Tanmaxxing: Wie gesund ist der Bräunungs-Trend?

Gebräunte Haut gilt auf Social Media wieder als Schönheitsideal. Beim Trend „Tanmaxxing“ geht es darum, möglichst intensiv zu bräunen. Erfahre, was dahintersteckt, welche Risiken der Trend birgt und wie du deine Haut schützen kannst.
Gebräunte Haut gilt auf Social Media wieder als Schönheitsideal. Beim Trend „Tanmaxxing“ geht es darum, möglichst intensiv zu bräunen. Erfahre, was dahintersteckt, welche Risiken der Trend birgt und wie du deine Haut schützen kannst.

Was ist Tanmaxxing?

Wer braun ist, wirkt gesund, attraktiv und fit – zumindest suggerieren das viele Beiträge auf TikTok, Instagram und Co. Unter dem Hashtag #tanmaxxing verbreitet sich ein Trend, bei dem Menschen gezielt versuchen, möglichst stark gebräunte Haut zu bekommen. Um schneller braun zu werden, empfehlen manche Influencer*innen lange Sonnenbäder zu Zeiten, in denen der UV-Index besonders hoch ist, Solariumbesuche oder den Verzicht auf Sonnenschutz, dafür aber die Nutzung von Bräunungsölen.

Fachleute sehen das kritisch, denn hinter dem vermeintlichen Schönheitsideal verbergen sich reale gesundheitliche Risiken – von vorzeitiger Hautalterung bis hin zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko. Aus medizinischer Sicht ist Bräune eine Schutzreaktion der Haut auf schädigende UV-Strahlung und hat keinesfalls etwas mit Gesundheit zu tun. Eine gesunde Bräune gibt es streng genommen nicht

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Looksmaxxing: Gefährlicher Selbstoptimierungstrends

Tanmaxxing ist Teil der sogenannten Looksmaxxing-Bewegung, die darauf abzielt, das eigene Aussehen zu optimieren. In dieser Szene gilt Attraktivität als entscheidender Faktor für Erfolg, Anerkennung und gelungene Beziehungen. Das setzt besonders Kinder und Jugendliche extrem unter Druck.

Warum wird die Haut überhaupt braun?

Trifft UV-Strahlung auf die Haut, bildet der Körper verstärkt Melanin. Dieser Farbstoff lagert sich in der Haut ein und sorgt dafür, dass sie dunkler erscheint. Je mehr Melanin gebildet wird, desto stärker fällt die Bräunung aus.

Das Melanin hat dabei eine wichtige Aufgabe: Es soll die tieferen Hautschichten vor weiterer Strahlung schützen, denn UV-Strahlen können die Hautzellen schädigen. Die Bräunung ist also das Ergebnis eines natürlichen Schutzmechanismus des Körpers.

Dieser Schutz ist jedoch begrenzt. Auch gebräunte Haut ist nicht vollständig vor den Auswirkungen der Sonne geschützt.

Welche Risiken hat Tanmaxxing?

Gebräunte Haut wird auf Social Media oft als Schönheitsideal dargestellt, und Tanmaxxing kann harmlos wirken. Tatsächlich geht der Trend jedoch mit einer höheren UV-Belastung der Haut einher. Dadurch steigt das Risiko für:

  • Sonnenbrand
  • Schäden an den Hautzellen und ihrem Erbgut, bis hin zu Hautkrebs
  • Pigmentflecken
  • Vorzeitige Hautalterung

Viele dieser Veränderungen werden nicht sofort sichtbar. Zwar kann die Haut einen Teil der Schäden eigenständig reparieren, manche bleiben jedoch bestehen und sammeln sich im Laufe der Jahre an. Wiederholte Hautschäden durch die UV-Strahlung erhöhen langfristig das Risiko für weißen und schwarzen Hautkrebs.

Umso wichtiger ist es, die Haut vor zu viel UV-Strahlung zu schützen – z. B. mit Sonnencreme, Kleidung und ausreichendem Schatten.

Tanmaxxing: Was stimmt wirklich?

Rund ums Bräunen kursieren viele Halbwahrheiten. Einige davon halten sich besonders hartnäckig.

Nein, das stimmt nicht. Eine bereits gebräunte Haut hat zwar einen gewissen Eigenschutz. Dieser reicht jedoch nicht aus, um auf Sonnenschutz zu verzichten oder Sonnenbrand zuverlässig zu verhindern.

Nein, das stimmt nicht. Auch gebräunte Haut kann durch UV-Strahlung geschädigt werden. Sonnenschutz bleibt deshalb wichtig – unabhängig davon, wie hell oder dunkel deine Haut ist.

Nein, das stimmt nicht. Sonnenschutz reduziert die UV-Belastung, verhindert aber nicht zwangsläufig jede Bräunung. Er hilft vor allem dabei, Sonnenbrand und langfristige Hautschäden zu vermeiden.

Nein, das stimmt nicht. Im Solarium wird die Haut künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Solarien deshalb als krebserregend ein. Solarien sind also nicht gesünder als Sonnenbaden im Freien.

Nein, das stimmt nicht. Aus medizinischer Sicht gibt es keine „gesunde Bräune“. Bräune entsteht als Reaktion auf UV-Strahlung und zeigt, dass die Haut bereits auf die Belastung durch die Sonne reagiert hat.

Bräune mit Bedacht: So reduzierst du Risiken

Wenn du dir dennoch einen gebräunten Teint wünschst, solltest du darauf achten, die Belastung für deine Haut möglichst gering zu halten. Dazu gehört ein konsequenter Sonnenschutz, das Meiden der intensiven Mittagssonne und der Verzicht auf Solarien.

Sonnenschutz gehört dazu

Wenn du Zeit in der Sonne verbringst, sollte Sonnenschutz für dich selbstverständlich sein. Er kann UV-Strahlung zwar nicht vollständig abblocken, hilft aber dabei, die UV-Belastung der Haut zu verringern und das Risiko für Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs zu senken. Verwende Sonnencreme mit mind. LSF 30, besser noch LSF 50, und trage diese großzügig und regelmäßig auf.

Mehr darüber, wie Sonnencreme wirkt, erfährst du in unserem Artikel zum Sonnenschutz.

Langsam braun werden

Versuche nicht, möglichst schnell so braun wie möglich zu werden. Deine Haut braucht Zeit, um sich an Sonne zu gewöhnen. Wichtig ist vor allem, Sonnenbrand zu vermeiden und den UV-Index im Blick zu behalten. Praktisch: Viele Wetter-Apps zeigen den UV-Index direkt an. Ab einem UV-Index von 3 solltest du deine Haut auf jeden Fall schützen.

Selbstbräuner als Alternative

Selbstbräuner färben die oberste Hautschicht und können für eine gebräunte Optik sorgen – ganz ohne UV-Strahlung. Wichtig zu wissen: Selbstbräuner schützen nicht vor der Sonne. Wenn du nach draußen gehst, brauchst du trotzdem Sonnenschutz.

Höre auf deine Haut statt auf Trends

Nicht jede Haut wird gleich schnell oder gleich stark braun. Manche Menschen haben von Natur aus eine hellere Haut und damit einen geringeren Eigenschutz. Deshalb lohnt es sich, auf die Bedürfnisse deiner Haut zu achten und die eigene Gesundheit nicht von aktuellen Trends abhängig zu machen.

Special Services

Unterstützung durch die Pronova BKK

Wer seine Haut regelmäßig UV-Strahlung aussetzt, sollte Veränderungen der Haut im Blick behalten. Hautkrebs lässt sich oft gut behandeln, wenn er früh erkannt wird. Die Pronova BKK unterstützt die Hautkrebsvorsorge und übernimmt die Kosten für entsprechende Untersuchungen im Rahmen ihrer Leistungen.

Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 26.06.2026