Würmer bei Kindern: Wurmbefall erkennen und richtig behandeln

Wenn sich dein Kind besonders nachts häufig am Po kratzt oder in seinem Stuhl kleine weiße Würmchen auftauchen, ist die Aufregung groß. Ein Wurmbefall ist unangenehm, aber meist gut behandelbar und harmlos.
Wenn sich dein Kind besonders nachts häufig am Po kratzt oder in seinem Stuhl kleine weiße Würmchen auftauchen, ist die Aufregung groß. Ein Wurmbefall ist unangenehm, aber meist gut behandelbar und harmlos.

Daran erkennst du Würmer bei deinem Kind

Madenwürmer

Madenwürmer sind kleine, weißliche Parasiten. Die Weibchen werden etwa 1 cm lang und wandern nachts aus dem Darm, um ihre Eier in den Hautfalten rund um den After abzulegen. Das verursacht den typischen Juckreiz. Manche Kinder schlafen schlecht, sind am nächsten Tag gereizt oder unkonzentriert. Auch häufiges Kratzen, gerötete Haut, kleine Verletzungen oder gelegentliches Bettnässen können Hinweise sein. Bei Mädchen kann es selten zu einer Entzündung im äußeren Genitalbereich kommen.

Ein Wurmbefall kann ohne Beschwerden verlaufen. Treten Symptome auf, sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall nicht eindeutig: Sie können auch viele andere Ursachen haben. Ein deutlicherer Hinweis sind sichtbare Würmer in der Unterwäsche, am After, auf dem Bettlaken oder im Stuhl. Der Stuhl selbst sieht meist normal aus; auffällig sind höchstens kleine, fadenförmige, weiße Würmer. Aber: Nicht jedes wurmähnliche Gebilde ist ein Parasit.

Spulwürmer

Spulwürmer sind größer und in Deutschland selten. Aus geschluckten Eiern entwickeln sich Larven, die zunächst über den Blutweg bis zur Lunge und anschließend in den Dünndarm wandern. Möglich sind Bauchschmerzen, Unwohlsein, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Gewichtsverlust und Blässe. Während der Lungenwanderung können Husten, Fieber, Atembeschwerden oder asthmaähnliche Beschwerden auftreten. Ein Darmverschluss ist bei starkem Befall selten, aber möglich.

Wie stecken sich Kinder an?

Madenwürmer werden durch das Verschlucken winziger Wurmeier von Mensch zu Mensch übertragen. Sie können an Händen, Spielzeug, Stiften, Lebensmitteln, Gegenständen oder unter Fingernägeln haften. Kratzt sich ein Kind am Po und steckt anschließend die Finger in den Mund, kann es sich selbst erneut anstecken. So erklärt sich, warum Madenwürmer scheinbar immer wiederkommen. Enge Kontakte und gemeinsam benutzte Spielsachen in Kita und Grundschule erleichtern die Weitergabe.

Wichtig zu wissen: Die winzigen Eier lassen sich in Kitas und Schulen kaum komplett verhindern. Ein Wurmbefall hat daher nichts mit fehlender Sauberkeit oder einem Versagen von Eltern, Erzieher*innen oder Lehrkräften zu tun.

Spulwürmer werden meist über verunreinigtes Gemüse, Salat, Obst, Erde oder Wasser aufgenommen. Bei Haustieren ist zu unterscheiden: Madenwürmer befallen ausschließlich Menschen und werden nicht von Hund oder Katze übertragen. Hunde und Katzen können jedoch andere Parasiten auf Menschen übertragen, darunter bestimmte Spul- und Bandwürmer. Deren Eier können über Tierkot, verunreinigte Erde, Sand oder Lebensmittel in den Mund gelangen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine passende Entwurmung des Haustiers helfen, das Risiko zu verringern. Wichtig ist außerdem gründliches Händewaschen.

Was tun bei Würmern im Stuhl?

Bei Verdacht auf Madenwürmer kann ein sogenannter Klebestreifentest Klarheit bringen. Melde dich dafür am besten in deiner Kinderarztpraxis. Dort erhältst du die nötigen Informationen und in der Regel auch das Material. Die Probe nimmst du morgens vor dem Waschen und Toilettengang ab. Dafür wird ein Klebestreifen vorsichtig auf die Haut rund um den After gedrückt. Anschließend untersucht die Praxis oder ein Labor den Streifen unter dem Mikroskop auf Wurmeier. Falls der Test unauffällig ist, der Verdacht aber bestehen bleibt, kann er wiederholt werden.

Wurm­befall be­handeln: Darauf musst du achten

Madenwürmer lassen sich mit Medikamenten als Tablette oder Suspension, also eine Art Saft, behandeln. Auswahl und Dosierung richten sich nach Alter, Körpergewicht und Gesundheitszustand deines Kindes. Einige Präparate sind in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Rezeptfrei bedeutet aber nicht automatisch für jedes Kind geeignet: Bei kleinen Kindern, Leber- oder Nierenerkrankungen oder bei unklaren Beschwerden solltest du vorher in der Kinderarztpraxis oder der Apotheke nachfragen. Gegen Spulwürmer oder einen unklaren Fund sollte nicht einfach ein Madenwurmmittel eingesetzt werden. Spulwürmer werden mit einem passenden, ärztlich ausgewählten Wurmmittel behandelt.

Die Behandlung wird normalerweise nach 2 Wochen und gegebenenfalls noch einmal nach 4 Wochen wiederholt. Denn die Medikamente töten zwar die Würmer, nicht aber zuverlässig die Eier. Werden trotz korrekter Anwendung immer wieder Würmer festgestellt, steckt häufig eine Reinfektion durch das Kind, ein Familienmitglied oder die Umgebung dahinter.

Muss die ganze Familie gleich­zeitig behandelt werden?

Nicht pauschal. Alle Haushaltsmitglieder sollten auf Symptome achten und die Hygieneregeln einhalten. Bei mehreren Betroffenen, engem Zusammenleben oder wiederkehrenden Infektionen kann die Ärztin oder der Arzt empfehlen, alle zeitgleich zu behandeln. Medikamente sollten nicht vorsorglich auf eigene Faust eingenommen werden.

Kita und Schule: Muss das Kind zu Hause bleiben?

Bei Madenwürmern darf dein Kind, wenn es sich fit fühlt, in der Regel weiter in die Kita oder Schule gehen. Die Einrichtung sollte aber informiert werden, damit sie auf entsprechende Hygienemaßnahmen achten kann. Eine pauschale mehrwöchige Kita-Pause ist nicht erforderlich.

Auch bei Spulwürmern muss dein Kind nicht automatisch zu Hause bleiben. Fühlt es sich insgesamt gut, kann es die Kita oder Schule in der Regel weiter besuchen.

Bei starken Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber, Husten oder Atembeschwerden bleibt dein Kind zu Hause und sollte ärztlich untersucht werden.

Wie lange ein Kind mit Würmern ansteckend ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn Wurmeier können noch über Hände und Gegenstände weitergegeben werden, wenn kein Wurm mehr zu sehen ist. Weil die Medikamente die Eier nicht zuverlässig abtöten, wird die Behandlung bei Madenwürmern in der Regel nach 2 Wochen und gegebenenfalls noch einmal nach 4 Wochen wiederholt. Gleichzeitig ist es wichtig, über mehrere Wochen konsequent auf die wichtigsten Hygieneregeln zu achten.

Reinfektion ver­hindern: Die wichtigsten Hygiene­regeln

Bei Madenwürmern genügt es nicht, nur das Medikament zu geben. Im Alltag helfen vor allem diese Maßnahmen:

  • Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen: nach dem Toilettengang, nach dem Wickeln, vor dem Essen und nach dem Spielen draußen.
  • Fingernägel kurz halten, nicht daran kauen und das Kratzen am Po möglichst verhindern.
  • Das Kind morgens duschen oder den Analbereich sorgfältig waschen. Täglich frische Unterwäsche anziehen.
  • Schlafanzug, Handtücher und Bettwäsche regelmäßig wechseln und möglichst bei mind. 60 °C waschen. Wäsche nicht ausschütteln, damit Eier nicht verteilt werden.
  • Im Kinderzimmer und Bad die Böden und häufig berührte Flächen regelmäßig feucht wischen. Bett, Matratze und Polstermöbel absaugen. Spielsachen, die draußen waren oder in den Mund genommen werden, heiß mit Wasser und Spülmittel reinigen. Eine komplette Desinfektion ist nicht nötig.
  • Obst, Gemüse und Salat gründlich waschen. Sand und Erde gehören nicht in den Mund; nach dem Spielen draußen werden die Hände gewaschen.

Bei Spulwürmern kommt es vor allem auf saubere Hände und Lebensmittel an. Achte außerdem darauf, dass dein Kind keinen Tierkot in den Mund bekommt. Decke Sandkästen ab, wenn sie nicht benutzt werden, und lass Haustiere regelmäßig tierärztlich untersuchen.

Wann ist ärzt­liche Hilfe besonders wichtig?

Ein Termin in der Kinderarztpraxis ist sinnvoll, wenn Würmer oder wurmähnliche Gebilde im Stuhl zu sehen sind, der nächtliche Juckreiz anhält oder der Befall wiederkehrt. Rasch abklären lassen solltet du starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Atembeschwerden, hohes Fieber, Gelbfärbung von Haut oder Augen oder einen deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand. Bei kleinen Kindern, unklaren Symptomen oder einem möglichen Befall nach einer Reise gilt: lieber einmal mehr bei der Kinderärztin bzw. dem Kinderarzt nachfragen. Mit Behandlung und Hygiene ist ein Wurmbefall meist schnell in den Griff zu bekommen.

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Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 29.09.2026