Kater nach Alkohol: Was hilft wirklich

Gefeiert und (zuviel) Alkohol getrunken? Am nächsten Tag folgt oft der sogenannte Kater. Wir erklären dir, was im Körper passiert und was hilft, um die Beschwerden zu lindern.

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Gefeiert und (zuviel) Alkohol getrunken? Am nächsten Tag folgt oft der sogenannte Kater. Wir erklären dir, was im Körper passiert und was hilft, um die Beschwerden zu lindern.

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Kater­stimmung: Ursachen und Symptome

Der Begriff Kater bezeichnet umgangssprachlich das unangenehme Gefühl nach übermäßigem Alkoholkonsum, das meist am folgenden Tag auftritt. Es entsteht durch mehrere Prozesse im Körper:

  • Flüssigkeitsverlust
  • Wirkung von Abbauprodukten des Alkohols
  • Elektrolytverlust
  • Schlafmangel
  • Entzündliche Reaktionen

Die typischen Beschwerden sind dann Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit oder Reizbarkeit. Das Phänomen ist weit verbreitet: Viele Menschen berichten regelmäßig über einen Kater nach zu hohem Alkoholkonsum.

Information

Woher stammt der Begriff "Kater"?

Der Ausdruck "Katzenjammer" wurde im 18. Jh. verwendet, um ein allgemeines Unwohlsein oder Klagen zu beschreiben. Im 19. Jh. verkürzte man diesen Ausdruck im Alltag einfach zu "Kater". So entstand der heutige Begriff für die typischen Beschwerden nach zu viel Alkohol – Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit.

Was genau passiert bei einem Kater im Körper?

Warum fühlt sich ein Kater so unangenehm an? Alkohol bringt den Körper gleich mehrfach aus dem Gleichgewicht. Wir erklären kurz und verständlich, welche Prozesse dahinterstecken und warum sie die typischen Beschwerden auslösen.

Alkoholstoffwechsel

Der Alkohol gelangt ins Blut und wird in der Leber abgebaut. Dabei entsteht Acetaldehyd, ein Zwischenprodukt, das deutlich giftiger ist als Alkohol selbst. Es kann Übelkeit, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein verursachen.

Dehydration

Alkohol hemmt das Hormon Vasopressin, wodurch die Nieren mehr Wasser ausscheiden. Das kann zu Durst, Kopfschmerzen und Müdigkeit führen.

Elektrolyt- und Mineralstoffverlust

Mit dem Wasser gehen auch wichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium verloren. Ihr Fehlen kann Muskelschwäche, Zittern oder Krämpfe verursachen.

Entzündungsreaktionen

Alkohol kann die Freisetzung von Entzündungsstoffen im Körper fördern. Das führt dazu, dass du dich müde und abgeschlagen fühlst – ähnlich wie bei einer leichten Erkältung.

Schlafstörungen und Blutzuckerabfall

Alkohol beeinträchtigt die Schlafqualität, auch wenn er zunächst schläfrig macht. Außerdem kann er den Blutzuckerspiegel senken, was Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit verstärkt

All diese Faktoren zusammen führen schließlich zur typischen Katerstimmung oder kurz zum Kater.

Tipps, um einen Kater zu verhindern

Du möchtest auf einer Feier etwas trinken, aber die Katerstimmung am Tag danach vermeiden? Wir haben ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

  • Trinke bewusst: Setze dir vor dem Feiern ein Limit für alkoholische Getränke und halte dich daran. Z. B. max. 2–3 Drinks über den Abend verteilt.
  • Langsam trinken: Genieße jedes Getränk bewusst. Nach jedem alkoholischen Getränk trinke ein Glas Wasser oder Saft. Das reduziert den Gesamtkonsum automatisch.
  • Alkoholstarke Getränke meiden: Vermeide generell Getränke mit einem hohen Alkoholgehalt.
  • Essensbegleitung nutzen: Kombiniere Alkohol immer mit Essen. Ein Snack verzögert die Aufnahme und schützt den Magen.

Was tun, wenn der Kater schon da ist?

Von ausreichend trinken über leichte Mahlzeiten bis hin zu Schlaf, frischer Luft und Entspannung – diese Tipps helfen dir, dich schnell wieder fitter zu fühlen.

Rehydrieren

Trinke ausreichend Wasser, Tee oder leichte Saftschorlen. Alkohol wirkt harntreibend und entzieht dem Körper Flüssigkeit. Durch Rehydrierung stellst du den Wasser- und Elektrolythaushalt wieder her, was die Kopfschmerzen und den Schwindel lindern kann.

Leichtes, ausgewogenes Essen

Setze auf Vollkornprodukte, leicht verdauliche Suppen oder Obst. Nach Alkoholkonsum ist der Blutzuckerspiegel oft niedrig. Kohlenhydrate liefern schnell Energie, während Mineralstoffe und Ballaststoffe den Stoffwechsel und die Verdauung unterstützen.

Schlaf nachholen

Gönne dir Ruhe oder ein kurzes Nickerchen. Alkohol stört den Tiefschlaf, wodurch die Erholung des Nervensystems verzögert wird. Schlaf hilft, diese Regeneration nachzuholen.

Frische Luft und leichte Bewegung

Ein Spaziergang an der frischen Luft kann Wunder wirken. Sauerstoffreiche Luft unterstützt die Gehirnfunktion und leichte Bewegung regt Kreislauf und Stoffwechsel an, wodurch die Alkoholabbauprodukte schneller ausgeschieden werden.

Wärme und Entspannung

Eine warme Dusche oder ein Bad entspannt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und kann Muskel- sowie Kopfschmerzen lindern.

Der beste Weg, einem Kater vorzubeugen, ist ganz klar: kein Alkohol. Alkoholfrei ist immer die gesündeste Wahl! Gleichzeitig wissen wir: Feiern, Freundinnen und Freunde treffen oder besondere Anlässe gehören zum Leben. Wenn du dich in solchen Momenten bewusst für ein Glas entscheidest, dann sollte es etwas Besonderes sein. Trinke achtsam. Höre auf deinen Körper. Und halte dich an unsere Tipps. So kannst du die negativen Auswirkungen deutlich reduzieren oder sogar vermeiden. Genieße die besonderen Momente, habe Spaß – und achte dabei gut auf dich.

Fakten zum Thema Alkoholkonsum

  • Laut dem Bundesgesundheitsministerium liegt in Deutschland der durchschnittliche Alkoholkonsum pro Kopf (ab 15 Jahren) bei etwa 10,2–10,6 Litern reinem Alkohol pro Jahr, wobei der Konsum zwar leicht rückläufig ist, im internationalen Vergleich aber weiterhin hoch bleibt.
  • Etwa 46 % der Erwachsenen trinken alkoholische Getränke risikoarm, rund 14 % moderat und 18 % in einem riskanten Ausmaß so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V..
  • Bei einer Erhebung gaben etwa 70 % der 18 bis 64 Jährigen an, in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert zu haben. Weitere Zahlen und Fakten findest du auf der Website des Institut für Therapieforschung.

Kater oder Alkoholvergiftung?

Kater oder eine ernsthafte Alkoholvergiftung? Wir helfen dir den Unterschied zu erkennen.

Merkmal Kater Alkoholvergiftung
Definition Vorübergehende körperliche und geistige Beeinträchtigung nach übermäßigem Alkoholkonsum. Akute, potenziell lebensbedrohliche Vergiftung durch zu viel Alkohol im Blut.
Ursache Abbau von Alkohol, Dehydration, Störung von Zucker- und Mineralstoffhaushalt, Schlafmangel Sehr hohe Blutalkoholkonzentration, die zentrale Funktionen von Herz, Lunge und Gehirn gefährdet.
Symptome Allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, trockener Mund, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, leichte Konzentrationsprobleme. Starke Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Bewusstseinsstörung, verlangsamte Atmung, niedriger Puls, Unterkühlung, Krampfanfälle.
Schweregrad Meist leicht bis mäßig, selten gefährlich. Schwer bis lebensbedrohlich, kann zu Koma oder Tod führen.
Dauer Stunden bis maximal 1–2 Tage. Kann mehrere Stunden bis Tage dauern; ärztliche Behandlung dringend notwendig.
Behandlung Ruhe, Flüssigkeit, Elektrolyte, leichte Nahrung, frische Luft und leichte Bewegung. Sofortige medizinische Versorgung, Überwachung von Atmung, Herzfunktion und Flüssigkeitshaushalt.

FAQ zum Kater

Ein deftiges Frühstück kann helfen, den Blutzuckerspiegel wieder zu stabilisieren und Mineralstoffe aufzufüllen. Der Abbau vom Alkohol wird zwar nicht beschleunigt, das „Katerfrühstück“ kann aber das Unwohlsein etwas lindern.

Rollmops und saurer Hering enthalten viel Salz und Mineralstoffe, besonders Natrium. Sie unterstützen die Wiederherstellung des Elektrolytgleichgewichts nach übermäßigem Alkoholkonsum.

Intensive körperliche Aktivität wird nicht empfohlen. Leichte Bewegung wie Spaziergänge kann Kreislauf und Stoffwechsel anregen, aber zu viel Sport belastet den Körper zusätzlich.

Ja, sauerstoffreiche Luft kann die Müdigkeit etwas lindern und das Wohlbefinden steigern, da der Kreislauf aktiviert und das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt wird.

Kaltes Wasser kann wach machen und den Kreislauf stimulieren, lindert aber nicht die eigentlichen Katerbeschwerden, die im Stoffwechsel und Elektrolythaushalt liegen.

Eine kleine Tasse Kaffee kann wach machen, zu viel Koffein entwässert jedoch zusätzlich und kann Kopfschmerzen dadurch verstärken.

Honig liefert schnell verwertbare Zucker und kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren, Ingwer kann Übelkeit lindern. Beides beschleunigt aber nicht den Alkoholabbau.

Dunkle Schokolade enthält kleine Mengen Koffein und Zucker, was kurzfristig die Stimmung hebt. Sie wirkt jedoch nicht direkt auf die körperlichen Katerursachen.

Das „Konter“ (ein weiteres alkoholisches Getränk) verschiebt nur die Symptome, da der Körper weiter mit dem bereits aufgenommenen Alkohol arbeitet. Diese Methode ist nicht empfehlenswert.

Die Beschwerden halten in der Regel 6–24 h an, abhängig von Trinkmenge, Körpergewicht, Stoffwechsel und Flüssigkeitsverlust.

Nein. Schlaf vor dem Trinken schützt nicht vor Alkoholwirkungen, aber ausreichend Schlaf danach unterstützt die Erholung und mindert Müdigkeit und Konzentrationsprobleme.

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