Corona-Pandemie als Job-Krise
Bei den unter 30-Jährigen hat sogar jede und jeder Zweite gewechselt. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Arbeiten 2022“ der Pronova BKK, für die im September 2022 rund 1.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 18 Jahren befragt wurden.
Die häufigsten Gründe für den Jobwechsel waren fehlende Aufstiegschancen (24 Prozent), mangelnde Wertschätzung und schlechte Bezahlung (je 23 Prozent). 22 Prozent haben aus Überlastung und Stress die Stelle gewechselt. Insgesamt fühlen sich 84 Prozent im Arbeitsalltag gestresst, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 94 Prozent. Jeder und jede Fünfte mit neuem Tätigkeitsfeld führt das schlechte Arbeitsklima beim alten Posten als Grund an. Unzufriedenheit mit den Aufgaben, fehlende Weiterbildung, mangelnde Work-Life-Balance und der Wunsch nach Neuanfang, keine Identifikation mit dem Unternehmen, familienunfreundliches Umfeld und Probleme mit Vorgesetzten sind ebenfalls oft genannte Gründe.
„Die Corona-Pandemie war für viele Menschen auch eine Job-Krise. Manche waren schlicht gezwungen, sich umzuorientieren. Für andere, die mit ihrem Job vorher schon unzufrieden waren, hat Corona auch als Beschleuniger für einen beruflichen Wechsel gewirkt. In Krisenzeiten wie diesen rücken unsere elementaren Bedürfnisse wieder mehr in den Fokus. Die Menschen reflektieren sich und ihre berufliche Situation stärker. Das Entstehen neuer flexibler Arbeitsmodelle in Kombination mit den veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen haben bei vielen eine berufliche Veränderung greifbarer und attraktiv gemacht“, sagt Psychologin und Resilienz-Trainerin Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK.