Wo die Sexsucht beginnt
Sexuelles Verlangen und sexuelle Bedürfnisse sind ganz individuell ausgeprägt – die Häufigkeit sexueller Handlungen allein sagt noch nichts darüber aus, ob eine Sexsucht oder Hypersexualität vorliegt. Der entscheidende Faktor ist die Impulskontrolle: Gelingt es dir über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten nicht, deine sexuellen Impulse zu kontrollieren und deine sexuellen Aktivitäten zu reduzieren, könnte eine Sexsucht vorliegen. Eng damit verbunden ist ein hoher Leidensdruck. Medizinisch spricht man von einer zwanghaften Sexualverhaltensstörung (ICD-11), die nach der aktuellen internationalen Klassifikation von Krankheiten zu den Impulskontrollstörungen zählt. ICD steht für „International Classification of Diseases". Das ist die offizielle Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in der Krankheiten und Störungen weltweit einheitlich benannt und eingeordnet werden.
Eine Sexsucht kann sich in verschiedenen Formen äußern: Exzessiver Sex mit einem Partner oder einer Partnerin sind ebenso möglich wie häufige Selbstbefriedigung, Pornosucht oder Cybersex-Sucht.
Wie häufig ist Sexsucht?
Laut einer 2022 veröffentlichten Studie, die zwanghaftes Sexualverhalten untersuchte, gaben
- 4,9 % der Männer und
- 3,0 % der Frauen
Erfahrungen an, die den diagnostischen Kriterien von ICD-11 entsprechen.
Du bist betroffen: Was kannst du jetzt tun? Der 1. Schritt aus der Sucht ist die Offenheit sich selbst gegenüber. Wenn du bei dir Anzeichen eines sexsüchtigen Verhaltens feststellst, zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.