"Trans-Trender": Gibt es einen Hype um Transgender?

Verfolgt man Medienberichte über geschlechtliche Transition, kann man leicht den Eindruck bekommen, dass die Zahl derer, die sich im falschen Körper fühlen und dies gern ändern würden, beträchtlich zugenommen hat. Doch ist das wirklich so?

Auf einen Blick

  • Was bedeutet der Begriff "Trans-Trender"?
  • Transgender ist kein Trend
  • Gibt es heute wirklich mehr Transgender?
  • Offenheit wird gelebt: Gut so!

Was meint der Begriff "Trans-Trender"?

"Trans-Trender" leitet sich von Transgender ab. Transgender ist die Bezeichnung für Personen, deren gefühlte Geschlechtsidentität teilweise oder vollständig vom angeborenen Geschlecht abweicht. Transgender umfasst aber auch Personen, die eine Zuordnung als Mann oder Frau ablehnen und zwischen den Welten wandern. Das Transgender-Selbstverständnis ist dabei unabhängig von der sexuellen Orientierung: Personen, die transgender sind, können heterosexuell, homosexuell, bi- oder auch asexuell sein.

In Anlehnung an diesen Begriff zielt die Bezeichnung "Trans-Trender" darauf ab, dass sich vermehrt Menschen als Transgender definieren und entsprechend outen: Transgender wird scheinbar zum Trend. Darin liegt die Unterstellung, dass man sich rein willkürlich für ein Geschlecht entscheidet – ganz so, wie man seinen Kleidungsstil ab und an wechselt.

Redet bitte nicht von einem Transgender-Trend

Nichts aber wäre verkehrter und ungerechter als eine solche Sichtweise: Wer sich im falschen Körper fühlt, entschließt sich niemals leichtfertig zu einer vollständigen, auch äußerlichen Transformation. Es ist immer ein langer und auch belastender Prozess, an dessen Ende eine sehr persönliche Entscheidung steht. Trends hingegen folgt man leichtfertig, spielerisch und auch verantwortungslos, denn sie haben keine gravierenden Folgen.

Gibt es heute mehr Transgender als früher?

Wir leben in Zeiten, in denen zum Glück offen und weitgehend wertungsfrei über sexuelle Identitäten und Orientierungen geredet werden kann. Das war nicht immer so. Ein abweichendes Sexualverhalten stand lange Zeit unter Strafe beziehungsweise führte zu sozialer Ächtung und erheblichen Nachteilen im Alltag. Das betraf vor allem Homosexualität unter Männern. Der dabei entstandene Druck führte dazu, dass, wer anders als die große Masse fühlte, dies nach Möglichkeit verheimlichte. Deshalb ist es auch schwierig bzw. unmöglich, die heutige Zahl von offen als Transmännern oder Transfrauen lebenden Menschen mit früheren Zahlen zu vergleichen.

Offenheit wird gelebt: Gut so!

Richtig ist, dass man es heute viel eher öffentlich macht und machen kann, weil sich das Meinungsklima erheblich gewandelt hat. Medienberichte und ausführliche Selbstdarstellungen in den sozialen Medien sind heute selbstverständlich geworden. Es gibt Fälle, in denen Menschen in den sozialen Netzwerken in allen Details darüber berichten, wie sich ihr ganz konkreter Transitionsprozess vollzogen hat. Ebenso gibt es Fälle, in denen die Transformation im Nachhinein als falsch erlebt und der – allerdings meist nicht ausführbare – Versuch einer Rückgängigmachung (Detransition) angestrebt wurde. Auch darüber wird berichtet.

Soll und darf man offen darüber sprechen?

Es gibt Stimmen, die die Veröffentlichung solcher Wandlungsprozesse für schädlich halten – meist, weil sie Nachahmungseffekte befürchten. Doch auch das dürfte falsch sein. Denn niemand entschließt sich aufgrund von Beiträgen in den sozialen Medien allein zu einem folgenreichen Schritt wie einer Transition. Wohl aber können solche Beiträge wertvolle Hilfe bei der Klärung der Frage leisten, wer man denn nun wirklich ist. Und noch etwas macht diese Offenheit und Öffentlichkeit unverzichtbar: Sie zeigen, dass das Thema kein Tabuthema mehr ist, sondern endlich Normalität für sich beanspruchen darf.

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