Mögliche Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit
Frühjahrsmüdigkeit entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Im Mittelpunkt stehen hormonelle Anpassungen an das veränderte Tageslicht und damit verbundene Veränderungen des Schlafrhythmus. Weitere Einflüsse können die Beschwerden verstärken.
Hormonelle Umstellung und veränderter Schlafrhythmus
Im Winter produziert der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin, da Dunkelheit dessen Ausschüttung begünstigt. Mit zunehmendem Tageslicht im Frühling sollte die Melatoninproduktion sinken, während jene des „Wachhormons“ Serotonin ansteigt. Diese Umstellung erfolgt jedoch nicht von heute auf morgen. In der Übergangsphase kann es zu einer Art hormonellem Ungleichgewicht kommen, das sich als Müdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar macht.
Hinzu kommt, dass das längere Tageslicht am Abend viele Menschen später einschlafen lässt, während der Wecker morgens zur gleichen Zeit klingelt. Der Schlaf-Wach-Rhythmus gerät dadurch vorübergehend aus dem Takt. Unregelmäßige Schlafzeiten oder chronischer Schlafmangel können wiederum das Gefühl von Erschöpfung verstärken und die hormonelle Anpassung weiter verzögern.
Temperaturschwankungen und Kreislauf
Im Frühling wechseln sich warme Tage und kühle Nächte häufig ab. Um sich an steigende Temperaturen anzupassen, weiten sich die Blutgefäße. Das kann dazu führen, dass der Blutdruck vorübergehend absinkt. Besonders Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck können darauf leicht mit Schwindel, Kopfschmerzen oder Erschöpfung reagieren.
Nährstoffmängel nach dem Winter
In den Wintermonaten ist die Ernährung oft weniger frisch und abwechslungsreich. Gleichzeitig fehlt Sonnenlicht, was die körpereigene Bildung von Vitamin D reduziert. Auch Eisenmangel oder eine unzureichende Versorgung mit B-Vitaminen können nach dem Winter häufiger auftreten. Solche Nährstoffdefizite können Müdigkeit und Leistungsabfall begünstigen. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, lässt sich zuverlässig durch eine Blutuntersuchung in der ärztlichen Praxis feststellen.