Was ist eine Neugeborenengelbsucht?
Viele Babys haben in den 1. Tagen nach der Geburt eine gelbliche Haut oder gelbliche Augen. Ursache dafür ist Bilirubin. Dieser gelbe Farbstoff entsteht, wenn der Körper rote Blutkörperchen abbaut.
Vor der Geburt hat ein Baby besonders viele rote Blutkörperchen. Sie helfen dabei, Sauerstoff über die Plazenta aufzunehmen. Nach der Geburt bekommt das Baby Sauerstoff über die eigene Lunge und braucht einen Teil dieser Blutkörperchen nicht mehr. Der Körper baut sie deshalb ab. Dabei entsteht Bilirubin.
Normalerweise verarbeitet die Leber Bilirubin und sorgt dafür, dass es über den Urin und den Stuhl ausgeschieden wird. Die Leber eines Neugeborenen ist jedoch noch nicht vollständig ausgereift. Sie kann den Farbstoff deshalb manchmal nicht schnell genug abbauen. Auch der Darm nimmt einen Teil des Bilirubins wieder auf. Dadurch sammelt es sich vorübergehend im Blut und im Gewebe an und färbt die Haut und das Augenweiß gelb.
Die typische Neugeborenengelbsucht beginnt laut Berufsverband für Kinder- und Jugendärzt*innen meist am 2. oder 3. Lebenstag und erreicht ihren Höhepunkt häufig zwischen dem 3. und 5. Tag. In den meisten Fällen ist sie harmlos und bildet sich von selbst wieder zurück.
Trotzdem wird die Gelbsucht medizinisch kontrolliert. Das bedeutet: Zeigt sich eine gelbliche Färbung, prüft das medizinische Fachpersonal den Bilirubinwert – in der Regel zunächst mit einem Messgerät auf der Haut und nur bei Bedarf zusätzlich durch eine Blutuntersuchung. Meistens wird der Wert im Krankenhaus vor der Entlassung mind. 1x bestimmt.
Je nach Höhe des Werts, Alter und Reife des Babys kann eine erneute Kontrolle nötig sein. Ist der Wert unauffällig und trinkt das Baby gut, reicht meist eine Beobachtung. Bei sehr hohen oder schnell steigenden Werten ist dagegen eine Behandlung erforderlich, weil Bilirubin sonst das Gehirn schädigen kann.