Vitamin D für Babys und Kinder

Damit sich Babys und Kinder gesund entwickeln können, ist eine gute Versorgung mit Vitamin D wichtig. Erfahre, wann zusätzliche Präparate sinnvoll sind und worauf du bei deinen Kindern achten kannst.
Damit sich Babys und Kinder gesund entwickeln können, ist eine gute Versorgung mit Vitamin D wichtig. Erfahre, wann zusätzliche Präparate sinnvoll sind und worauf du bei deinen Kindern achten kannst.

Gesund wachsen mit Vitamin D

Starke Knochen, kräftige Muskeln und ein fittes Immunsystem – für all das braucht der Körper Vitamin D. Seine wichtigste Aufgabe: Vitamin D hilft dem Körper dabei, Kalzium und Phosphat aus der Nahrung aufzunehmen. Die beiden Mineralstoffe werden in den Knochen und Zähnen eingelagert. Das sorgt dafür, dass sie stark und stabil werden.

Für Babys und Kinder ist Vitamin D deshalb besonders wichtig. Denn in den ersten Lebensjahren wird der Grundstein für ein gesundes Skelett gelegt. Knochen und Zähne wachsen jetzt besonders schnell und sind auf eine gute Versorgung mit Vitamin D angewiesen.

So nimmt der Körper Vitamin D auf

Der Körper stellt Vitamin D größtenteils selbst her. Praktisch, oder? Etwa 80–90 % seines Bedarfs kann er selbst decken. Dafür braucht er Sonnenlicht, genauer gesagt UVB-Strahlen: Treffen sie auf deine unbedeckte Haut, regt das die Vitamin-D-Produktion an.

In kleinen Mengen kannst du Vitamin D auch über die Nahrung aufnehmen. Gute Quellen sind z. B. fettreicher Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele sowie Eigelb, Leber und einige Pilzsorten. Über die Ernährung allein lässt sich dein Bedarf aber nicht decken. Am besten tankst du Vitamin D also im Freien – aber bitte mit dem richtigen Sonnenschutz.

Auch mit Sonnencreme kann dein Körper Vitamin D bilden. Gleichzeitig schützt sie deine Haut vor schädlicher UV-Strahlung.

In den Monaten März bis Oktober reichen Erwachsenen oft schon ca. 5–25 min am Tag – je nach Hauttyp, Tageszeit und Region. Säuglinge sollten allerdings nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Warum brauchen Babys zusätzlich Vitamin D?

Damit sich dein Baby gesund entwickeln kann, braucht es ausreichend Vitamin D. Allerdings ist Babyhaut sehr empfindlich und hat noch keinen Eigenschutz. Säuglinge sollten deshalb nicht direkt in die Sonne. Auch Muttermilch und Säuglingsnahrung können den Bedarf nicht decken.

Deshalb empfiehlt u. a. die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), alle Babys zusätzlich mit Vitamin-D-Supplementen zu versorgen – unabhängig davon, ob sie gestillt werden oder die Flasche bekommen.

Vitamin D für Babys: Menge und Form

Die DGKJ empfiehlt 400–500 I. E. (Internationale Einheiten), das entspricht 10–12,5 μg (Mikrogramm) pro Tag.

Supplemente für Babys gibt es als Tropfen oder Tabletten. Da es bei Tropfen aber leichter zu einer Überdosierung kommen kann, sind Tabletten die sicherere Variante für dein Baby. Du kannst sie mit einem Teelöffel Wasser, Tee oder Milch auflösen. Was sich am besten eignet, liest du im Beipackzettel. Die Supplemente sind nämlich kein Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein Medikament, das du von der Kinderärztin oder vom Kinderarzt bekommst.

Wie lange brauchen Babys extra Vitamin D?

Babys sollten ab der 2. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer täglich Vitamin D bekommen. Wie lange das genau ist, hängt vom Geburtsmonat deines Babys ab. Für Babys, die im Frühjahr oder Sommer geboren werden, wird eine Dauer von einem Jahr empfohlen. Herbst- und Winterbabys erhalten Vitamin D in der Regel etwas länger – oft bis zu etwa 18 Monate.

Kann man Vitamin D bei Babys überdosieren?

Auch bei Vitamin D kann es zu viel des Guten sein. Wenn du deinem Baby mit Präparaten über einen längeren Zeitraum zu hohe Mengen gibst, kann der Kalziumspiegel im Blut ansteigen.

Typische Beschwerden sind z. B.:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Starker Durst
  • Nierensteine

Hältst du dich aber an die empfohlene Menge von 400–500 (I. E.) pro Tag, musst du dir in der Regel keine Sorgen machen. Achte lediglich darauf, die Dosierung des jeweiligen Präparats einzuhalten und nicht mehrere Vitamin-D-Produkte gleichzeitig zu verwenden, ohne dies mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abzusprechen.

Brauchen Kleinkinder zusätzliches Vitamin D?

Wird dein Kind älter, verändert sich auch sein Nährstoffbedarf: Jetzt verbringt es mehr Zeit im Freien, seine Haut bildet selbst Vitamin D und auch die Ernährung wird abwechslungsreicher. Deshalb gilt als Faustregel: Gesunde Kinder benötigen nach dem 2. erlebten Frühsommer in der Regel kein Vitamin-D-Präparat mehr.

Wenn ihr euch draußen an der frischen Luft austobt, tankt ihr übrigens nicht nur Vitamin D. Es fördert auch den Muskelaufbau und die geistige Entwicklung deines Kindes.

Brauchen Kinder Vitamin D im Winter?

Nicht automatisch. Hier in Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten oft nicht aus, um Vitamin D über die Haut zu bilden. Gesunde Kinder greifen in dieser Zeit jedoch auf die Vitamin-D-Speicher zurück, die sie in den sonnigen Monaten aufgebaut haben. Der Körper lagert seine Reserven v. a. im Muskel- und Fettgewebe.

Eine zusätzliche Gabe kann im Einzelfall sinnvoll sein, z. B. bei:

  • Wenig Zeit im Freien
  • Dunkler Haut, da sie mehr UV-Strahlung braucht, um Vitamin D zu bilden
  • Chronischen Leber-, Nieren- oder Darmerkrankungen
  • Einer Behandlung mit bestimmten Medikamenten, z. B. gegen Epilepsie
  • Einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel

Ob du deinem Kind zusätzlich Vitamin D geben solltest, besprichst du am besten mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt. Eine pauschale Empfehlung für alle älteren Kinder gibt es derzeit nicht.

Vitamin-D-Mangel bei Kindern

Keine Panik, ein Vitamin-D-Mangel entwickelt sich meist nicht von heute auf morgen. Bleibt der Körper jedoch über längere Zeit unterversorgt, kann das die Entwicklung von Knochen und Zähnen beeinträchtigen.

Bei Babys und Kleinkindern kann ein ausgeprägter Mangel im schlimmsten Fall zu einer Rachitis führen. Das ist eine schwere Störung des Knochenwachstums. Dabei sind die Knochen weich und verformt. Manche Kinder zahnen dabei spät, bei einigen zeigen sich mit der Zeit auch sog. X-Beine oder O-Beine.

Die gute Nachricht: Die Rachitis ist heute in Deutschland selten geworden. Das liegt v. a. an der empfohlenen Vitamin-D-Zugabe im Säuglingsalter.

Mögliche Symptome eines Vitamin-D-Mangels

Eindeutige Beschwerden für einen Mangel gibt es nicht, aber es kann ein paar Anzeichen geben, z. B.:

  • Müdigkeit oder schnelle Erschöpfung
  • Häufige Infekte
  • Muskelschwäche
  • Knochenschmerzen
  • Verzögertes Wachstum
  • Häufige Knochenbrüche

Ob dein Kind tatsächlich einen Vitamin-D-Mangel hat, lässt sich am besten über einen Bluttest bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt überprüfen.

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Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 07.08.2026