Wie lässt sich Bettnässen behandeln?
Wurde keine körperliche Ursache gefunden, helfen oft schon kleine Umstellungen im Alltag. Das Wichtigste dabei sind Geduld und ein verständnisvoller Umgang mit deinem Kind. Schimpfen, Vorwürfe oder Bestrafungen können zusätzlichen Druck erzeugen und das Selbstvertrauen deines Kindes belasten. Zeige ihm lieber, dass ihr gemeinsam einen Weg findet und eine nasse Nacht kein Grund ist, sich zu schämen.
Tipps für den Alltag
Am Anfang der Behandlung steht meist die sog. Urotherapie. Dabei lernt dein Kind, auf seine Blase und deren Signale zu achten. Dazu gehören v. a. einfache Gewohnheiten, die ihr ausprobieren könnt:
- Über den Tag verteilt trinken: Dein Kind sollte tagsüber regelmäßig ausreichend trinken. In den letzten 2 h vor dem Schlafengehen sind größere Mengen eher ungünstig. Bei Durst darf dein Kind natürlich etwas trinken.
- Regelmäßig zur Toilette gehen: Mehrere Toilettengänge über den Tag verteilt helfen dabei, einen guten Rhythmus zu entwickeln. Vor dem Schlafengehen sollte dein Kind seine Blase noch einmal in Ruhe entleeren.
- Erfolge sichtbar machen: In einem Kalender kann dein Kind trockene Nächte z. B. mit einem Sticker markieren. Lob und Belohnungen eignen sich besonders für Dinge, die dein Kind selbst beeinflussen kann, etwa den Toilettengang vor dem Zubettgehen.
- Nasse Nächte erleichtern: Ein Matratzenschutz und griffbereite Wechselwäsche sparen nachts Zeit. Auch Windelhöschen können deinem Kind Sicherheit geben, wenn es sie tragen möchte.
Dein Kind nachts regelmäßig zu wecken und zur Toilette zu bringen, kann zwar Bettnässen manchmal verhindern. Trockenwerden lernt der Körper dadurch jedoch nicht. Auch das bewusste Zurückhalten von Urin zum „Trainieren“ der Blase eignet sich nicht zur Behandlung des nächtlichen Einnässens.
Wie funktioniert eine Klingelhose?
Bleibt das Bettnässen bestehen, kann eine sog. Alarmtherapie mit einer Klingelhose oder Klingelmatte infrage kommen. Ein Feuchtigkeitssensor registriert die ersten Urintropfen und löst einen Weckton aus. Dein Kind soll dadurch nach und nach lernen, bei voller Blase rechtzeitig aufzuwachen.
Gerade am Anfang verschlafen manche Kinder den Alarm. Dann können die Eltern ihr Kind wecken und zur Toilette begleiten. Die Methode braucht etwas Ausdauer: Das Wecksystem wird meist über mehrere Wochen konsequent jede Nacht eingesetzt. Lass dich zur richtigen Anwendung am besten kinderärztlich beraten.
Können Osteopathie und alternative Methoden helfen?
Vielleicht stößt du bei der Suche nach Hilfe auch auf Osteopathie, Homöopathie, Akupunktur oder andere alternative Verfahren. Für eine zuverlässige Wirkung dieser Methoden gegen Bettnässen gibt es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Sie gehören deshalb nicht zu den empfohlenen Standardbehandlungen der Enuresis.
Wenn Urotherapie und Alarmtherapie nicht ausreichend helfen, können in bestimmten Fällen auch Medikamente infrage kommen. Welche Behandlung für dein Kind am besten geeignet ist, besprecht ihr am besten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.