Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftdysplasie
Welche Behandlung dein Baby braucht, hängt vom Alter und vom Befund beim Hüft-Ultraschall ab. In der Regel sind konservative Maßnahmen ausreichend, eine Operation ist nur selten notwendig.
Breites Wickeln
Ist die Hüfte nur leicht verzögert entwickelt, kann es ausreichen, die weitere Entwicklung zunächst regelmäßig per Ultraschall zu kontrollieren. Je nach Befund kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich breites Wickeln empfehlen. Das bedeutet, dass die Beine deines Babys beim Wickeln leicht gebeugt und abgespreizt bleiben. Dafür wird z. B. eine zusätzliche gefaltete Stoffwindel über der normalen Windel zwischen die Beine gelegt.
Spreizhose oder Tübinger Schiene
Braucht die Hüfte mehr Unterstützung beim Nachreifen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. Spreizhosen und die sog. Tübinger Hüftbeugeschiene halten die Beine in einer gebeugten und abgespreizten Position. Sie werden meist rund um die Uhr getragen, damit die Hüfte in der gewünschten Position bleibt.
Pavlik-Bandage
Bei stärker ausgeprägten Hüftdysplasien kann eine Pavlik-Bandage sinnvoll sein. Sie besteht aus Gurten, die Brust und Beine miteinander verbinden. Dein Baby kann die Beine darin weiterhin bewegen, während die Hüften in einer günstigen Position gehalten werden. Auch bei einer Hüftluxation kann die Pavlik-Bandage dabei helfen, den Hüftkopf wieder in die Hüftpfanne zu bringen und dort zu stabilisieren. Reicht die Behandlung nicht aus, kommen je nach Befund weitere Maßnahmen wie ein Becken-Bein-Gips infrage.
Schiene oder Becken-Bein-Gips
Liegt eine Hüftluxation vor, also ist der Hüftkopf vollständig aus der Hüftpfanne gerutscht, muss er wieder in seine richtige Position gebracht werden. Fachleute nennen das Reposition. Gelingt das mit einer Bandage oder anderen schonenden Verfahren, wird der Hüftkopf anschließend in seiner Position gehalten, damit sich das Gelenk stabilisieren und weiterentwickeln kann. Dafür kann dein Baby eine Schiene oder einen Becken-Bein-Gips bekommen. Der Gips hält die Beine in einer gebeugten und abgespreizten Position und bleibt in der Regel mehrere Wochen angelegt.
Dauer der Behandlung
Die Behandlungsdauer lässt sich nicht pauschal festlegen. Bei manchen Babys reichen einige Wochen, bei anderen dauert die Therapie mehrere Monate. Entscheidend ist, wie ausgeprägt die Hüftdysplasie ist und wie schnell das Hüftgelenk nachreift.
Bei den Kontrollterminen wird deshalb immer wieder per Ultraschall geprüft, wie sich die Hüfte entwickelt. Sobald sie ausreichend ausgereift und stabil ist, kann die Behandlung schrittweise beendet werden.
Wann ist eine Operation notwendig?
Bei Babys ist eine Hüft-OP nur selten erforderlich. Spreizhose oder Schiene reichen meistens, um die Hüftpfanne beim Nachreifen zu unterstützen. Klappt das nicht, kann eine OP sinnvoll sein.