68 % der Mütter wollen zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist
Mütter legen sogar noch höhere Maßstäbe an ihre Elternrolle als Väter. 70 % der Frauen möchten viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. 2/3 wollen zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist, und streben eine enge emotionale Bindung an. Dabei fordern sie von sich selbst mehr, als Väter von ihnen erwarten. So wünschen sich nur 58 % der Väter von der idealen Mutter, viel Zeit mit dem Kind zu verbringen – eine Differenz von 12 Prozentpunkten. Wenn es darum geht, Entscheidungen für die Familie zu treffen, geht die Kluft noch weiter auseinander (17 Prozentpunkte). Mehr als jede 2. Mutter hat diesen Anspruch an sich, doch nur für 38 % der Männer fordern dies.
„Die Erwartungen der Mütter an die Beziehung zu ihrem Kind sind nur sehr bedingt davon geprägt, was Väter erwarten. Vielmehr spiegeln sie überhöhte bis verzerrte Ansprüche wider, die Mütter an sich selbst stellen“, sagt Familienpsychologin Nina Grimm für die Pronova BKK. „Wichtig ist es für Mütter zunächst, sich bewusst zu machen, was sie intrapsychisch davon abhält, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.“ Meistens hänge dies mit biografischen Erfahrungen zusammen. Wer es jedoch schaffe, die eigenen Antreiber zu erkennen und zu relativieren, könne aus Sicht der Psychologin selbstbewusster handeln und Verantwortung teilen.
Grimm rät: „Mütter sollten sich klarmachen, dass der Partner vieles anders machen wird – aber nicht automatisch schlechter.“ Väter wiederum sind in alltäglichen Care-Aufgaben nicht weniger kompetent, sondern meist einfach weniger geübt. Grimm appelliert an Väter: „Anerkennt die Tatsache, dass eure Partnerin mitunter geübter ist und Dinge berücksichtigt, die euch gar nicht bewusst sind. Nehmt das weder als persönlichen Angriff noch als implizite Information, dass sie euch nichts zutraut und ihr es eh nicht recht machen könnt. Schiebt diesen emotionalen Film beiseite und hört ihr zu!“ Das bedeute nicht, sich selbst aufzugeben, sondern gemeinsam einen Weg zu finden.