Dreitage­fieber

Hohes Fieber wie aus dem Nichts und danach ein Ausschlag: Erfahre alles über das sogenannte Dreitagefieber bei Kindern. Was genau das ist, wie du deinem Kind helfen und was du bei einem möglichen Fieberkrampf tun kannst.

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Hohes Fieber wie aus dem Nichts und danach ein Ausschlag: Erfahre alles über das sogenannte Dreitagefieber bei Kindern. Was genau das ist, wie du deinem Kind helfen und was du bei einem möglichen Fieberkrampf tun kannst.

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Wie erkenne ich Dreitage­fieber bei Klein­kindern?

Kleinkinder fiebern mitunter ganz plötzlich, erschreckend hoch und scheinbar grundlos. Dann, nach 3-4 Tagen, geht das Fieber ebenso schnell wieder zurück. Wenn sich jetzt ein kleinfleckiger roter Hautausschlag innerhalb weniger Stunden hauptsächlich am Rumpf ausbreitet, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das Dreitagefieber. Besonders die hohen Fieberwerte von mehr als 40°C machen Eltern schnell Sorgen. Doch zum Glück ist die von menschlichen Herpesviren ausgelöste Krankheit in der Regel harmlos. Bei einigen Kindern kann es allerdings zu Fieberkrämpfen kommen. Aber auch die sind meistens ungefährlich.

Generell gilt jedoch: Wenn Kinder hoch fiebern, ist ein Besuch bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt angeraten, da du nur so ernsthafte Krankheiten mit Sicherheit ausschließen kannst.

Das Dreitagefieber ist eine sehr verbreitete Krankheit, an der fast alle Kinder einmal erkranken. Meist erfolgt die Ansteckung in den ersten 2 Lebensjahren, besonders häufig zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Kinder über 3 Jahre sind nur selten betroffen. Die gute Nachricht: Durch die während der Erkrankung gebildeten Antikörper ist dein Kind ein Leben lang vor Neuinfektionen geschützt.

Dreitage­fieber: Mögliche Symptome

Es gibt verschiedene Symptome, die auf Dreitagefieber hinweisen:

  • Hohes Fieber für ca. 3 Tage (selten mehr als 8 Tage). Der rasche Temperaturanstieg führt bei einigen Kindern zu Fieberkrämpfen.
  • Kleinfleckiger Hautausschlag, der sich erst nach Abklingen des Fiebers besonders auf Brust, Bauch und Rücken bildet. Bisweilen zeigt er sich auch auf Beinen und Armen, in ganz seltenen Fällen nur im Gesicht und auf dem Kopf. Ein Juckreiz gehört nicht notwendig dazu. Nach wenigen Stunden oder spätestens nach 2-3 Tagen verschwindet der Ausschlag folgenlos.
  • Einige Kinder leiden zusätzlich an Durchfall oder Erbrechen.
  • Kinder sind z. T. ausgesprochen quengelig, sogar noch nach Abklingen der Symptome.
  • Ein entzündeter Rachenraum oder geschwollene Lymphknoten am Hals sind weitere mögliche Begleiterscheinungen.

Manchmal verläuft die Krankheit fast symptomfrei, auch der Ausschlag ist kaum zu sehen. Dennoch folgt auch hier die in der Regel lebenslange Immunität.

Typisch für Dreitage­fieber: Erst Fieber, dann Ausschlag

Beim Dreitagefieber tritt der Hautausschlag typischerweise erst auf, nachdem das Fieber bereits abgeklungen ist. Dies unterscheidet den Ausschlag von anderen Kinderkrankheiten wie z. B. Masern, Scharlach oder Röteln.

Krankheit Verlauf des Ausschlags Typische Merkmale
Dreitagefieber Nach einer Fieberphase von etwa 3-5 Tagen tritt ein fleckig blassroter Hautausschlag auf, meist am Rumpf und gelegentlich auch an Hals, Armen und Beinen. Nach wenigen Stunden bis Tagen verschwindet der Hautausschlag wieder. Der Hautausschlag beim Dreitagefieber juckt nicht. DIe Kinder wirken meist gesund, obwohl das Fieber oft sehr hoch ist (39-40°C).
Masern 2-4 Tage nach den 1. Symptomen wie Fieber, Husten und geröteter Bindehaut erscheinen bräunlich-rote Flecken, die im Gesicht und hinter den Ohren beginnen und sich über den Körper ausbreiten. Der Ausschlag bei Masern hält 4-7 Tage an. Typisch für Masern sind Fieber, Husten, Schnupfen und eine Bindehautentzündung der Augen. Oft zeigen sich sog. Koplik-Flecken (weiße Punkte auf der Mundschleimhaut).
Scharlach Bei Scharlach beginnt der rote, feinfleckige Ausschlag am Oberkörper und breitet sich über den Körper aus, Handflächen und Fußsohlen bleiben meist frei. In den Leisten fühlt sich die Haut oft sandpapierartig an. Die Wangen sind gerötet, der Bereich um den Mund bleibt blass. Der Ausschlag verschwindet nach 6-9 Tagen wieder. Neben dem roten Hautausschlag treten bei Scharlach häufig eine schmerzhafte Rachenentzündung mit Schluckbeschwerden auf. Typisches Merkmal: Auf der Zunge sind zunächst weiße Beläge sichtbar, dann färbt sie sich dunkelrot.
Röteln Bei Röteln zeigen sich meist kleine, hellrote Flecken, die nicht verschmelzen und oft nur schwach sichtbar sind. Der Ausschlag beginnt im Gesicht und breitet sich über den Körper aus. Nach 1-3 Tagen verschwindet der Ausschlag wieder. Röteln verläuft bei Kindern meist komplikationsfrei und es zeigen sich nur milde Symptome, wie z. B. leichtes Fieber oder geschwollene Lymphknoten hinter den Ohren und im Nacken.

Wie lange ist Dreitage­fieber ansteckend?

Dreitagefieber ist hochansteckend, wobei der Krankheitserreger von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten der Symptome, beträgt 5-15 Tage.

In dieser Zeit können sich andere Kinder bereits mit Dreitagefieber anstecken – also noch bevor das Fieber überhaupt einsetzt und der Hautausschlag erscheint. Sobald der Ausschlag auftritt und das Fieber abgeklungen ist, sind die Kinder in der Regel nicht mehr ansteckend. Spätestens 24 h nach Beginn des Ausschlags besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Können auch Erwachsene an Dreitage­fieber erkranken?

Ja, theoretisch können sich auch Erwachsene mit dem Virus anstecken und an Dreitagefieber erkranken. Das kommt aber nur äußerst selten vor. Die meisten Menschen haben die Krankheit bereits in der Kindheit durchgemacht und sind danach ein Leben lang geschützt. Sollte es trotzdem zu einer Infektion kommen, verläuft sie meist mild, oft nur mit leichten grippeähnlichen Symptomen.

Diese Maßnahmen helfen deinem Kind

Durch das hohe Fieber beim Dreitagefieber verliert dein Kind viel Flüssigkeit. Es sollte viel trinken: am besten Wasser, Tee mit etwas Traubenzucker oder verdünnte Säfte. Fiebernde Kinder fühlen sich in kühlen und regelmäßig gelüfteten Räumen wohler als in überhitzten. Die Gabe fiebersenkender Mittel ist nicht unbedingt notwendig, da Fieber zu den Abwehrmechanismen des Körpers zählt. Neigt dein Kind allerdings zu Fieberkrämpfen, solltest du einen schnellen Temperaturanstieg unbedingt vermeiden. Neben Medikamenten kommen hier auch Wadenwickel als Maßnahme in Frage, allerdings nur, wenn Füße, Hände und Gesicht deines Kindes nicht kalt sind.

Hilfe bei einem Fieberkrampf

Fieberkrämpfe treten beim Dreitagefieber wegen des plötzlichen Temperaturanstiegs häufiger auf als bei anderen fieberhaften Infekten. Ein solcher Krampfanfall, der übrigens kein epileptischer Anfall ist und auch keine Epilepsie auslöst, sieht dramatisch aus, löst sich aber in der Regel nach kurzer Zeit von allein.

Nimm dein Kind während des Krampfes auf den Arm, um möglichen Verletzungen vorzubeugen und ihm das Atmen zu erleichtern.

Auch wenn Fieberkrämpfe normalerweise keine Schäden im Gehirn verursachen, sollte nach einem Krampf eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Mit Hilfe einer Hirnstrommessung können zum einen verborgene Erkrankungen ausgeschlossen werden, zum anderen gibt dir die Ärztin oder der Arzt Tipps und eventuell vorbeugende Medikamente für den Fall eines weiteren Fieberkrampfes.

Wichtig: Hat dein Kind erstmals einen Fieberkrampf oder dauert dieser länger als 5 Minuten, ruf unbedingt die Notärztin oder den Notarzt. Weitere Infos zum Thema Fieber und Fieberkrampf findest du übrigens auch in unserem Artikel „Fieber bei Kindern: Richtig Fieber messen“.

Pronova BKK

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