Das PIM-Syndrom (PIMS)

Das PIM-Syndrom ist eine seltene Entzündungserkrankung des Immunsystems bei Kindern, die nach einer Covid-19 Infektion auftreten kann. Wie erkennst du, ob dein Kind möglicherweise an PIMS erkrankt ist? Wir zeigen dir die typischen Symptome und worauf du achten solltest.

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Das PIM-Syndrom ist eine seltene Entzündungserkrankung des Immunsystems bei Kindern, die nach einer Covid-19 Infektion auftreten kann. Wie erkennst du, ob dein Kind möglicherweise an PIMS erkrankt ist? Wir zeigen dir die typischen Symptome und worauf du achten solltest.

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PIMS: Entzündungs­syndrom bei Kindern

PIMS ist eine seltene Erkrankung, die 2020 zum ersten Mal im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion bzw. Corona beschrieben wurde. Der Begriff steht für „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“. Ein weiterer Name ist MIS-C: „Multisystem Inflammatory Syndrome in Children“. Es handelt sich um ein sogenanntes postvirales Syndrom, also um die Folge einer Virusinfektion. Der Körper reagiert mit einer zu starken Immunreaktion, die Entzündungen in verschiedenen Organen auslösen kann. PIMS kann bei Babys, Kindern und Jugendlichen etwa 2 bis 6 Wochen nach einer Covid-19-Infektion auftreten. Überwiegend sind 4- bis 10-jährige betroffen, Jungen dabei häufiger als Mädchen.

Symptome des PIM-Syndroms

Eindeutiges Leitsymptom ist hohes Fieber, das länger als 48 Stunden anhält. Nicht alle Erkrankten entwickeln sämtliche Symptome, beobachte dein Kind deswegen genau. Auch nach leichtem Verlauf einer Covid -19-Infektion und ohne Vorerkrankungen können Kinder PIMS entwickeln. Neben Fieber sind folgende Symptome möglich:

  • Magen-Darm-Probleme mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen
  • Hautausschläge
  • Schleimhautentzündungen
  • Bindehautentzündung
  • Kreislaufbeschwerden
  • Herzprobleme, auch in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) in Verbindung mit einem Blutdruckabfall

Kawasaki oder PIMS?

Ebenso wie PIMS ist Kawasaki eine Überreaktion des Immunsystems, die aber nicht durch eine Covid -19-Infektion ausgelöst wird. Allerdings kann Covid -19 die Entstehung eines Kawasaki-Syndroms begünstigen. Die Abgrenzung von PIMS zum Kawasaki-Syndrom, an dem vor allem kleine Kinder zwischen 2 und 5 Jahren erkranken können, ist mitunter schwierig. In einigen Fällen erfüllen PIMS-Erkrankungen die Kawasaki-Kriterien, wie z. B. Fieber über mehrere Tage. Neurologische Beschwerden wie Bewusstseinsstörungen sowie heftige Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme deuten z. B. eher auf PIMS hin.

PIMS: Verlauf, Therapie und Heilung

Die Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Beschwerden. Zeitnah machen sich einzelne oder alle der genannten Symptome bemerkbar und das PIM-Syndrom entwickelt sich. Bei einer ärztlichen Untersuchung wird geprüft, ob eine Covid-19 Infektion vorlag, erhöhte Entzündungsparameter bestehen und andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Bestätigt sich der Verdacht auf PIMS, erfolgt eine Therapie mit hochwirksamen Medikamenten und eine intensivmedizinische Behandlung ist erforderlich. Meist werden weitere Untersuchungen veranlasst, z. B. ein EKG, Herzultraschall oder auch die Bestimmung der Blutwerte. Dies ist wichtig, um Folgeerkrankungen auszuschließen und wenn nötig, schnell zu behandeln.

Doch selbst bei einem schweren Verlauf – etwa die Hälfte der Kinder muss intensivmedizinisch versorgt werden – gibt es eine positive Nachricht: Die Prognose ist grundsätzlich gut. Die meisten Kinder erholen sich klinisch im Laufe von Wochen bis Monaten vollständig. Unter ärztlicher Behandlung bestehen somit sehr gute Heilungschancen. Allerdings: etwa 5 % der betroffenen Kinder entwickeln Folgeschäden, vor allem am Herz-Kreislauf-System, und unter 2 % sterben trotz Therapie. Unbehandelt jedoch droht ein lebensgefährlicher Krankheitsverlauf.

Information

Macht am besten eine ärztliche Untersuchung.

Wenn dein Kind an hohem Fieber über 48 Stunden und an heftigem Erbrechen oder Durchfall leidet, macht umgehend einen Termin in der Arztpraxis. Sollte eine Corona-Infektion mit oder ohne schwere Symptomatik vorausgegangen sein, sprecht das Thema an. So kann nach einer möglichen PIMS-Diagnose umgehend die entsprechende Therapie eingeleitet werden. Das ist wichtig für den guten Heilerfolg.

PIMS: Ursachen und Häufigkeit

Die genaue Ursache für die Entstehung von PIMS ist noch nicht geklärt. Nach derzeitigem Stand geht man davon aus, dass eine überschießende Immunreaktion nach einem Kontakt mit Corona-Viren Auslöser für die heftigen Entzündungs­prozesse ist. Das körpereigene Immunsystem kann dabei fast alle Organe angreifen. Das PIM-Syndrom kommt nur sehr selten vor. Nur etwa 3 von 10.000 Kindern und Jugendlichen mit einer Corona-Infektion entwickeln nach Aussage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Anschluss PIMS. Von Anfang 2020 bis Oktober 2022 wurden rund 900 Fälle ans PIMS-Survey der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie gemeldet

PIMS vorbeugen

Eine Corona-Impfung bietet nach derzeitigem Kenntnisstand die beste Möglichkeit, Kinder vor der Covid-19-Folgeerkrankung PIMS zu schützen. Abgesehen davon beugen allgemeine Schutz- und Hygienemaßnahmen einer Infektion vor – und damit auch dem Entzündungssyndrom.

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