Diskriminierung – worum geht es dabei?

Man spricht insbesondere dann von Diskriminierung, wenn Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe verurteilt, abgelehnt oder benachteiligt werden. Diskriminierung gilt als grobe Verletzung der Menschenrechte.

Auf einen Blick

  • Unterscheiden ist wichtig
  • Etwas mehr Differenzierung wäre schön
  • Du bist frei von Vorurteilen. Wirklich?
  • Einladung zu einer Selbsterfahrung

Diskriminierung – worum geht es dabei?

Vielleicht hast du selbst auch schon Erfahrung in Sachen Diskriminierung gemacht: Der Grund für eine Diskriminierung kann neben körperlichen oder geistigen Behinderungen, Alter, Religionszugehörigkeit, Nationalität, Herkunft und Hautfarbe auch die sexuelle Identität sein. Doch wie funktioniert Diskriminierung genau? Und was kann man dagegen machen? Und wie schützt du dich davor, unbewusst selbst zu diskriminieren?

Unterscheiden ist wichtig

Diskriminierung bedeutet dem ursprünglichen Wortsinn nach „unterscheiden“. Wenn du dich in der Welt umschaust, erkennst du schon auf den ersten Blick viele Unterschiede: Manche sind grob wie Tag und Nacht, nah und fern, kalt und warm, Sommer und Winter. Andere Unterschiede fallen auf den ersten Blick weniger auf. Je mehr Unterschiede du erkennst, desto differenzierter nimmst du die Welt wahr.

Unterschiede gibt es auch zwischen Menschen. Sie unterscheiden sich nach Aspekten wie Geschlecht, Hautfarbe, Körpergröße, Herkunft, Sprache, Intelligenz und Charakter – um nur einige Beispiele zu nennen. Man nennt dies auch Vielfalt. Vielfalt ist wichtig, schön und liebenswert. Wer will schon gern in einer eintönigen, uniformen Welt leben? Es kann also nicht verkehrt sein, zu unterscheiden. Nicht die Unterscheidung an sich ist schon diskriminierend.

Etwas mehr Differenzierung wäre schön

Im heutigen Sprachgebrauch wird das Unterscheiden vor allem als Absondern, als Aussortieren negativ erlebt, da das Absondern oft zu Benachteiligungen führt. Andere Menschen aufgrund ihrer speziellen Eigenart ausgrenzen und zu benachteiligen – das ist diskriminierend. Positiv ausgedrückt heißt das: Nimm jeden Menschen so, wie er ist. Akzeptiere und respektiere ihn in seiner individuellen Eigenart. Grenze niemanden aus. Begegne jedem anderen Menschen so, wie du möchtest, dass andere auch dir begegnen.

Diskriminierung findet aber nicht bloß auf der Ebene des persönlichen Vorurteils statt. Auch die Gesetzgebung eines Staates, die Gebote einer Religion oder die öffentliche Meinung können diskriminierend und durch Vorurteile geprägt sein und aus der Unterschiedlichkeit der Menschen Nachteile für bestimmte Personengruppen ableiten. Was ist ein Vorurteil?

Du bist frei von Vorurteilen. Wirklich?

Ein Vorurteil ist ein Urteil, das man vor jeder persönlichen Erfahrung beziehungsweise ohne gründliches Nachdenken gefällt hat. Bei genauerem Hinsehen merkt man aber schnell, dass so ziemlich jeder Mensch irgendwelche Vorurteile hat und Vorurteile als Werkzeug der Komplexitätsbewältigung kaum zu vermeiden sind. Man kann schließlich nicht über alles erst lang nachdenken, man muss auch mal schnell und ohne Ansehen der näheren Umstände eine Entscheidung treffen – mag man dies im Nachhinein auch bedauern oder für falsch halten.

Auch diejenigen, die anderen deren Vorurteile und diskriminierendes Verhalten vorwerfen, sind selbst nicht immer frei von Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten: Wer beispielsweise sich in Bezug auf unterschiedliche Geschlechteridentitäten vielleicht nicht korrekt ausdrückt, kann schnell als vorurteilsbehafteter Mensch seinerseits vorverurteilt und ausgegrenzt werden. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass man sich auch ohne politisch korrekte Sprache anderen Menschen gegenüber – gleich welcher Herkunft und sexuellen Orientierung sie auch sein mögen – menschlich anständig verhalten kann. Und sind Taten nicht wichtiger als Worte?

Das mag als kleiner Hinweis darauf verstanden werden, dass die Sache mit den Vorurteilen und der Diskriminierung nicht ganz so einfach ist, wie sie scheint – und man auch dann, wenn man eigentlich etwas Gutes und Sinnvolles will, schnell selbst in die Diskriminierungsfalle tappen kann. Du musst dich und dein Verhalten schon außergewöhnlich selbstkritisch betrachten, wenn du annähernd vorteilsfrei urteilen und niemanden diskriminieren möchtest – auch denjenigen nicht, der anderer Meinung ist als du selbst.

Einladung zu einer Selbsterfahrung

Dieser Selbsterfahrungstest kann dir zeigen, wie schwierig es mitunter sein kann, sich vollkommen vorurteilsfrei zu verhalten. Beobachte dein Verhalten – aber auch das Verhalten anderer – genau. Protokolliere deine Erfahrungen über einen Zeitraum von einer Woche. Hier sind einige Punkte, auf die du achten kannst:

  • Lerne Unterschiede zu erkennen und Eigenarten zu achten und erfreue dich an der Vielfalt. Welche Unterschiede fallen dir besonders auf – und warum?
  • Aus der Tatsache, dass ein Mensch anders ist als du, folgt nicht, dass du ihn anders oder gar schlechter behandeln solltest als andere. Keine Person oder Personengruppe ist per se schlechter, aber auch nicht besser als du oder die Gruppe, der du selbst dich zurechnest. Habe dein eigenes Verhalten anderen Menschen gegenüber stets im Blick, begegne ihnen mit Freundlichkeit, Offenheit und Verständnis. Wenn du bemerkst, dass du selbst anderen mit Vorurteilen begegnest und sie deswegen anders behandelst, versuche herauszufinden, warum das so ist.
  • Mache dir bewusst, dass auch du selbst in der Wahrnehmung anderer Menschen wahrscheinlich anders bist. Behandeln sie dich deswegen wirklich schlechter? Dann sprich sie darauf an und frage nach den Gründen.
  • Akzeptanz und Respekt sind wichtig. Jeder hat zunächst einmal ein Recht darauf, von dir akzeptiert und respektiert zu werden – so wie du es auch umgekehrt erwartest. Akzeptanz und Respekt finden aber ihre Grenzen – zum Beispiel dort, wo anderen Menschen das Daseinsrecht abgesprochen oder Gewalt angetan wird. Wo genau würdest du persönlich die Grenze ziehen und warum?

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