Warum verliert man beim Abnehmen Muskeln?
Wenn du abnimmst, nimmt dein Körper über Essen und Getränke weniger Energie auf, als er verbraucht. Ein solches Kaloriendefizit entsteht, wenn du weniger isst, dich mehr bewegst oder beides kombinierst. Um die Energielücke zu schließen, greift der Körper auf seine Reserven zurück – vor allem auf Körperfett. Auch gespeicherte Kohlenhydrate und körpereigene Proteine können dabei abgebaut werden. Deshalb verlierst du beim Abnehmen nicht nur Fett: Je nach Situation kann auch fettfreie Masse, darunter Muskelmasse, verloren gehen.
Wie groß dieser Anteil ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Eine Rolle spielen unter anderem dein Alter, dein Ausgangsgewicht, die Dauer und das Tempo der Gewichtsabnahme, deine Ernährung, die Eiweißzufuhr und deine körperliche Aktivität.
Ein sehr großes Kaloriendefizit führt häufig zu einem schnellen Gewichtsverlust. Dabei kann neben Fett auch Muskelmasse abgebaut werden. Zwar können die Fettreserven einen großen Teil der benötigten Energie liefern, bei einer starken Einschränkung stehen dem Körper jedoch insgesamt weniger Energie und Nährstoffe für den Erhalt von Muskelgewebe zur Verfügung. Ausreichend Eiweiß und regelmäßiges Krafttraining können dem Muskelverlust entgegenwirken. Sie verhindern ihn aber nicht immer vollständig. Gerade zu Beginn einer Gewichtsabnahme besteht der Gewichtsverlust auf der Waage teilweise auch aus Wasser und gespeicherten Kohlenhydraten.
Muskeln machen Bewegung überhaupt erst möglich. Sie stabilisieren den Körper und helfen dir im Alltag, etwa beim Treppensteigen oder beim Tragen von Einkäufen. Muskelgewebe verbraucht auch in Ruhe Energie. Sein Einfluss auf den Gesamtenergieverbrauch ist jedoch geringer als häufig angenommen. Muskelmasse zu erhalten, ist deshalb vor allem für Kraft, Beweglichkeit und die Körperzusammensetzung wichtig.