Anforderungen sind komplexer geworden
Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Arbeiten 2022“ der Pronova BKK, für die im September 2022 rund 1.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 18 Jahren befragt wurden.
Insgesamt diagnostizieren sechs von zehn Deutschen bei sich ein Risko für Burnout, bei 25 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit dafür sogar hoch. Viele spüren im Erwerbsleben bereits Symptome von Stress und Überlastung: 24 Prozent leiden oft an Rückenschmerzen, 23 Prozent sind häufig erschöpft und müde. Innerliche Anspannung beklagen 23 Prozent, vor zwei Jahren waren es noch 18 Prozent. Auch Schlafstörungen und Lustlosigkeit haben im Vergleich zur Vorgängerstudie 2020 zugenommen. 22 Prozent grübeln zu viel.
Die Gründe gerade für die seelischen Einflüsse haben sich dabei verändert: Sorgen etwa um den Ukraine-Krieg oder die Pandemie begleiten 22 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland auch in ihrem Beruf. Die Angst um den Job beschäftigt 17 Prozent aller Befragten und 19 Prozent der unter 30-Jährigen. Häufigste psychische Belastungen im Arbeitsalltag sind emotionaler Stress (26 Prozent), zu kurze Pausen (25 Prozent) und das Verhalten der Vorgesetzten (24 Prozent).
„Die Anforderungen im Berufsleben sind komplexer geworden. Dazu kommen Schwierigkeiten, im Homeoffice vom beruflichen Alltag abzuschalten. Die Entgrenzung von Arbeit und Privatem kann das Burnout-Risiko erhöhen, ebenso sorgt die Angst vor einem Jobverlust zusätzlich für mehr Leistungsdruck. Im schlimmsten Fall landet der oder die Beschäftigte in einer völligen Erschöpfung“, sagt Psychologin Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK.