Das PIM-Syndrom

Als „PIMS“ wird eine neuartige, zum Glück nur sehr selten auftretende, schwere Entzündungserkrankung bei Kindern bezeichnet.

Auf einen Blick

  • PIMS und Corona
  • PIMS: Symptome
  • PIMS: Definition nach WHO
  • PIMS: Ursachen und Häufigkeit

PIMS - Entzündungssyndrom bei Kindern

PIMS steht für Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, auf Deutsch: Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom. Ein weiterer Name ist Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (abgekürzt MIS-C).

Auch wenn die typischen Symptome wie anhaltend hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall sowie Hautausschläge sehr heftig sein können, ist die Krankheit bei frühzeitiger Therapie inzwischen sehr gut behandelbar.

PIMS und Corona

Derzeit kommt es bei einigen Kindern zwei bis vier Wochen nach einer Infektion mit dem Corona-Virus zu Fällen von PIMS. Seit Ende Mai wurden bei der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) 661 Fälle (Stand 6. Februar 2022) gemeldet. Überwiegend sind Vier- bis Zehnjährige betroffen, Jungen dabei häufiger als Mädchen. Beobachtet euer Kind genau: Auch nach einem leichten Infekt und auch ohne Vorerkrankungen können Kinder PIMS entwickeln.

PIMS: Symptome

Eindeutiges Leitsymptom ist hohes Fieber, das länger als 48 Stunden anhält. Außerdem können auftreten:

  • Magen-Darm-Probleme mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen,
  • Hautausschläge,
  • Schleimhautentzündungen,
  • Bindehautentzündung,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • Kreislaufbeschwerden,
  • Herzprobleme, auch in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) in Verbindung mit einem Blutdruckabfall.

Nicht alle betroffenen Kinder entwickeln sämtliche Symptome.

PIMS: Definition nach WHO

Bei PIMS handelt es sich zwar noch um ein neuartiges Krankheitsbild, es liegen jedoch seitens der WHO inzwischen Kriterien für den Befund PIMS vor. Ein Krankheitsfall wird bei Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahre als PIMS eingestuft, wenn neben hohem Fieber für länger als 48 Stunden erhöhte Entzündungswerte gemessen werden, mindestens zwei Organe beteiligt sind, ein SARS-CoV-2-Infekt oder SARS-CoV-2-Kontakt stattgefunden hat und andere eindeutige infektiologische Ursachen ausgeschlossen werden können.

Die Abgrenzung vom Kawasaki-Syndrom, an dem vor allem kleine Kinder zwischen zwei und fünf Jahren erkranken können, ist mitunter schwierig, da es PIMS-Krankheitsformen gibt, die ebenfalls Kawasaki-Kriterien erfüllen. Neurologische Beschwerden wie Bewusstseinsstörungen sowie heftige Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme werden allerdings eher mit PIMS assoziiert.

PIMS: Verlauf, Therapie und Heilung

Die Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Beschwerden. Dann kommen jedoch einzelne oder alle der oben genannten typischen Symptome dazu und das Syndrom entwickelt sich in seiner ganzen Heftigkeit. Auch eine Schocksymptomatik oder vorübergehende Herz-Kreislauf-Insuffizienz ist möglich. Die Therapie erfolgt mit hochwirksamen Medikamenten.

Doch selbst bei einem schweren Verlauf – etwa die Hälfte der Kinder muss kurzzeitig intensiv-medizinisch versorgt werden – ist Panik fehl am Platze. Tödliche Verläufe sind nicht bekannt, die Chancen auf eine komplette Heilung ohne Folgeschäden sind gut.

PIMS: Ursachen und Häufigkeit

Die genaue Ursache für die Entstehung von PIMS ist noch nicht geklärt. Nach derzeitigem Stand geht man davon aus, dass eine überschießende Immunreaktion nach einem Kontakt mit Viren Auslöser für die heftigen Entzündungsprozesse ist, bei der das körpereigene Immunsystem fast alle kindlichen Organe angreifen kann. Auch wenn die Erkrankung einen schweren Verlaufen nehmen kann, kommt sie nur sehr selten vor. Kinder sind von Corona-Infektionen insgesamt unterdurchschnittlich häufig betroffen. Nur etwa drei von 10.000 Kindern und Jugendlichen mit einer Corona-Infektion entwickeln nach Aussage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachfolgend ein PIM-Syndrom.

Wenn euer Kind an hohem Fieber oder an heftigem Erbrechen oder Durchfall leidet, macht umgehend einen Termin in der Arztpraxis. Sollte eine Corona-Infektion mit oder ohne schwere Symptomatik vorausgegangen sein, sprecht das Thema an. So kann nach einer möglichen PIMS-Diagnose umgehend die entsprechende Therapie eingeleitet werden. Das ist wichtig für den guten Heilerfolg.

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