Schutzimpfungen für Erwachsene

Schutzimpfungen sind nicht nur für Kinder wichtig. Auch Erwachsene sollten ihren Impfstatus im Blick behalten – besonders vor Reisen und in der Schwangerschaft sowie bei chronischen Erkrankungen.

Zum Inhalt springen

Schutzimpfungen sind nicht nur für Kinder wichtig. Auch Erwachsene sollten ihren Impfstatus im Blick behalten – besonders vor Reisen und in der Schwangerschaft sowie bei chronischen Erkrankungen.

Zum Inhalt springen

Welche Standard­impfungen solltest du haben?

Impfen gehört zu einer guten Vorsorge dazu. Es schützt dich zuverlässig vor schweren Infektionskrankheiten. Denn Impfungen helfen deinem Immunsystem, sich auf bestimmte Erreger vorzubereiten. So kann es passende Abwehrstoffe bilden, die sogenannten Antikörper. Sie kommen zum Einsatz, sobald du tatsächlich mit einem Virus oder Bakterium in Kontakt kommst. Dadurch kann eine Impfung schweren Erkrankungen vorbeugen. Gleichzeitig schützt sie dich vor möglichen Komplikationen, etwa einer Lungenentzündung oder Nervenschäden. Mit einer Impfung schützt du aber nicht nur dich, sondern auch Menschen in deinem Umfeld, die besonders gefährdet sind.

Zu den Standardimpfungen für Erwachsene zählen laut STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut):

  • Tetanus (Wundstarrkrampf): Auffrischung alle 10 Jahre
  • Diphtherie: Auffrischung alle 10 Jahre
  • Keuchhusten (Pertussis): 1x im Erwachsenenalter, meist kombiniert mit Tetanus/Diphtherie
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis): Grundimmunisierung und ggf. Auffrischung bei Risiko
  • Masern: Für nach 1970 Geborene mit unklarem bzw. ohne vollständigen Impfschutz
  • Grippe (Influenza): Jährlich für bestimmte Gruppen
  • COVID-19: Gemäß aktueller Empfehlung
  • Pneumokokken: Ab 60 Jahren oder bei Vorerkrankungen
  • Gürtelrose (Herpes zoster): Ab 60 Jahren (oder ab 50 bei bestimmten Erkrankungen)
  • RSV-Infektionen (Respiratorischer Synzytial-Virus): Ab 75 Jahren
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): In FSME-Risikogebieten

Was ist die STIKO, und wie wird eine Impfung empfohlen?

Die STIKO ist ein Expert*innen-Gremium am Robert Koch-Institut (RKI). Sie entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland, die bundesweit als medizinischer Standard gelten. Die STIKO arbeitet unabhängig und ehrenamtlich.

Sie prüft regelmäßig wissenschaftliche Studien zu Wirksamkeit, Sicherheit und möglichen Nebenwirkungen von Impfstoffen. Gleichzeitig bewertet sie Nutzen und mögliche Risiken von Impfstoffen und berücksichtigt die aktuelle Infektionslage in Deutschland.

Erst wenn der Nutzen einer Impfung nach sorgfältiger Prüfung überwiegt, spricht die STIKO eine offizielle Empfehlung aus.

Warum sind Auffrischungs­impfungen nötig?

Einige Impfungen schützen ein Leben lang – z. B. gegen Mumps, Röteln oder Windpocken. Andere wiederum müssen regelmäßig aufgefrischt werden, weil der Schutz mit der Zeit nachlässt. Dabei „erinnert“ die Auffrischungsimpfung den Körper an den Erreger und sorgt dafür, dass der Schutz erhalten bleibt. Das ist z. B. bei Tetanus und Diphtherie der Fall. Hier wird in der Regel alle 10 Jahre eine Auffrischung empfohlen.

Doch es gibt auch Erreger, die sich immer wieder verändern, etwa Grippeviren. Die Impfung wird deshalb jährlich aufgefrischt – mit einem entsprechend angepassten Impfstoff.

Reiseimpfungen: Wann sind sie sinnvoll?

Vor einer Reise lohnt es sich, deinen Impfschutz noch einmal zu prüfen. Je nach Reiseziel können zusätzliche Impfungen sinnvoll oder erforderlich sein – etwa dann, wenn dort Infektionskrankheiten häufiger vorkommen als in Deutschland. In manche Länder darfst du außerdem nur einreisen, wenn du bestimmte Impfungen nachweisen kannst.

Hey, wusstest du, dass wir uns an den Kosten für die meisten deiner Reiseimpfungen beteiligen? Wie easy das geht und welche Impfungen das sind, erfährst du hier.

Welche Impfungen dich unterwegs am besten schützen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen z. B.:

  • Dein Reiseziel
  • Die Dauer deines Aufenthalts
  • Die Art der Reise, etwa Backpacking oder Hotelurlaub
  • Mögliche Vorerkrankungen
  • Dein bisheriger Impfstatus

Häufig empfohlene Reiseimpfungen sind z. B.:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Typhus
  • Tollwut
  • Gelbfieber (in manchen Ländern auch als Einreisevorgabe)

Wichtig ist, dass du dich frühzeitig um den Impfschutz kümmerst. Denn für manche Reiseimpfungen sind mehrere Dosen nötig. Lass dich am besten 6-8 Wochen vor Reisebeginn ärztlich beraten. So bleibt genug Zeit, wenn mehrere Impfungen oder Termine nötig sind.

Grippeimpfung: Für wen ist sie sinnvoll?

Die echte Grippe (Influenza) ist mehr als eine harmlose Erkältung. Sie kann plötzlich beginnen und mit hohem Fieber, einem starken Krankheitsgefühl und Komplikationen wie einer Lungenentzündung einhergehen. Für bestimmte Personengruppen ist das Risiko für schwere Verläufe erhöht.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung insbesondere für:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem 2. Trimester, bei Vorerkrankungen auch früher
  • Personen mit chronischen Erkrankungen
  • Medizinisches und pflegerisches Personal
  • Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Auch für Menschen ohne Vorerkrankungen kann die Impfung sinnvoll sein – etwa wenn sie viel Kontakt zu gefährdeten Menschen haben. Eine ärztliche Beratung kann dir dabei helfen, Nutzen und persönliche Situation einzuordnen.

Untersuchung Icon mit Kreis

Komm der Grippe zuvor: Lass dich impfen

Gegen Influenzaviren gibt es einen guten Schutz: die Grippeimpfung.

Wir wollen, dass du gesund bleibst – darum übernehmen wir 100 % der Kosten für die Grippeschutzimpfung. Und zwar für dich und deine familienversicherten Angehörigen. Egal, ob du zu einer Risikogruppe gehörst oder nicht.

Impfen bei Kinder­wunsch oder Schwanger­schaft

Wenn du schwanger bist oder eine Schwangerschaft planst, kann dein aktueller Impfschutz auch deinem Baby zugutekommen. Über die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, kann dein Baby Antikörper von dir erhalten. So ist es in den ersten Lebensmonaten mitgeschützt – in einer Phase, in der es selbst noch nicht vollständig geimpft werden kann. Der beste Zeitpunkt für die Impfung hängt von der Art des Impfstoffs ab.

Die STIKO empfiehlt bei bestehendem Kinderwunsch einen ausreichenden Schutz gegen:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken (Varizellen)

Diese Impfungen enthalten Lebendimpfstoffe. Die Erreger darin sind stark abgeschwächt, aber vermehrungsfähig. Impfungen mit einem Lebendimpfstoff sollten etwa einen Monat vor Beginn einer Schwangerschaft erfolgen. Von einer Impfung während der Schwangerschaft rät die STIKO ab.

Wichtig zu wissen: Eine versehentliche Impfung kurz vor oder zu Beginn einer Schwangerschaft ist laut RKI nach aktuellem Wissensstand kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen wurde bislang nicht festgestellt.

Während der Schwangerschaft rät die STIKO zur:

  • Grippeimpfung (Influenza): Ab dem 2. Trimester für alle gesunden Schwangeren, bei Vorerkrankungen auch früher
  • Pertussis-Impfung (Keuchhusten): Im 3. Trimester

Totimpfstoffe (inaktivierte Impfstoffe) gelten in der Schwangerschaft als sicher, weil sie keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten und keine Infektion auslösen können. Auch weitere Totimpfstoffe wie Tetanus, Diphtherie oder Hepatitis können in der Schwangerschaft verabreicht werden, falls dir diese Impfungen noch fehlen.

Lass dich am besten frühzeitig ärztlich beraten, wenn du unsicher bist. So kann dein Impfschutz individuell geprüft und – wenn nötig – rechtzeitig ergänzt werden.

Was kostet eine Impfung?

Damit du zuverlässig geschützt bist, übernehmen wir die Kosten für alle Impfungen, die die STIKO empfiehlt.

Neben den Standardimpfungen übernehmen wir als erweiterte Impfleistungen auch die Kosten für Impfungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinaus sinnvoll sein können, z. B. gegen Meningokokken, FSME (Zecken), Tollwut oder HPV.

TeleClinic

Impfungen: Geh auf Nummer sicher!

Impfungen schützen vor schweren Krankheiten und gehören deshalb zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Wir unterstützen dich.

Mit dem Impfpass hast du alles im Blick

Ob dein Impfschutz vollständig ist, zeigt ein Blick in den Impfpass. Dort sind alle bisherigen Impfungen dokumentiert – inklusive Datum und Auffrischungen. So lassen sich Lücken ruckzuck erkennen und bei Bedarf schließen. Außerdem kannst du auf Reisen deinen Impfstatus nachweisen.

Impfpass verloren?

Hast du deinen Impfpass verloren, kannst du dich an deine Hausärztin bzw. deinen Hausarzt wenden. In der Praxis wird dir in der Regel ein neuer ausgestellt. Bereits dokumentierte Impfungen können dann aus deiner Patientenakte übernommen werden. Falls keine Dokumentation mehr vorliegt, können empfohlene Impfungen meist problemlos erneut durchgeführt werden.

Impfung verpasst: Was tun?

Hast du eine Impfung verpasst, musst du in der Regel nicht wieder von vorn anfangen. Auch mit einer verspäteten Auffrischung kannst du deinen Impfschutz wiederherstellen. Dennoch ist es wichtig, die versäumte Impfung so bald wie möglich nachzuholen, weil du in der Zwischenzeit womöglich nicht mehr ausreichend geschützt bist.

Tipp: Nimm deinen Impfpass immer mal wieder mit, wenn du zur Ärztin oder zum Arzt gehst. In der Praxis können sie deinen Impfstatus blitzschnell checken.