Wenn Abnehmen den Familienalltag verändert
Wenn ein Elternteil oder Kind Gewicht reduzieren soll, wirkt sich das häufig auf Einkauf, Kochen und gemeinsame Mahlzeiten aus. Trotzdem muss nicht die ganze Familie eine Diät machen. Es braucht auch kein „normales Essen“ für die einen und ein besonderes Diätgericht für die andere Person. Eine ausgewogene Ernährung kann allen guttun. Unterschiedliche Bedürfnisse lassen sich über Portionsgrößen, Beilagen und Zwischenmahlzeiten berücksichtigen.
Ob ein Elternteil oder ein Kind Gewicht reduzieren soll, macht einen wichtigen Unterschied. Erwachsene entscheiden selbst, was und wie viel sie essen. Die Familie kann sie dabei unterstützen, sollte ihre Entscheidungen aber nicht kontrollieren oder mit Sätzen wie „Darfst du das überhaupt essen?“ kommentieren. Bei einem Kind gestalten die Eltern dagegen das Lebensmittelangebot und die gemeinsamen Regeln. Dabei sollten sie ihr Kind einbeziehen und Veränderungen möglichst für die ganze Familie umsetzen. So entsteht nicht das Gefühl, dass das Kind allein ein Problem hat oder anders behandelt wird.
Achtung, Vorbildfunktion!
Eines sollten Eltern nicht außer Acht lassen: Kinder beobachten genau, wie Erwachsene über ihren Körper, ihr Gewicht und Essen sprechen. Abwertende Kommentare, ständiges Wiegen oder strikte Verbote können ihr eigenes Körperbild und Essverhalten prägen. Deshalb sollte die Veränderung nicht als Kampf gegen den eigenen Körper vermittelt werden. Hilfreicher sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein wertschätzender Umgang mit Essen – ohne Kinder in eine Diät einzubeziehen. Bei starkem Leidensdruck oder Anzeichen für ein gestörtes Essverhalten ist professionelle Unterstützung sinnvoll.