insulin, Impfstoffe oder bestimmte Augentropfen, gehören in den Kühlschrank (2-8 °C). Wichtig: nie einfrieren und vor Hitze oder direkter Sonne schützen.

Das Badezimmer ist kein guter Platz, weil die Feuchtigkeit schwankt. Besser geeignet sind trockene, kühle Räume wie der Flur oder das Schlafzimmer.

Trage bei Präparaten mit kurzer Haltbarkeit nach Anbruch, etwa bei Augentropfen, das Öffnungsdatum auf der Packung ein.

Abgelaufene Arzneimittel können ihre Wirkung verlieren oder sogar schädlich sein.

Verfärbungen, Risse, ungewöhnlicher Geruch oder aufgeblähte Verpackungen sind Alarmzeichen. Frage im Zweifel in deiner Apotheke nach.

Nicht vergessen: Kontrollieren und nachfüllen

Hand aufs Herz: Viele Hausapotheken sind ein Sammelsurium aus alten Tabletten und zerknitterten Beipackzetteln. Damit es im Ernstfall nicht chaotisch wird, solltest du deine Hausapotheke mind. 1x im Jahr gründlich durchsehen. Da Notfallmedikamente eher selten benötigt werden, kaufe kleine Packungen. Das spart Geld und sorgt für weniger Müll, wenn die Haltbarkeit abläuft.

Wichtig ist, abgelaufene Medikamente konsequent auszusortieren. Zusätzlich gibt es für manche Arzneimittel eine Aufbrauchfrist: Augentropfen, Nasensprays oder frisch angerührte Salben sind oft nur wenige Wochen nach dem Öffnen haltbar. Bitte entsorge Medikamente niemals über das Abwasser. In den meisten Gemeinden kannst du sie in den Hausmüll geben. Ausnahmen gibt es z. B. in Berlin, wo Medikamente bei Schadstoff-Mobilen oder Recyclinghöfen entsorgt werden müssen. Im Zweifel kannst du bei deiner lokalen Apotheke nachfragen.

Anschließend kannst du den Grundstock deiner Hausapotheke mit den wichtigsten Arzneien auffüllen. So bist du gut vorbereitet, wenn der nächste Notfall kommt. Was du selten verwendest, solltest du lieber frisch bei Bedarf besorgen.

Im Zweifel lieber ärztlichen Rat einholen

So hilfreich eine gut ausgestattete Hausapotheke auch ist, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei unklaren Symptomen, starken Beschwerden oder wenn du unsicher bist, welches Medikament geeignet ist, solltest du dich nicht selbst behandeln. Wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt – oder frag in der Apotheke nach.

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