Normale Nutzung oder Smartphone-Sucht
Die Grenzen zwischen normaler Handynutzung und beginnender Sucht sind fließend. In vielen Fällen nimmt der Gebrauch immer mehr zu – Versuche, das Handy weniger in die Hände zu nehmen, bleiben erfolglos.
Aber: Die Nutzungsdauer ist nicht das alleinig ausschlaggebende Kriterium für die Diagnose einer Smartphone-Sucht. Es gibt 3 wesentliche Merkmale, bei denen du hellhörig werden solltest:
- Verhaltensänderung: Du hast deutlich weniger oder kein Interesse mehr an anderen Aktivitäten oder Hobbies. Reale Beziehungen leiden, Schul- und Uni-Leistungen sacken ab. Und auch im Job wirst du schlechter.
- Psychische oder körperliche Entzugserscheinungen: Du bist nervös oder verspürst sogar Angst, wenn du das Handy nicht dabei hast oder benutzen kannst.
- Zeitfresser und Always-on-Modus: Deine Toleranzgrenze, dein Smartphone immer länger und intensiver zu nutzen, steigt.
Treffen diese Punkte zu, solltest du dringend handeln: Vielleicht schaffst du es, dir selbst (zeitliche) Grenzen zu setzen und wieder etwas mehr reales Leben der virtuellen Welt gegenüberzustellen, Wenn du aber merkst, dass das nicht klappt, such dir professionelle Hilfe, um wieder einen normalen Umgang mit dem Handy zu lernen.
Anders als in den USA ist die Internet- bzw. Smartphone-Abhängigkeit in Deutschland noch nicht als Suchterkrankung anerkannt. Seit Januar 2022 wird allerdings die Internetspielsucht (Gaming Disorder) in der Liste der Klassifikation von Krankheiten (ICD) geführt und ist damit offiziell in Deutschland als Krankheit anerkannt.