Rote-Bete-Saft: Dein Leistungsbooster beim Training?

Rote-Bete-Saft gilt im Ausdauersport als Leistungsträger. Doch bringt der Saft im Training und Wettkampf wirklich den erhofften Effekt? Wir checken das für dich.
Rote-Bete-Saft gilt im Ausdauersport als Leistungsträger. Doch bringt der Saft im Training und Wettkampf wirklich den erhofften Effekt? Wir checken das für dich.

Wie wirkt Rote-Bete-Saft im Körper beim Sport?

Rote Bete enthält von Natur aus große Mengen an Nitrat – eine stickstoffhaltige Verbindung, die im Körper eine wichtige Rolle für die Gefäßfunktion spielt. Nach dem Verzehr wird das Nitrat durch Mundbakterien zu Nitrit und anschließend im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt. Dieses sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern (Vasodilatation). Dadurch verbessert sich die Durchblutung, sodass Sauerstoff und Nährstoffe effizienter zur arbeitenden Muskulatur transportiert werden können.

Gleichzeitig kann die sogenannte mitochondriale Effizienz steigen – das bedeutet, dass deine Muskeln Sauerstoff besser nutzen, um Energie zu produzieren. Für dich als Sportler*in heißt das konkret: Dein Körper arbeitet ökonomischer, da er weniger Sauerstoff für die gleiche Leistung benötigt – ein klarer Vorteil im Ausdauersport. Gerade bei längeren Einheiten auf dem Rad oder beim Laufen ist diese optimierte Nutzung entscheidend, um die Leistungsfähigkeit stabil zu halten.

Rote-Bete-Saft beim Training: Timing ist entscheidend

Damit dein Körper das Nitrat umwandeln kann, benötigt er etwas Vorlauf. Deshalb ist das Timing entscheidend: Am besten wirkt der Rote-Bete-Saft, wenn du ihn etwa 2 bis 3 h vor dem Training trinkst. So bleibt genügend Zeit, damit sich der leistungssteigernde Effekt pünktlich zum Start aufbauen kann.

Information

Nitratgehalt in Rote Bete-Saft

Der Nitratgehalt in Rote Bete-Saft schwankt deutlich. Er hängt unter anderem von Sorte, Anbau, Jahreszeit und Verarbeitung der Rote-Bete ab. Als grobe Orientierung gelten diese Werte:

  • Etwa 250 bis 1.500 mg Nitrat pro Liter
  • Viele handelsübliche Säfte liegen bei ungefähr 300 bis 800 mg pro 500 ml

Rote-Bete-Saft und Ausdauerleistung?

Laut der aktuellen Studienlage ist inzwischen recht klar: Rote-Bete-Saft kann die Ausdauerleistung leicht verbessern – vor allem bei Radfahrer*innen und Läufer*innen.

  • Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die Nitrat-Supplementierung die Ausdauer und Muskelkraft messbar verbessert, auch wenn der Effekt insgesamt eher klein bleibt.
  • Ein umfassender Überblick über mehrere Studien bestätigt, dass sich vor allem die Zeit bis zur Erschöpfung und die Belastungsdauer verbessern kann.
  • Studien mit konkreten Sportarten wie Triathlon zeigen zusätzlich, dass sich deine Ausdauerleistung verbessern kann.

Der Nutzen ist jedoch insgesamt als klein bis moderat einzuordnen: Die Steigerung liegt meist bei etwa 1–3 %, z. B. bei der Ausdauer oder der Zeit bis zur Erschöpfung. Das klingt wenig, kann im Leistungssport aber entscheidend sein. Der Effekt ist dabei nicht garantiert und fällt individuell unterschiedlich aus. Während besonders gut trainierte Athlet*innen oft weniger profitieren, reagieren Freizeitsportler*innen tendenziell etwas stärker. Insgesamt kann Rote-Bete-Saft also unterstützen, ist aber eher das Feintuning für dein Training als ein riesiger Leistungshebel.

Rote-Bete-Saft: Die richtige Dosierung

Du möchtest Rote-Bete-Saft ausprobieren? Viele Sportler*innen trinken vor dem Training etwa 300–500 ml. Das ist ein typischer Richtwert, mit dem du ggf. eine leistungssteigernde Wirkung bemerken kannst. Da jeder Körper individuell reagiert und größere Mengen nicht von allen gleich gut vertragen werden, solltest du dich langsam herantasten. Trinke am besten vor den ersten Trainingseinheiten erst einmal nur ein paar Schlucke, um deine Verträglichkeit zu testen.

Hat Rote-Bete-Saft Nebenwirkungen?

Rote-Bete-Saft gilt im Allgemeinen als sehr gut verträglich. Dennoch kann es in Einzelfällen zu leichten Begleiterscheinungen kommen:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Empfindliche Personen klagen gelegentlich über leichte Übelkeit oder Bauchschmerzen.
  • Rote Verfärbung von Urin und Stuhl: Völlig harmlos, dass enthaltene Betanin färbt Ausscheidungen rötlich.

Diese Effekte sind meist unbedenklich, du solltest sie jedoch kennen, um nicht unnötig beunruhigt zu sein.

In einzelnen Fällen kann es zu einem Blutdruckabfall kommen, denn Rote Bete ist extrem reich an Nitrat. Wie oben beschrieben, weiten sich durch die Umwandlung in Stickstoffmonoxid (NO) die Blutgefäße. Das Blut hat dadurch mehr Platz zum Fließen, der Widerstand sinkt – und mit ihm der Blutdruck. Sollte dir nach dem Konsum von Rote-Bete-Saft schwindelig oder schwarz vor den Augen werden (typische Anzeichen für einen niedrigen Blutdruck), helfen folgende Sofortmaßnahmen:

  • Beine hochlegen: Das fördert den Rückfluss des Blutes zum Herzen und stabilisiert den Kreislauf.
  • Wasser trinken: Ein großes Glas Wasser – gerne auch eine salzige Brühe – erhöht das Blutvolumen und steigert den Druck sanft.

Damit es beim nächsten Mal gar nicht erst so weit kommt, kannst du die Dosis anpassen. Wenn du empfindlich reagierst, trinke den Saft lieber über den Tag verteilt oder verdünne ihn als Schorle.

Wichtiger Hinweis: Falls du bereits Medikamente zur Blutdrucksenkung einnimmst, solltest du vor dem regelmäßigen Konsum unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, ob und wie viel Rote-Bete-Saft du gefahrlos trinken kannst.

Lohnt sich Rote-Bete-Saft für dich wirklich?

Die ehrliche Antwort: Ja, aber mit realistischen Erwartungen. Du wirst davon nicht plötzlich doppelt so schnell laufen. Aber der Saft kann dir im Ausdauerbereich ein kleines, spürbares Plus geben. Er funktioniert am besten als Ergänzung zu:

  • Regelmäßigem Training
  • Einer ausgewogenen Ernährung
  • Ausreichender Regeneration

Auch wenn der leistungssteigernde Effekt im Training eher gering ist, kann sich Rote-Bete-Saft positiv auf deine Gesundheit auswirken. Der Saft liefert nämlich wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Folsäure (Vitamin B9), Kalium, Eisen und Magnesium. Diese unterstützen unter anderem dein Immunsystem, die Blutbildung und den Energiestoffwechsel.

„Bei der Betrachtung der gesundheitlichen Vorteile der Rote Beete sollte berücksichtigt werden, dass nicht nur Rote-Bete-Saft eine gute Möglichkeit bietet, ihre positiven Eigenschaften zu nutzen – sei es im Sport oder als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Auch die ganze Knolle kann als gekochtes oder rohes Gemüse, z. B. in Salaten oder Soßen, einen wertvollen Beitrag zu einer abwechslungsreichen Ernährung leisten.“ so die Ernährungsexpertin Sandra Hambloch-Dick.

Ob als Saft, im Salat oder als Gemüsebeilage: Gib der Rote Beete einen festen Platz auf deinem Speiseplan und profitiere von den wertvollen Nährstoffen – sowohl im Sport als auch im Alltag.

Unsere Ernährungs-Expertin Sandra Hambloch Dick

Unsere Expertin

Sandra Hambloch-Dick, Diplom-Oecotrophologin bei der Pronova BKK

Ernährung

Mmmh, das schmeckt!

Wir haben für dich gesunde und super leckere Inspirationen für die Küche in unseren Lieblingsrezepten gesammelt.

Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 18.06.2026