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Gut zu wissen

Nachhaltigkeit: Plastikflut

Eine wahre Plastikflut überrollt die Welt. Und durch das globale Konsumverhalten türmt sich diese Flut immer weiter auf. Während der aus Erdöl hergestellte Kunststoff noch vor 50 Jahren unser Leben revolutionierte, schreibt er heute immer größere Negativschlagzeilen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht.

Ein Teil der ökologischen Konsequenzen ist bereits jetzt schon Normalität für uns, nicht zuletzt, weil wir in den Medien regelmäßig damit konfrontiert werden:

  • Unsere Flüsse und Ozeane sind voll mit umweltschädigenden (Plastik-)Abfällen, von denen ein Großteil erst in mehreren 100 Jahren verrottet sein wird.
  • Tiere im Wasser und an Land verfangen sich in Kunststoffgegenständen wie Tüten oder Bändern und sterben qualvoll daran.
  • In den Mägen von Meerestieren werden immer häufiger große Mengen an Plastik und auch Mikroplastik, also kleinsten Plastikteilchen unter 5 mm, gefunden. Bislang ist das davon ausgehende Risiko für die menschliche Gesundheit noch nicht abschätzbar.

Plastikfreies Leben - das ist doch voll Öko?

Trotz aller Kritik fußt die Verantwortung für einen ressourcenschonenden Lebensstil, zu dem etwa eine Reduzierung des Plastikkonsums zählt, bislang noch immer auf einer individuellen Überzeugung. Ein plastikfreies Leben ist damit eine rein persönliche Entscheidung, die jede und jeder von uns selbst zu treffen hat. Ein stärkeres Einlenken durch die Politik wäre daher wünschenswert, damit der Rahmen für umweltfreundliche Lebensstile geschaffen und Nachhaltigkeit massenkompatibel gelebt werden kann.

Zwar haben wir heute immer mehr Berührungspunkte zum Thema Umweltschutz, bekommen etwa durch Blogs im Internet und in den sozialen Medien vorgelebt, wie Nachhaltigkeit funktionieren kann. Im Einzelhandel lohnt es sich zudem, mit wachsamen Augen durch die Regalreihen zu stöbern, um dort einer wachsenden Palette an entsprechenden Produktalternativen zu begegnen. Dennoch werden Personen, die ihr Leben weitläufig nachhaltig ausrichten, immer noch als „Ökos" oder Weltverbessernde belächelt.

Nachhaltigkeit für alle

Dabei besitzt gerade diese Art der Lebensführung durchaus Vorbildcharakter – und das für alle Bereiche der Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist quasi der neue Zeitgeist. Das erkennen auch immer mehr Unternehmen– nicht nur zum Zwecke des Umweltschutzes, sondern auch, um für Mitarbeitende und/oder Kundinnen und Kunden attraktiv zu sein. Auch für die pronova BKK spielt Nachhaltigkeit daher eine immer wichtigere Rolle. In Perfektion beherrschen wir das Thema noch lange nicht, aber wir arbeiten täglich daran, unser Unternehmen nachhaltiger zu gestalten: Wir beziehen energieeffiziente Gebäude, bieten unseren Versicherten digitale Services, mit denen sich Papierkram auch papierlos erledigen lässt, und verschicken unsere Briefe – und unsere profil – klimaneutral. In den Pausen ziehen wir unseren Kaffee oder Tee mit unserer eigenen Tasse statt einem Pappbecher am Automaten und manch ein Kunden-Give-away besteht aus recyceltem Material.

Die Strohhalm-Debatte

Ein gutes Beispiel dafür, dass es an der Zeit für ein Umdenken ist, ist wohl der Plastikstrohhalm. Denn seit einiger Zeit schon steht das schlanke Röhrchen im Rampenlicht der weltweit geführten Umweltdebatte. Von vornherein als Wegwerfprodukt konzipiert, werden die Trinkhalme in der Regel nur einmal benutzt und sofort weggeworfen, sobald das Getränk leer ist. Jedes Jahr landen so allein in Deutschland geschätzte 4,8 Milliarden Strohhalme auf dem Müll. Ein Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich rund 58 Stück. Im europaweiten Strohhalm-Ranking liegen wir damit auf Platz zwei, gleich hinter dem Vereinigten Königreich (8,5 Milliarden).

Für Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten ist die Kurzlebigkeit von Strohhalmen, aber auch von Einweg-Getränkebehältern, Plastikverpackung und Co. alles andere als nachhaltig und ihnen daher schon lange ein Dorn im Auge. Mittlerweile hat sich das bunte Kunststoffröhrchen daher von einer praktischen Trinkhilfe zu einem unnötigen Konsumprodukt gemausert – mit ernsthaften Folgen für die Umwelt. Denn der Strohhalm steht sinnbildlich für die Verschmutzung der Weltmeere und damit für die Aufforderung, dass jetzt etwas passieren muss. Insbesondere im Hinblick auf die Massen an Plastikmüll, die wie Teppiche auf unseren Ozeanen umhertreiben – es sind seit den 1950er Jahren geschätzt bis zu 150 Millionen Tonnen –, wird wohl jedem Menschen schnell bewusst, dass hier akuter Handlungsbedarf herrscht.

Greifen wir bald nach dem letzten Strohhalm

Immerhin: Auch das Europäische Parlament hat diesen Handlungsbedarf erkannt und für ein Verbot von Einwegplastik ab 2021 gestimmt. Die Richtlinie zielt darauf ab, den Großteil der Produkte, die als Plastikabfall an europäischen Stränden an Land gehen, gänzlich vom Markt zu nehmen. Neben Trinkhalmen gehören dann also Kunststoffartikel wie Einweggeschirr und Wattestäbchen bald der Vergangenheit an.Denn dies sind Produkte, für die es schon heute umwelt- und ressourcenschonendere Alternativen gibt.

Nachhaltigkeit muss nicht unbequem sein

Ein ökologischer und nachhaltiger Lebensstil bedeutet im Jahr 2019 also nicht immer gleich auch Verzicht auf das Schöne, das Praktische oder das Gewohnte. Ein Blick über den (Plastik-)Tellerrand lohnt sich, wenn es um die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht. In unserer neuen Serie „Nachhaltigkeit für Anfänger/innen" wagen wir diesen Blick und nehmen kunststofffreie Alternativen mit ihren Vor-, aber auch Nachteilen unter die Lupe.

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