Aktuelles aus der Pflegekasse

Mit dem GVWG (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz) hat der Gesetzgeber auch einige Änderungen für die Pflegeversicherung beschlossen. Die wichtigsten haben wir auf einen Blick für dich zusammengestellt.

Stationäre Pflegeleistungen:

Kurzzeitpflege:

Das Budget der Kurzzeitpflege wurde auf 1.774,00 Euro angehoben. Wenn Sie sich zusätzlich für den Übertrag aus der Verhinderungspflege entscheiden, stehen Ihnen somit im Kalenderjahr maximal 3.386,00 Euro zur Verfügung.

Vollstationäre Pflegeleistungen:

Alle Kundinnen und Kunden, die in vollstationären Pflegeeinrichtungen leben werden finanziell entlastet, denn die Pflegeversicherung beteiligt sich nun an ihrem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE). Dieser musste in der Vergangenheit komplett von ihnen selbst getragen werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich unabhängig vom Pflegegrad danach, seit wann du bereits vollstationäre Pflegeleistungen beziehst. Je länger du in stationärer Pflege betreut wirst, umso höher wird demnach der Zuschuss der Pflegeversicherung zu deinem Eigenanteil:

Verweildauer in der stationären Pflege Beteiligung an dem Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE)
Leistungsbezug bis einschließlich zwölf Monate 5 %
Leistungsbezug mehr als zwölf Monate 25 %
Leistungsbezug mehr als 24 Monate 45 %
Leistungsbezug mehr als 36 Monate 70 %

Kundinnen und Kunden, die bereits vor 2017 in einer vollstationären Pflegeeinrichtung gelebt haben und bisher einen Besitzstand erhalten haben, stellen sich finanziell mit der neuen Regelung besser. Der Besitzstand wurde somit zum 31.Dezember 2021 ersatzlos gestrichen.

Ambulante Pflegeleistungen:

Pflegesachleistungen:

Du wirst von einem Pflegedienst im Rahmen der Grundpflege unterstützt? Nun kannst du auf Wunsch mehr Leistungen in Anspruch nehmen, denn das maximale monatliche Budget wurde angehoben. Dies richtet sich, wie bisher auch, nach deiner Einstufung in den Pflegegrad.

Pflegegrad Betrag bis 31.12.2021 Betrag ab 01.01.2022
PG 2 689,00 € 724,00 €
PG 3 1.298,00 € 1.363,00 €
PG 4 1.612,00 € 1.693,00 €
PG 5 1.995,00 € 2.095,00 €

Die Höhe des Pflegegeldes bleibt unverändert.

Allgemeines:

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wurde für Versicherte ohne Elterneigenschaft von 3,30 Prozent auf 3,40 Prozent erhöht.

Änderungen beim Beratungseinsatz für Pflegegeldbeziehende

Alle Pflegegeldbeziehenden der Pflegegrade 2 bis 5 sind verpflichtet, regelmäßig einen sogenannten Beratungseinsatz durch einen Pflegedienst durchführen zu lassen. Der Gesetzgeber hat diese Vorgabe kurzfristig ausgesetzt. Im Zeitraum 01.03.2022 bis 30.06.2022 kann dieser Beratungseinsatz durchgeführt werden, er muss es aber nicht zwingend. Das Pflegegeld wird nicht gekürzt, wenn für den genannten Zeitraum kein Beratungseinsatz durchgeführt wird.

Ab dem 01.07.2022 ist dann wieder halbjährlich (bei Pflegegrad 2 und 3) bzw. vierteljährlich (bei Pflegegrad 4 und 5) verpflichtend ein Beratungseinsatz bei einem Pflegedienst abzurufen.