60 % der Arbeitnehmer*innen haben am Morgen schon einmal die sogenannte Bettkantenentscheidung getroffen. Sie haben sich krankgemeldet, obwohl sie arbeitsfähig waren. 7 % tun dies häufig, 22 % manchmal und 31 % selten. Die Gründe für sind vielfältig: 31 % wollen damit verhindern, dass kleinere gesundheitliche Beschwerden zu ernsthaften Problemen werden. Ebenso viele bleiben zu Hause, weil ihnen das Arbeitspensum gerade zu viel erscheint. Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung und Resilienz-Trainerin bei der Pronova BKK, ordnet ein: „Wenn die Krankmeldung dazu dient, bei psychischer Überlastung oder körperlichen Beschwerden rechtzeitig zu handeln und wieder gesund zu werden, dann ist sie ein Ausdruck wachsenden Gesundheitsbewusstseins und eine legitime sowie wertvolle Strategie der Selbstfürsorge.“
Oft spielen jedoch persönliche Gründe eine Rolle: Nahezu jede*r 3. gibt mangelnde Motivation an, rund jede*r 4. möchte Stress oder Konflikten im Team aus dem Weg gehen. Und für jeden 5. haben private Termine an diesem Tag Vorrang. „Wer sich bei jedem kleinen Problem, alltäglichem Stress oder nach jeder intensiven Arbeitsphase krankmeldet, bei dem handelt es sich um eine Ausweichstrategie. Das kann auf eine geringe Frustrationstoleranz, fehlende Resilienz oder eine starke Empfindlichkeit gegenüber Druck hinweisen“, erläutert Psychologin Patrizia Thamm. Dann sei es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen und sich Hilfe bei Bedarf zu holen.