Wie entsteht Diphtherie und wie wird sie übertragen?
Die Rachendiphtherie wird meist durch Tröpfchen übertragen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft gelangen. Auch enger Körperkontakt, Küssen oder gemeinsam benutzte Gegenstände können eine Rolle spielen.
Die Hautdiphtherie wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Wunden oder durch verunreinigte Gegenstände übertragen. Bestimmte Diphtherie-Bakterien können außerdem von Tieren auf Menschen übergehen, z. B. bei engem Kontakt mit Haus- oder Nutztieren.
Auch geimpfte Menschen können sich mit Diphtherie-Bakterien anstecken und sie weitergeben. Denn die Impfung schützt vor allem vor dem Diphtherie-Toxin und damit vor schweren Krankheitsverläufen. Sie verhindert nicht in jedem Fall, dass sich die Bakterien im Körper ansiedeln.
Wie lange ist Diphtherie ansteckend?
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und den 1. Beschwerden, beträgt meist 2-5 Tage, kann aber auch 1-10 Tage dauern. Schon bevor Symptome auftreten, können die Bakterien theoretisch weitergegeben werden, wenn sie bereits in den Atemwegen vorhanden und ausgeschieden werden. Wie lange eine erkrankte Person ansteckend ist, hängt von der Behandlung ab. Ohne Antibiotika können die Erreger meist 2-4 Wochen lang nachweisbar sein. Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie besteht in der Regel spätestens nach etwa 4 Tagen keine Ansteckungsgefahr mehr.
Wichtig: Diphtherie ist meldepflichtig. Enge Kontaktpersonen werden vom Gesundheitsamt oder der behandelnden Praxis informiert. Sie erhalten je nach Situation vorbeugend Antibiotika und eine Auffrischimpfung, wenn der Impfschutz nicht aktuell ist.