6 von 10 Beschäftigten melden sich trotz Arbeits­fähig­keit krank

Leverkusen, 09.01.2026: Bettkantenentscheidungen sind weit verbreitet. Sie entstehen in einem Spannungsfeld zwischen gesunder Selbstfürsorge und einer nicht zwingend notwendigen Auszeit. Problematisch wird es, wenn Krankmeldungen zur Regel werden. Besonders junge Beschäftigte geraten dabei häufig in den Verdacht, vorschnell zu Hause zu bleiben. Das zeigt die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK.

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Leverkusen, 09.01.2026: Bettkantenentscheidungen sind weit verbreitet. Sie entstehen in einem Spannungsfeld zwischen gesunder Selbstfürsorge und einer nicht zwingend notwendigen Auszeit. Problematisch wird es, wenn Krankmeldungen zur Regel werden. Besonders junge Beschäftigte geraten dabei häufig in den Verdacht, vorschnell zu Hause zu bleiben. Das zeigt die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK.

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60 % der Arbeitnehmer*innen haben am Morgen schon einmal die sogenannte Bettkantenentscheidung getroffen. Sie haben sich krankgemeldet, obwohl sie arbeitsfähig waren. 7 % tun dies häufig, 22 % manchmal und 31 % selten. Die Gründe für sind vielfältig: 31 % wollen damit verhindern, dass kleinere gesundheitliche Beschwerden zu ernsthaften Problemen werden. Ebenso viele bleiben zu Hause, weil ihnen das Arbeitspensum gerade zu viel erscheint. Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung und Resilienz-Trainerin bei der Pronova BKK, ordnet ein: „Wenn die Krankmeldung dazu dient, bei psychischer Überlastung oder körperlichen Beschwerden rechtzeitig zu handeln und wieder gesund zu werden, dann ist sie ein Ausdruck wachsenden Gesundheitsbewusstseins und eine legitime sowie wertvolle Strategie der Selbstfürsorge.“

Oft spielen jedoch persönliche Gründe eine Rolle: Nahezu jede*r 3. gibt mangelnde Motivation an, rund jede*r 4. möchte Stress oder Konflikten im Team aus dem Weg gehen. Und für jeden 5. haben private Termine an diesem Tag Vorrang. „Wer sich bei jedem kleinen Problem, alltäglichem Stress oder nach jeder intensiven Arbeitsphase krankmeldet, bei dem handelt es sich um eine Ausweichstrategie. Das kann auf eine geringe Frustrationstoleranz, fehlende Resilienz oder eine starke Empfindlichkeit gegenüber Druck hinweisen“, erläutert Psychologin Patrizia Thamm. Dann sei es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen und sich Hilfe bei Bedarf zu holen.

Jüngere melden sich häufiger krank

Vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren, die zur Generation Z zählen, ziehen die Reißleine: 45 % in dieser Altersgruppe treffen die Bettkantenentscheidung, davon 11 % sogar häufig. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil deutlich ab, in der Generation 60plus liegt er nur noch bei 16 %. „Gerade die junge Generation legt viel Wert auf Sinn, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten. Fehlen diese Faktoren, kann das zu einem Motivationsdefizit führen“, sagt Patrizia Thamm von der Pronova BKK.

Viele gehen trotz Beschwerden zur Arbeit

Die Belastung im Arbeitsalltag ist hoch. Zwar bewerten knapp 2/3 der Befragten ihren Gesundheitszustand als mindestens gut. Dennoch hat sich die Zufriedenheit im Vergleich zu 2023 um 6 Prozentpunkte verschlechtert. Überstunden, Termindruck, körperliche Arbeit und ständige Erreichbarkeit belasten viele Beschäftigte. Die Folgen zeigen sich deutlich: 45 % der Befragten gehen trotz Rückenschmerzen zur Arbeit, und jeweils 35 % tun dies auch bei leichter Erkältung oder psychischer Belastung. Die hohe Bereitschaft, trotz Beschwerden weiterzuarbeiten, birgt jedoch ein Risiko. „Engagement sollte nicht in Selbstaufopferung übergehen, denn dann wird die körperliche oder psychische Gesundheit ernsthaft gefährdet“, betont Resilienz-Expertin Thamm.

Offene Kommunikation in Unter­nehmen wichtig

Dabei spielen Führungskräfte eine zentrale Rolle. Sie schaffen den Rahmen, in dem Beschäftigte offen über Belastungen sprechen können und der zeigt, dass Selbstfürsorge erwünscht ist. Die Studie zeigt eine Diskrepanz im Verhalten von Jung und Alt: Während 1/3 der 18- bis 29-Jährigen ihr Verhalten als gesundheitsbewusst einordnet, wenn sie Bettkanntenentscheidungen treffen, sehen viele Kolleg*innen die Fehltage kritisch: Mehr als die Hälfte der Befragten vermutet zumindest gelegentlich, dass jüngere Teammitglieder zu Hause bleiben, obwohl sie arbeitsfähig wären. „Eine offene Kommunikationskultur ist zentral: Beschäftigte müssen Beschwerden ansprechen können, ohne Angst vor Stigmatisierung oder Konsequenzen. Darüber hinaus helfen regelmäßige Pausen, flexible Arbeitszeiten und Unterstützungsangebote, um Resilienz und Gesundheitskompetenz zu stärken. Führungskräfte sollten zudem als Vorbilder auftreten. Wer selbst auf eine gesunde Balance achtet, signalisiert dem Team, dass Selbstfürsorge erwünscht ist.“

Über die Studie

Für die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK wurden 1230 Arbeitnehmer*innen ab 18 Jahren im Oktober 2025 online befragt. Die Befragung gibt einen Einblick, wie die Männer und Frauen Stress und Arbeitsklima wahrnehmen, wie sie mit Erkrankungen und Ausfallzeiten umgehen und über den Einsatz von KI im Berufsleben.

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Nina Remor

Pressereferentin

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